Hamburg Einst jüngste Abgeordnete: Emilia Fester schafft es nicht erneut in den Bundestag
Wohl kaum eine andere Parlamentarierin polarisierte in der letzten Legislatur wie die Grünen-Politikerin Emilia Fester. Jetzt fliegt die einst jüngste Abgeordnete aus dem Parlament.
Ob Tanzvideos aus dem Bundestag oder ihre Aussage, für den Job als Abgeordnete ihre Jugend zu opfern: An Emilia Fester scheiden sich die Geister. In der neuen Legislaturperiode wird die Grünen-Politikerin nicht mehr im Bundestag sitzen.
Den Wahlkreis Hamburg-Mitte gewann bei der Bundestagswahl 2025 Falko Droßmann (SPD) mit 27,4 Prozent – noch vor Emilia Fester (21,5 Prozent) und Christoph de Vries (CDU, 17 Prozent). 2021 erhielt Fester das Bundestagsmandat über einen guten Listenplatz, doch in diesem Jahr schaffte sie es auch über diesen Weg nicht ins Parlament, wie auf der Website der Bundeswahlleiterin ersichtlich ist.
Emilia Fester war nach der Wahl 2021 mit 23 Jahren die jüngste Bundestagsabgeordnete der 20. Legislaturperiode, bevor sie von Emily Vontz von der SPD abgelöst wurde, die mit 22 Jahren als Nachrückerin auf Heiko Maas folgte.
Den ersten Shitstorm erlebte Fester nach ihrer ersten Rede im Bundestag in der Impfpflicht-Debatte, in der sie beklagte, nicht die Dinge habe tun können, die junge Menschen eigentlich so tun – und die Impfgegner der AfD dafür verantwortlich machte. Schlimmer noch waren die Reaktionen auf ein ZDF-Quiz, bei dem sie nicht wusste, dass der erste Reichskanzler 1871 Bismarck hieß, noch wann die Bundesrepublik gegründet wurde. Später war in diversen Medienberichten ist zu lesen, dass Emilia Fester ein Wahlrecht für Zweijährige fordert. Wenngleich das so nicht ganz stimmte, erntete sie jede Menge Kritik.