Hamburg Nach Staatseinstieg: Geschäftsführung der Meyer Werft ist verkleinert worden
Die Meyer Werft in Papenburg verkleinert ihre Geschäftsführung. Ein langjähriger Spitzen-Manager verlässt die oberste Führungsriege des Unternehmens, der Ex-Werftchef Bernard Meyer nach wie vor offiziell angehört.
Thomas Weigend ist aus der Geschäftsführung der Meyer Werft in Papenburg ausgeschieden. Das geht aus einer entsprechenden Eintragung im Handelsregister hervor. Wie die Werft auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, bleibt Weigend im Unternehmen, dem er seit 1999 angehört.
Weigend soll weiterhin den Vertrieb verantworten und als „Chief Sales Officer“ tätig sein, allerdings offenkundig nicht mehr als Mitglied der Geschäftsführung, der er seit 2017 angehört hat. Weitere Angaben machte die Werft nicht, die Personalangelegenheiten meist eher zurückhaltend kommuniziert. Klar ist: Die Geschäftsführung bilden damit künftig nur noch Werft-Chef Bernd Eikens sowie Sanierer Ralf Schmitz an.
Im Handelsregister selbst ist zudem noch Bernard Meyer als Geschäftsführer hinterlegt. Aus informierten Kreisen ist zu erfahren, dass er in dieser Funktion allerdings nicht mehr tätig ist. Die entsprechende Hinterlegung und damit die Aktualisierung im Handelsregister habe sich aber verzögert. Meyer steht dem Unternehmen dem Vernehmen nach aber nach wie vor in beratender Funktion unentgeltlich zur Seite.
Die Meyer Werft war im vergangenen Jahr in eine existenzbedrohende Krise geraten. Dem Unternehmen, das für seine Kreuzfahrtschiffe bekannt ist, drohte der Bankrott. Erst der Einstieg vom Bund und dem Land Niedersachsen wendete den unmittelbaren Untergang der Werft ab. Dem Staat gehören mittlerweile gut 80 Prozent am Unternehmen, bei der Familie Meyer verbleiben etwas weniger als 20 Prozent.
In dem Zuge war auch der Konzernsitz von Luxemburg zurück nach Papenburg geholt und ein Aufsichtsrat installiert worden, der die Geschäftsführung überwacht. Dem Gremium gehören Vertreter der Arbeitnehmerseite sowie Vertreter der Werft-Besitzer von Bund, Land und Familie Meyer an. Die erste Sitzung fand Ende Januar statt.