VGH-Fairness-Cup Faire Fehntjer wieder weit vorne im Ranking
Der SV Großefehn belegt im niedersächsischen Vergleich Platz 18 von 959 Teams. Andere Auricher Mannschaften gehen rustikaler zu Werke. Was ist das Geheimnis der fairen Fehntjer?
Ostfriesland - Sie spielen nicht nur erfolgreich, sondern gehen auch äußerst fair zu Werke. Der Aufstieg in die Landesliga ist dem SV Großefehn in den vergangenen Jahren nicht gelungen, doch die Bezirksliga-Spitzenmannschaft hat in den vergangenen Jahren regelmäßig bei der VGH-Fairness-Wertung abgeräumt.
In Ostfriesland kommt das Team von Trainer Bi Le Tran seit Jahren mit den wenigsten gelben und roten Karten aus. Dafür gab es schon einige Preise wie zum Beispiel Sportausrüstungen oder Gutscheine. Vor zwei Jahren waren die Kicker vom Fehn sogar die zweitfairste Mannschaft in ganz Niedersachsen. Auch in diesem Jahr sieht es gut aus. Zur Halbzeit des VGH-Cups liegt der SV Großefehn landesweit von insgesamt 959 Mannschaften auf Platz 18, in der Bezirksliga sind die Fehntjer mit nur 22 Gelben Karten das fairste Team. Das kann nur noch der TuS Leerhafe-Hovel unterbieten. Die Spieler aus der Ostfrieslandliga kassierten nur 20 Gelbe Karten.
SVG-Trainer Bi Le Tran findet das faire Auftreten seiner Mannschaft prinzipiell gut, er sagt aber auch deutlich: „Mir wäre der Aufstieg lieber, als den ersten Platz in der Fairness-Wertung zu holen.“ Der Trainer hat eine Erklärung für die wenigen Strafen. „Unser Spiel ist auf Ballbesitz ausgelegt, da brauchen wir auch nicht so oft Foul zu spielen“, so Le Tran.
TuS Middels weit hinten in der Rangliste
Auch ganz gut platziert ist Germania Wiesmoor. Der Abstiegskandidat in der Bezirksliga sammelte zwar nur 18 Gelbe Karten, dafür aber dreimal gelb-rot und eine glatte Rote Karte. Den nächsten Bezirksligisten aus dem Auricher Raum muss man dann in der langen Liste des Niedersächsischen Fußballverbandes lange suchen. Auf Platz 565 hat es der SV Wallinghausen in der Halbzeit-Wertung geschafft. Zwei Platzverweise und 42 Gelbe Karten sind die Bilanz der Mannschaft von Trainer Jerzy Klukowski. Die jungen Wilden der SpVg Aurich stehen auf Platz 643. 33 mal Gelb, einmal gelb-rot und viermal glatt Rot. Den unrühmlichen letzten Platz in der Bezirksliga nimmt der TuS Middels ein. Drei Platzverweise und 58 Gelbe Karten – das macht Platz 895.
Die größten „Treter“ in Niedersachsen kommen vom TuS Celle. Sie sammelten insgesamt beschämende 13 Platzverweise und fehlten außerdem zweimal bei Verhandlungen des Sportgerichts. In der NFV-Wertung sind Mannschaften aus Celle besonders unfair. Seit 1995 ermittelt der NFV die fairsten Mannschaften, siebenmal stand eine Mannschaft aus der niedersächsischen Stadt auf dem letzten Platz des Rankings.
Die Auricher Mannschaften aus der Ostfrieslandliga belegten folgende Plätze: Ostfrisia Moordorf (617.), TuS Weene (764.) und der TSV Riepe (826.). Im Kreisvergleich hat sich der Fußballkreis Ostfriesland insgesamt nicht mit Ruhm bekleckert. Platz 24 von 32 Fußballkreisen lautet die Halbzeitbilanz.
Die Fehntjer haben die Bilanz des Fußballkreises Ostfriesland verschönert. Aber was ist das Rezept der SVG-Fußballer? „Im Grunde genommen haben wir kein Geheimnis. Ich sage den Spielern jedenfalls nicht, dass sie keine Fouls begehen sollen“, sagt Le Tran mit einem Lachen.