Feuerwehr Aurich Keine Einigung über neuen Standort in Sicht
Zwei Vorschläge für einen neuen Standort der Ortswehr Aurich haben die Grünen gemacht. Warum auf beiden Grundstücken keine Feuerwehr gebaut werden wird.
Aurich - Nicht zu einem Ende kommt die Debatte um den künftigen Standort für die künftige Ortsfeuerwehr Aurich. Das zeigte sich erneut im Auricher Bauausschuss, der sich am Dienstag zu einer Sitzung getroffen hat. Darin machten die Grünen zwei Vorschläge für den Feuerwehr-Standort, einen neuen und einen alten.
Der alte betrifft das Gelände der ehemaligen Blücherkaserne am Hoheberger Weg. Wohl wissend, dass die Feuerwehr Aurich diesen Standort als ungeeignet ablehnt, pries Gunnar Ott für die Grünen diesen Bereich nochmals an. Denn aus Sicht der Grünen gibt es dort reichlich Platz, das Gelände gehöre bereits der Stadt Aurich, und Klagen von Naturschutzverbänden seien im Gegensatz zum Grundstück In der Diere auch nicht zu erwarten. Diesen habe auch die Feuerwehr im vorigen Jahr abgelehnt. „Das ist der letzte Standort im Stadtgebiet“, so Ott. Denn der neue Standort, den die Grünen vorgeschlagen haben, kommt nicht in Frage. Es handelt sich um das Grundstück des abgebrannten Lidl-Marktes im Gewerbegebiet Aurich-Süd. Die Fläche gehört nicht der Stadt Aurich und steht nicht zur Verfügung, wie Stadtbaurat Mikro Wento sagte.
Feuerwehr will nicht aufs Kasernengelände
Einziges Problem am Hoheberger Weg sei die fehlende Abdeckung des Gewerbegebietes Schirum, so Ott. Die könne aber durch eine Neuauflage des Löschverbandes mit der Feuerwehr Weene abgedeckt werden. Und, so Ott, es gebe auch innerhalb der Feuerwehr durchaus Stimmen, die sich für den Standort am Hoheberger Weg aussprechen würden.
Ein Punkt, den Bodo Bargmann (CDU), ehemaliger Ortsbrandmeister der Feuerwehr Aurich, sogleich aufgriff. „Ich kenne nicht eine positive Stimme innerhalb der Feuerwehr Aurich zu diesem Gelände.“ Es gebe nur Aussagen gegen diesen Standort. Das sei bei der Jahreshauptversammlung der Ortswehr Aurich ganz deutlich geworden. Auch Richard Rokicki (AWG) lehnt den Vorschlag der Grünen ab. „Ihr würdet die Feuerwehr auch auf dem Marktplatz ansiedeln, damit sie nicht in die Diere zieht“, sagte er zugespitzt.
CDU-Fraktionschef kündigt Kompromiss an
Skeptisch gegenüber dem Standort in der Diere, direkt an der Bundesstraße 72, war auch immer die Linke. Es gebe aber mittlerweile keinen Standort mehr, der besser geeignet sei. „Wir sollten die Debatte endlich beenden“, so Hendrik Siebolds.
Etwas kryptisch wurde Arnold Gossel (CDU). Es würden Gespräche über einen neuen Standort stattfinden, es werde ein Kompromiss gesucht, so Gossel. „Und das bekommen wir hin.“ Es werde einen Vorschlag geben, dem alle Beteiligten ohne geballte Faust in der Tasche zustimmen könnten.
Eine Aussage, die Fragen aufwarf. Denn der alte Standort an der Fockenbollwerkstraße kommt nicht in Frage, dort ist nicht genug Platz. Das Wunsch-Grundstück der Feuerwehr an der Egelser Straße steht nicht zur Verfügung, weil die Eigentümer dafür einen zu hohen Preis verlangen. Die Diere wird von Grünen und Naturschützern abgelehnt, und der Hoheberger Weg wird von der Feuerwehr abgelehnt. „Hat jemand denn eine andere Fläche?“, fragte Gunnar Ott. Seine Fraktionskollegin Gila Altmann forderte Gossel auf, „die Katze aus dem Sack zu lassen“. Sie vermutet Herrschaftswissen. Das tat Gossel nicht. „Ich mag überhaupt keine Katzen.“ Er sei aber sicher, dass der neue Standort der Feuerwehr innerhalb des Auricher Stadtgebietes liegen werde. Möglich ist, dass Gossel auf die neuen Verhandlungen der Stadt mit den Besitzern der Fläche an der Egelser Straße anspielte. Die Verwaltung verhandelt seit Anfang Januar erneut über das Grundstück. Ein Ergebnis dieser Nachverhandlung ist bislang nicht bekannt.
Stadtverwaltung favorisiert Standort in der Diere
Zehn Freiwillige Feuerwehren gibt es im Auricher Stadtgebiet. Bis auf die größte von ihnen, die Ortswehr Aurich, haben in den vergangenen Jahren alle Wehren entweder neue Gerätehäuser bekommen oder die bestehenden Bauten wurden grundlegend saniert. Nicht immer konnten dabei alle Wünsche der Feuerwehren berücksichtigt werden. Die Ortswehr Wallinghausen hätte sich zum Beispiel damals einen Neubau an einem anderen Standort, mehr in Richtung Ortskern, gewünscht.
Für die Feuerwehr Aurich hatte sich Bürgermeister Horst Feddermann frühzeitig für ein Grundstück in der Diere, direkt an der Leerer Landstraße, ausgesprochen. Dort sollen auch Gewerbeflächen und ein Wohngebiet ausgewiesen werden. Das entsprechende Bauleitverfahren läuft. Gegen diese Pläne war die Feuerwehr Sturm gelaufen und hatte schließlich Erfolg: Die Stadt war bereit, das Wunschgrundstück an der Egelser Straße zu kaufen. In Vorgesprächen war ein Preis für das nicht erschlossene Grundstück verhandelt worden. Nach dem Ratsbeschluss für den Ankauf fühlten sich die Eigentümer aber nicht mehr an die Absprache gebunden und forderten deutlich mehr Geld. Der Handel war daraufhin geplatzt. Danach hatte sich der Auricher Ortsbrandmeister Bernd Saathoff erschüttert gezeigt und sich auch für den Standort in der Diere ausgesprochen.