Prozess vor dem Landgericht Auricher soll regen Drogenhandel in seiner Wohnung betrieben haben
Ein 41-Jähriger steht vor Gericht. In seiner Wohnung in der Auricher Innenstadt wurden verschiedene Drogen, Tausende Euro, Waffen und waffenähnliche Gegenstände gefunden.
Aurich - Ein 41-Jähriger soll von seiner Wohnung in der Auricher Innenstadt aus einen umfangreichen Handel mit Kokain, Amphetaminen und Marihuana betrieben haben. Dabei soll er verschiedene waffenähnliche Gegenstände griffbereit gehalten haben. Seit Donnerstag muss sich der Mann vor der Dritten Großen Strafkammer des Landgerichts wegen bewaffneten Drogenhandels verantworten. Der Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen der Staatsanwältin.
Bei der Durchsuchung seines Autos sowie seiner Wohnung im August vergangenen Jahres hatten Fahnder große Mengen Amphetamine und Marihuana gefunden. In der Wohnung stellten die Beamten darüber hinaus eine Feinwaage zum Portionieren der Drogen und weitere Utensilien für den Handel sowie 12.000 Euro Bargeld und 70 Euro in kleinen Scheinen sicher. Auch hatten sich ein Baseballschläger, ein Schlagring, ein Messer und ein Dachdeckerhammer griffbereit in der Wohnung befunden. Der 41-Jährige wurde damals festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Polizist vom regen Betrieb beeindruckt
Der Angeklagte war nach dem Hinweis eines Zeugen im Mai vergangenen Jahres ins Visier der Ermittler geraten. Der Zeuge habe sich zunächst telefonisch bei der Polizei gemeldet, später noch zweimal per E-Mail, beschrieb der Ermittlungsleiter den Anstoß der Nachforschungen. Darin habe er von einer privaten Feier in der Wohnung des Angeklagten berichtet, bei der ihm große Mengen Kokain aufgefallen seien. Als Motiv des Zeugen für seine Anzeige vermutete der Beamte, dieser habe die Szene wohl verlassen und „reinen Tisch“ machen wollen.
Aufgrund der Anzeige habe man den Angeklagten observiert, seine Kommunikation verfolgt und sein Auto mit einem Sender versehen. Beeindruckt zeigte sich der erfahrene Ermittler von dem regen Betrieb an der Adresse des Angeklagten. Zu unterschiedlichen Zeiten hätten bis zu 24 Personen täglich das Haus betreten und kurz darauf wieder verlassen. Einen derartigen „Ameisenverkehr“ habe er bis dahin noch nicht erlebt. Auch aus den Telefonprotokollen hatte sich ein intensiver Handelsverkehr herauslesen lassen.
Nach Drogeneinkaufsfahrt wurde der Mann gestoppt
Nach einer Einkaufsfahrt nach Hamburg hatte man den Mann schließlich am Ellernfeld in Aurich angehalten und hinter dem Fahrersitz eine Plastiktüte mit 3300 Gramm Amphetaminen gefunden. In der Wohnung des Angeklagten waren 2300 Gramm Marihuana und 456 Gramm Amphetamine entdeckt worden, bereits zu kleinen Verkaufseinheiten verpackt.
Dass in der Wohnung des Angeklagten zahlreiche Besucher ein- und ausgingen, bestätigte sein damaliger Mitbewohner, der als Zeuge vor Gericht auftrat. Zwar habe er bemerkt, dass viele Drogen genommen worden seien, jedoch keinen Handel wahrgenommen. Auch der Bruder des Angeklagten hatte bei seinen regelmäßigen Besuchen viele Gäste in der Wohnung gesehen. Er habe sie jedoch mit dem Tonstudio in Verbindung gebracht, das sich in der Wohnung befunden habe. Dort habe man sich oft getroffen, um gemeinsam Musik zu machen. Von einem Drogenkonsum oder Drogenhandel habe er nichts mitbekommen.
Die Verhandlung wird am Montag, 17. Februar, ab 13.30 Uhr fortgesetzt.