Osnabrück Diese Knollen und Zwiebeln kommen im Frühjahr in die Erde
Eigentlich ist der Herbst die Zeit, um Blumenzwiebeln in die Erde zu bringen. Es gibt aber auch Zwiebeln und Knollen, die erst jetzt im Frühjahr in die Erde müssen. Eine noch recht unbekannte Schönheit mit großem Charme zählt dazu.
Während die Zwiebeln von Zwiebelblumen, die im Frühjahr blühen, im Herbst in die Erde gesteckt werden, gibt es auch einige Pflanzen, die aus Zwiebeln oder Knollen wachsen, die im Frühjahr in die Erde müssen. Einige können schon früh im Frühjahr in die Erde, andere sollten erst dann gepflanzt werden, wenn es nicht mehr friert.
Für alle Blumenzwiebeln und Knollen gilt: Mit diesen Pflanzen können auf recht einfache Weise Lücken im Beet gefüllt werden. Auch Garteneinsteiger können mit Pflanzen aus Zwiebeln und Knollen recht einfach die gewünschten Bilder erzielen.
Aus zwei Gründen sollten Lilienzwiebeln schon früh im Jahr in die Erde kommen. Lilien, die früh gepflanzt werden, haben einen Entwicklungsvorsprung vor Lilien, deren Zwiebeln erst spät im Frühjahr gesteckt wurden. Außerdem sind die Zwiebeln in der Erde definitiv besser aufgehoben als an der Luft, weil sie leicht austrocknen.
Lilien wollen ziemlich tief in die Erde: bis zu zwanzig Zentimeter tief. Deshalb sollte der Boden nicht mehr gefroren sein, wenn sie gepflanzt werden. Lilien haben sogenannte Zugwurzeln am Zwiebelboden, mit denen sich die Pflanze nötigenfalls auch selbst noch etwas tiefer in den Boden zieht.
Als Standort empfiehlt sich ein windgeschütztes Beet mit mindestens einem halben Tag Sonnenlicht.
Türkenbundlilien (Lilium martagon) haben eine typische Blütenform, die an einen Turban erinnern soll, daher der Name. Die Zwiebeln von Türkenbundlilien können sowohl im Herbst als auch im Frühjahr in die Erde gebracht werden. Im Frühjahr am besten noch im März, damit die Pflanzen genug Zeit haben, kräftig heranzuwachsen. Die heimische Türkenbundlilie ist sehr schmetterlings- und insektenfreundlich.
Neben der Wildform gibt es viele Zuchtformen, die Blütenfarben von weiß bis tief dunkelrot aufweisen.
Großblumig, kleinblumig, geäugt, gefüllt und gerüscht, edel oder wild, farblich dezent oder knallig bunt: Im schier unerschöpflichen Taglilien-Sortiment bleiben wahrlich keine Wünsche offen. Taglilien-Blüten, deshalb der Name, blühen nur einen Tag, das aber in ständiger Erneuerung. Eine einzige Pflanze kann bis zu 300 Blüten im Sommer hervorbringen.
Im Sortiment gibt es früher und später blühende Vertreter der Art, sodass sich Taglilien-Fans bei geschickter Auswahl von Ende Mai bis in den September von ihren Lieblingen begleiten lassen können. Vor allem im Juli, wo vieles im Garten eine Blühpause einlegt, bringen Taglilien Farbe in die Beete.
Die Staude benötigt nur wenig Pflege. Sie kann sehr lange am selben Standort stehen bleiben. Sollten die Pflanzen nach Jahren in ihrer Blütenfülle nachlassen oder zu groß geworden sein, werden sie einfach geteilt und neu gepflanzt. Taglilien schätzen sonnige oder halbschattige Plätze.
Sommerhyazinthen haben etwas ganz Besonderes. Wer sie zum ersten Mal ab Juli blühen sieht, wird womöglich seinen Augen nicht trauen. Denn in der Tat haben sie etwas Hyazinthiges an sich, das aber mitten im Sommer. Die Pflanze blüht mit vielen Glöckchenblüten, die sie an bis über einen Meter hoch wachsenden festen Stängeln tragen. Dazu hat die Pflanze einen feinen Duft. Die Zwiebeln der aus Südafrika stammenden Sommerhyazinthe, auch Kaphyazinthe genannt, kommen 20 Zentimeter tief in die Erde. Sie überstehen den Winter trotz Frost, mögen aber keine Staunässe. Der Boden sollte also durchlässig sein.
Montbretien (Crocosmia) bringen ganz schön Feuer in den sommerlichen Garten und das mit einer Blütezeit, die von Juli bis in den Oktober reichen kann. Montbretien gehören zu den Schwertlilien. Die meisten blühen in Orangetönen, es gibt aber auch gelb blühende Sorten.
Montbretien-Knollen können schon im April in die Erde. Vor der Pflanzung ist es ratsam, die Knollen zu wässern. Eine Pflanzung vor dunkelgrünem Hintergrund bringt das Leuchten der Blüten besonders gut zur Geltung.
Über Dahlien könnte man sehr viel schreiben, schließlich gibt es eine ungeheure Sortenvielfalt, die eine große Anhängerschaft unter Gartenfreunden hat. Aber auch ohne profunde Dahlienkenntnisse lassen sich Dahlienknollen erfolgreich im Garten einsetzen. Dahlienknollen dürfen erst in die Erde, wenn es nicht mehr frieren wird, am besten also erst ab Mitte Mai.
Wer seinen Dahlien einen Vorsprung verschaffen möchte, kann sie auch im Topf vorziehen. Jetzt gilt es nur noch, eine Auswahl zu treffen im großen Sortiment der Blütenformen und Farben.
Wer an bestimmten Stellen im Garten farbenfrohe Blickpunkte schaffen möchte, kann zu Gladiolenzwiebeln greifen. Aber erst ab Mai, denn deren Zwiebeln sind nicht frosthart. Am besten wirken Gladiolen, werden sie in Gruppen gepflanzt. Gladiolen brauchen nährstoffreichen Boden, deshalb ist es ratsam, etwas Kompost unterzumischen. Schwere Böden sollten mit Sand aufgelockert werden.
Wie andere Zwiebelblumen zieht sich die Pflanze zum Überwintern in die Zwiebel zurück. Wer Gladiolen überwintern möchte, muss die Zwiebeln ausgraben und frostfrei lagern. Mit ihren hohen Blütenstängeln eignen sich Gladiolen sehr gut als Schnittblumen für die Vase.
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