Breitbandausbau  Warum sich die Gemeinde Südbrookmerland bei Glasfaser raushält

| | 05.02.2025 18:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Den Breitbandausbau überlässt die Gemeinde weiterhin dem Landkreis und privaten Unternehmen. Foto: Aiko Recke
Den Breitbandausbau überlässt die Gemeinde weiterhin dem Landkreis und privaten Unternehmen. Foto: Aiko Recke
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Trotz des Glasfaserausbaus wird es in Südbrookmerland weiterhin unterversorgte Gebiete geben. Trotz Forderungen wird sich die Gemeinde dort aber nicht selbst um den Ausbau kümmern. Das ist der Grund.

Südbrookmerland - Obwohl in Südbrookmerland bereits einige Haushalte angeschlossen sind und noch zahlreiche folgen werden, wird es in der Gemeinde nicht überall Glasfaseranschlüsse geben. Um das zu verhindern, waren Forderungen an die Gemeindeverwaltung herangetragen werden, selbst aktiv zu werden. Dies wurde nun durch die Verwaltungsspitze abgelehnt.

Mit dem Landkreis Aurich in Zusammenarbeit mit Vodafone sowie mit Glasfaser Nordwest gibt es in Südbrookmerland aktuell zwei Akteure in Sachen Glasfaserausbau. Während Glasfaser Nordwest nach weniger als einem Jahr seit Baubeginn bereits die ersten Anschlüsse freigeschaltet hat, hängen Kunden des Landkreis/Vodafone-Projekts weiter in der Luft.

Gemeinde bekämekeine Fördermittel

Trotz aller Fortschritte wird es laut Gemeindeverwaltung jedoch weiterhin unterversorgte Gebiete geben. Besonders betroffen seien Einzellagen, die aufgrund hoher Investitionskosten nur schwer erschlossen werden könnten.

Aktuell stehe der nächste Förderaufruf für Gebiete mit einer Internetleistung unter 100 Mbit/s an, welche als „graue Flecken“ bezeichnet werden. Dabei werde ein Wirtschaftlichkeitslückenmodell sowohl für private Betreiber als auch im Betreibermodell angeboten. Die Förderquote des Bundes liege bei 50 %, während das Land Niedersachsen weitere 25 % hinzufügt. Diese Regelung gelte allerdings nur für Landkreise und kreisfreie Städte. Dies führe dazu, dass in Niedersachsen überwiegend diese kommunalen Träger Maßnahmen zur Förderung durchführen.

Das würde eine eigene Initiative kosten

Für die Gemeinde selbst gestaltet sich die Umsetzung solcher Maßnahmen aufgrund der erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcen als schwierig. „Bevor ein Förderantrag gestellt werden kann, sind ein Branchendialog sowie ein Markterkundungsverfahren notwendig“, so die Verwaltung weiter. Schwierigkeiten bezüglich personeller Kapazitäten stünden dem entgegen. Gespräche mit dem Breitbandkompetenzzentrum zeigten, dass die Kosten für ein Gebiet mit etwa 140 Haushalten auf ca. 3 Millionen Euro geschätzt werden, wovon der Gemeinde letztlich 1,5 Millionen Euro verbleiben würden.

„Trotz der Herausforderungen gehen wir davon aus, dass die privaten Betreiber nach Abschluss der laufenden Ausbauprojekte auch weitere unterversorgte Gebiete angehen werden“, so die Verwaltung.

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