Betroffenheit in Pewsum Gemeinde trauert nach tragischem Unfall
Nach dem tödlichen Unfall in Pewsum steht der Ort unter Schock. Die Feuerwehr ruft zu Spenden auf, eine geplante Veranstaltung wird verändert – die Anteilnahme ist groß.
Pewsum - Nach dem tödlichen Verkehrsunfall in Pewsum, bei dem ein Kind beide Eltern verloren hat, herrscht im Ort große Betroffenheit. „Der ganze Ort ist betrübt“, sagt Sieger Goldenstein, stellvertretender Vorsitzender vom SPD-Ortsverein.
Viele im Ort und umzu hätten die Familie gekannt, zumindest flüchtig. Und selbst wer sie nicht kannte, trauert ob der „Katastrophe“, wie Goldenstein den Unfall bezeichnet. In Pewsum habe man darum bereits erste Konsequenzen gezogen. Eigentlich hätte in der dortigen Manningaburg am Samstag eine politische Veranstaltung der SPD mit Livemusik stattfinden sollen. „Matthias Ahrends ist eingeladen, ebenso Johann Saathoff. Ein Rahmenprogramm mit Livemusik war geplant“, so Goldenstein.
Gemeinsam über die Trauer sprechen
Doch die Katastrophe hat zu einer Änderung dieser Pläne geführt. Die Veranstaltung soll zwar weiterhin stattfinden, allerdings ohne Musik. „Es passt einfach nicht, die Manningaburg ist vielleicht 200 Meter Luftlinie entfernt vom Unfallort“, sagt Goldenstein.
Man wolle jetzt nicht mehr mit Flyern, Kugelschreibern und Feuerzeugen rumrennen, um noch Wahlkampf zu betreiben. Viel mehr soll es darum gehen, dass Menschen, die Gesprächsbedarf haben, zusammenkommen können, um zu reden. „Es soll alles ruhig laufen“, so der Stellvertreter vom Ortsverein.
Feuerwehr organisiert Spendenaktion
Auch bei der Feuerwehr Krummhörn, die am Montag im Einsatz war, ist die Familie bekannt. Da der verstorbene Familienvater selbst eine Zeitlang in der Feuerwehr aktiv war, möchte sich die Ortsfeuerwehr Krummhörn-Ost aus Respekt vor den Trauernden nicht zum Unfall äußern. Übrige Familienmitglieder gehören darüber hinaus der Einsatzabteilung an und waren auch zu dem tragischen Unfall alarmiert worden.
Die Feuerwehr weist allerdings allerdings auf eine kurzfristig ins Leben gerufenene Spendenaktion für die Hinterbliebenen hin, die auch außerhalb Ostfrieslands bereits viele Menschen über die sozialen Medien erreicht hat. Die Spendenaktion wird von der Ortsfeuerwehr Krummhörn-Ost organisiert. Darin heißt es: „Geld heilt zwar nicht die tiefen Wunden, die dieses tragische Unglück hinterlässt und kann erst recht nicht über den Verlust von zwei Menschen hinweghelfen, dennoch möchten wir helfen!“
Aus diesem Grund bitten die Kameraden und Kameradinnen der freiwilligen Feuerwehr Krummhörn-Ost um eine Spende für die Familie. Damit solle den Hinterbliebenen Mut gemacht werden und auch die finanziellen Sorgen ein wenig verkleinert werden, heißt es weiter. Das gespendete Geld komme zu 100 Prozent der Familie zu Gute.
Drogen- oder Alkoholeinfluss als Unfallursache ausgeschlossen
Unterdessen laufen die Ermittlungen der Polizei zur Unfallursache weiter. Wie Wiebke Baden, Sprecherin der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund auf Nachfrage bestätigt, konnte bisher eine Beeinflussung des Transporterfahrers durch Alkohol oder Drogen als Unfallursache ausgeschlossen werden. Ebenso gehe die Polizei derzeit nicht von Straßenglätte als Ursache für den tödlichen Unfall am Montag aus. Die Ermittlungen laufen weiter.