Auricher Weidemilch „Es kam alles außer Milch weg“ – Haßbargens schließen Hofladen
Diebstähle gab es schon seit der Eröffnung des Hofladens der Auricher Weidemilch. Doch im letzten halben Jahr hatten die Landwirte besonders zu kämpfen. Nun setzen sie andere Schwerpunkte.
Aurich - Kleinere Diebstähle sind in vielen Hofläden an der Tagesordnung. Seit mehr als acht Jahren gibt es auf dem Hof von Heye und Udo Haßbargen in so einem Laden eine Milchtankstelle und verschiedene Produkte aus Ostfriesland. Dieser wird ab April allerdings geschlossen. Grund dafür sind unter anderem Diebstähle. Gezahlt wurde in dem Laden bislang auf Vertrauensbasis. Wer was einpackt, legt Geld in die Kasse - soweit die Theorie. „Kleine Fehlbeträge gab es leider schon immer“, sagt Udo Haßbargen. Allerdings habe es sich früher um gelegentlich mal zwei Euro an einem Tag gehandelt. Dafür sei wenige Tage später meistens ein klein wenig mehr Geld in der Kasse gewesen. „Es hat sich im Großen und Ganzen eigentlich in der Waage gehalten.“
Doch schon damals gab es Ausnahmen bei dem täglichen Kassensturz. Fehlbeträge von etwa fünf bis 30 Euro seien hin und wieder vorgekommen, erklärt Haßbargen. Der Umsatz sei aber relativ hoch gewesen, so dass man die Verluste habe verkraften können. „Man will ja auch nicht gleich anfangen zu meckern.“ Seit ungefähr einem halben Jahr habe der Schwund jedoch wesentlich zu- und der Umsatz auf ein mittelmäßiges Niveau abgenommen. Es gibt laut dem Landwirt immer wieder Tage, an denen wesentlich mehr als 50 Euro fehlen. „Es kam alles außer Milch weg.“ Denn diese gibt es in dem Hofladen aus einem Automaten, bei dem der Kunde erst Zahlen muss, bevor er seine Milch bekommt. Doch Fleisch, Eier, Kartoffeln und vieles mehr waren für die Langfinger im wahrsten Sinne ein gefundenes Fressen.
Ende des Hofladens aus verschiedenen Gründen
Steigende Verluste durch Diebstähle sind jedoch nicht der einzige Grund, aus dem der Hofladen schließt. Ein wichtiger Aspekt ist laut Udo Haßbargen der Arbeitsaufwand, den der Laden mache. Er müsse schließlich besonders sauber gehalten werden. „Wir wollen künftig die vorhandene Arbeitskraft voll und ganz in die Bewirtschaftung der Felder und die Versorgung unserer Tiere stecken“, schreibt das Team in einer Mitteilung. Das bestätigte Udo Haßbargen im Gespräch mit unserer Redaktion. Am Montag, 31. März, öffne der Hofladen deshalb zum letzten Mal. Das Sortiment werde bis dahin vermutlich immer kleiner werden.
„Dieser einschneidende Schritt ist uns nicht leicht gefallen, denn wir haben euch mit Herzblut versorgt“, so die Landwirte. Mit der Gesellschaft, die sie durch den Laden auf ihrem Hof hatten, wollen die Haßbargens aber nicht abschließen. Die Leute seien weiterhin eingeladen, auf den Hof zu kommen und die Tiere zu streicheln oder die Maschinen bei der Arbeit zu beobachten. Der Hof könne auch ohne Laden als ein Treffpunkt im Dorf dienen.