Verhandlung in Aurich Ein Pizzabäcker soll 288.000 Euro Steuern hinterzogen haben
Ein Mann aus dem Landkreis Aurich steht vor dem Amtsgericht. Allerdings musste die Verhandlung zunächst verschoben werden.
Wiesmoor - Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung muss sich ein Gastronom aus dem Landkreis Aurich seit Montag vor dem Amtsgericht Aurich verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 55-Jährigen vor, zwischen den Jahren 2018 und 2021 insgesamt 18 Mal Steuern verkürzt oder erst gar keine Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht zu haben. Dadurch seien dem Fiskus 288.000 Euro an Umsatz-, Einkommens- und Gewerbesteuern sowie dem Solidaritätszuschlag entgangen, heißt es in der Anklageschrift. Der Staatsanwalt beantragte die Einziehung dieses Betrages.
Die Pizzeria des Angeklagten war ins Visier der Steuerfahnder gelangt, als bei einer Betriebsprüfung handschriftliche Zettel mit Abrechnungen auffielen, deren Beträge erheblich von denen in der Kasse registrierten abgewichen waren. Aufgrund der registrierten Beträge war die Festsetzung der fälligen Steuern durch das Finanzamt entsprechend geringer ausgefallen. Außerdem soll der Angeklagte beim Ein- und Verkauf nur knapp 50 Prozent der Waren regulär versteuert und den Rest bar bezahlt haben. Darüber hinaus soll er Umsätze über eine Lieferapp nicht ordnungsgemäß versteuert haben.
Verteidigerin bezweifelt die Höhe der Steuerschuld
Die Sitzung wurde letztlich verschoben. Denn während der Verhandlung am Montag vor dem Schöffengericht stellte sich heraus, dass der Angeklagte der deutschen Sprache nicht mächtig ist. Er konnte dem Verlauf der Verhandlung nicht folgen. Bis zum nächsten Termin soll ein Dolmetscher bestellt werden. Die Verteidigerin kündigte eine Einlassung ihres Mandanten an. Sie äußerte Zweifel an der Höhe der Steuerschuld und deren Einziehung sowie an der Zuordnung der Zettel zu Beträgen in der Registrierkasse. Auch sei die Anzahl der Umsätze über die Lieferapp fragwürdig.
Die Verhandlung wird am Donnerstag, 20. Februar, ab 11 Uhr fortgesetzt.