Solaroffensive in Aurich Dritte Großanlage soll entstehen
Bis zum Jahr 2035 sollen auf 98 Hektar in der Stadt Aurich Solaranlagen stehen. Ein neues Projekt bringt die Stadt näher ans Ziel.
Aurich - Es geht voran mit dem Ausbau der Sonnenenergie in der Stadt Aurich. Denn ein weiterer großer Solarpark soll im Stadtgebiet entstehen. Laut einer Beschlussvorlage der Stadtverwaltung plant ein Investor, im Bürgerwindpark Königsmoor eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Größe von 15,4 Hektar zu bauen.
Es ist damit die dritte große Anlage, die im Auricher Stadtgebiet neu errichtet werden soll. Denn Jann-Heiko Samuels möchte in Extum auf einer Fläche von mindestens 17 Hektar Solarpanele errichten. Eine weitere Anlage ist an der Moordorfer Straße geplant. In Tannenhausen sollen auf einer Fläche von insgesamt 7,9 Hektar an der Moordorfer Straße Solaranlagen installiert werden.
Geplanter Park liegt in geeignetem Gebiet
Der Hintergrund für den Solar-Boom in der Stadt Aurich ist eine Vorgabe des Landes. In Niedersachsen sollen 0,5 Prozent der Landesfläche bis zum Jahr 2035 für Freiflächen-Photovoltaikanlagen reserviert werden. Das bedeutet für die Stadt Aurich, dass 98 Hektar dafür vorgesehen sein müssen. Dafür wurde im September 2023 vom Rat eine Potenzialstudie zur Photovoltaik beschlossen. Darin werden alle Gebiete ausgewiesen, die für Solarparks geeignet sind. Die Fläche im Bürgerwindpark Königsmoor gehört voll dazu, heißt es in der Beschlussvorlage. Von einer grundsätzlichen Eignung der Flächen für Photovoltaikanlagen sei also auszugehen. Kosten entstehen der Stadt durch die Planungen nicht. Diese würden komplett vom Investor übernommen. Profitieren könne aber jeder. Denn durch den geplanten Solarpark in Königsmoor könnten jährlich rund 4557 Tonnen CO2 eingespart werden.
Für die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen müssen laut der Vorlage der Stadtverwaltung bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So müsse das Vorhaben insbesondere mit der Raumordnung im Einklang stehen. Das bedeutet, dass es keine anderen Nutzungen gibt, für die die Flächen schon vorgesehen sind. Einzige Ausnahme in Aurich: Wenn das Raumordnungsprogramm Flächen nur als „Vorbehaltsgebiet landschaftsbezogene Erholung“ vorsieht, andere Einschränkungen aber nicht vorliegen, sind Solarparks möglich. Denn nur mit Flächen, die überhaupt keinen Einschränkungen unterliegen, könnte die Stadt Aurich das Ziel von 98 Hektar Solaranlagen nicht erreichen.
Dennoch darf das Landschaftsbild nicht wesentlich beeinträchtigt werden durch den Solarpark. Ganz wichtig ist eine weitere Anforderung: Es muss die Möglichkeit vorhanden sein, den erzeugten Strom auch ins öffentliche Netz einzuspeisen. Das ist in Königsmoor gegeben, weil dort bereits ein großer Windpark existiert.
Bislang gibt es im Auricher Stadtgebiet nur vergleichsweise kleine Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Eine steht in Extum auf einer Fläche von rund zwei Hektar. Eine weitere gibt es in Sandhorst. Letztere könnte als Vorbild dienen für den Solarpark, der in Extum geplant ist.