Berlin  21 Rekorde zur 21. Bundestagswahl: Größter Wahlkreis, bestes Ergebnis, jüngste Abgeordnete

Henning Baethge
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Von Henning Baethge
| 18.02.2025 12:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am 23. Februar wird zum 21. Mal der Deutsche Bundestag gewählt. Foto: dpa/Michael Kappeler
Am 23. Februar wird zum 21. Mal der Deutsche Bundestag gewählt. Foto: dpa/Michael Kappeler
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Der Deutsche Bundestag wird am kommenden Sonntag zum 21. Mal gewählt. Passend dazu: 21 Rekordzahlen – vom größten und kleinsten Wahlkreis über die historisch besten Einzelergebnisse der Parteien bis zu den aktuell jüngsten und ältesten Abgeordneten und Kandidaten.

395.000 Menschen leben in Deutschlands größtem Bundestagswahlkreis München-Ost. Gleich nebenan liegt der zweitgrößte Wahlkreis München-West/Mitte mit 384.500 Einwohnern.

193.500 Menschen wohnen im kleinsten deutschen Wahlkreis Coburg – das sind nicht mal halb so viele wie im größten in München. Zweitkleinster Wahlkreis ist Nordsachsen mit 200.800 Einwohnern.

6330 Quadratkilometer misst der flächenmäßig größte Wahlkreis Altmark-Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Er ist 235-mal so groß wie der kleinste Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin mit knapp 27 Quadratkilometern.

736 Abgeordnete hatte der Bundestag nach der letzten Wahl – mehr als je zuvor. Inzwischen sind es noch 733. Und künftig wird das Parlament dank neuem Wahlrecht stets verlässlich 630 Mitglieder haben.

91 Prozent war die bisher höchste Wahlbeteiligung aller Zeiten, ­im Jahr 1972. Die niedrigste Beteiligung bei Bundestagswahlen lag dagegen bei nur 71 Prozent – das war 2009.

88 Jahre alt ist diesmal die älteste aller Bewerberinnen und Bewerber. Sie heißt Irene Brandt, tritt in Hamburg auf Platz acht der Landesliste der MLPD an – und hat keinerlei Chancen auf ein Mandat.

83 und ab Donnerstag sogar 84 Jahre alt ist der AfD-Parlamentarier Alexander Gauland, früher auch Chef seiner Partei und Fraktion. Damit ist er ältester Bundestagsabgeordneter. Und er kandidiert erneut.

82 Prozent der Erststimmen holte 1949 der CDU-Politiker Bernhard Bauknecht im Wahlkreis Biberach – absoluter Rekord bei Bundestagswahlen. Der beste CSU-Politiker Friedrich Kempfler kam 1965 in Pfarrkirchen auf 75 Prozent.

70 Prozent der Erststimmen konnte der SPD-Kandidat Günter Schluckebier 1972 im Wahlkreis Duisburg 1 erkämpfen – das beste Resultat, das je ein Sozialdemokrat bei einer Bundestagswahl erzielt hat.

57 Prozent errang 1953 der FDP-Kandidat Robert Dannemann in Oldenburg – bis heute Parteirekord. Allerdings hatte die CDU für ihn verzichtet. Insgesamt holte die FDP 28 Bundestagsdirektmandate, das letzte 1990.

53 Prozent der Erststimmen hat der SPD-Abgeordnete Johann Saathoff 2021 im ostfriesischen Wahlkreis Aurich-Emden geholt – das beste Ergebnis bei der jüngsten Bundestagswahl. Und das einzige über 50 Prozent.

49 Prozent holte der Linke Gregor Gysi 1994 in Berlin im Wahlkreis Hellersdorf-Marzahn – bis heute Rekord für seine Partei, die damals noch PDS hieß. Inzwischen kandidiert Gysi im benachbarten Treptow-Köpenick.

47 Prozent der Erststimmen hat der Grüne Hans-Christian Ströbele 2009 in Berlin im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg geholt – das ist das bisher beste Resultat seiner Partei bei einer Bundestagswahl.

37 Prozent errang Frauke Petry im Jahr 2017 für die AfD im Wahlkreis Sächsische Schweiz – das bisher beste Ergebnis der Partei bei Bundestagswahlen. Petry trat allerdings kurz danach aus der AfD aus.

36 Jahre sitzt Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer im Parlament – so lange wie kein anderer aktueller Abgeordneter. Bei der anstehenden Neuwahl tritt der 71-jährige CSU-Politiker allerdings nicht wieder an.

29 Monate dauerte die kürzeste Wahlperiode des Bundestags – von November 1980 bis Ende März 1983. Dazwischen löste im Herbst 1982 Helmut Kohl den Kanzler Helmut Schmidt durch ein Misstrauensvotum ab. 

25 Jahre alt ist die saarländische SPD-Abgeordnete Emily Vontz und damit aktuell jüngstes Mitglied des Bundestags. Sie wird aber bei der Wahl am 23. Februar nicht wieder antreten.

19 Prozent der Erststimmen reichten 2021 dem CDU-Kandidaten Lars Rohwer, um in Dresden-Bautzen mit nur 25 Stimmen Vorsprung zu gewinnen – so wenig Prozente wie noch nie einem Bewerber in einem Wahlkreis.

18 Jahre alt ist die jüngste aller Kandidatinnen und Kandidaten. Sie heißt Elena Krein und tritt für die Linke im baden-württembergischen Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen als Direktkandidatin an.

9 Parteien inklusive CSU und ein oder zwei Abgeordneten der dänischen Minderheitenpartei SSW könnten laut Umfragen eventuell in den neuen Bundestag kommen, so viele wie seit 1953 nicht. Mehr waren es nur im ersten Bundestag – elf. 

1 Mal reichte es bei Bundestagswahlen zur absoluten Mehrheit: 1957 erhielt die Union 50,2 Prozent. 1976 fehlte nicht viel: CDU und CSU bekamen 48,6 Prozent – aber SPD und FDP zusammen 50,5. Sie regierten weiter.

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