Bürgerbegehren im Brookmerland  Bürgerentscheid soll alten Sportplatz in Upgant-Schott retten

| | 29.01.2025 19:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das alte Sportzentrum in Upgant-Schott ist marode. Gestritten wird darüber, ob es sich lohnt, es zu sanieren, oder eine neue Sportstätte zu bauen. Foto: Thomas Dirks
Das alte Sportzentrum in Upgant-Schott ist marode. Gestritten wird darüber, ob es sich lohnt, es zu sanieren, oder eine neue Sportstätte zu bauen. Foto: Thomas Dirks
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Die Initiatoren streben eine Abstimmung für die Anlagen in Upgant-Schott an. Dabei gibt es Hürden.

Upgant-Schott - Mit einem Bürgerbegehren und einem folgenden Bürgerentscheid wollen Kritiker der geplanten zentralen Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe das bestehende Sportzentrum in Upgant-Schott retten. Entsprechende ON-Informationen bestätigte der frühere Brookmerlander Grünen-Ratsherr Jens Albowitz am Mittwoch auf Anfrage.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens

Albowitz ist einer von drei Initiatoren des Bürgerbegehrens. Seine Mitstreiter sind der frühere Leezdorfer CDU-Ratsherr Claus-Dieter Freimuth und Hanna Barkhoff aus Upgant-Schott. Sie ist Anliegerin des Sportplatzes in Upgant-Schott und wurde 2020 bekannt, als sie und ihre Nachbarn des Schiffsleidingswegs sich mit einer Unterschriftensammlung für eine Sanierung der alten Sportanlagen stark machten und sich mit Nachdruck gegen deren Umwandlung in Bauland aussprachen.

Wie Albowitz sagte, sei das Bürgerbegehren inzwischen bei der Verwaltung angezeigt worden. Näheres wollen er und seine Mitstreiter in Kürze bekannt geben. Nach ON-Informationen wird sich die Fragestellung nicht auf den geplanten mehr als sieben Millionen Euro teuren Neubau in Marienhafe, sondern auf den Erhalt der alten Sportstätte beziehen.

Beides steht bekanntlich in einem inhaltlichen Zusammenhang. Wie mehrfach berichtet, soll das alte Sportzentrum nach Fertigstellung der neuen Sportanlagen zurückgebaut und die Fläche als Bauland verkauft werden. Der Erlös aus dem Verkauf, dessen Höhe auf bis zu 1,5 Millionen Euro beziffert wird, soll in die Finanzierung des Neubaus fließen.

Nabu prüft rechtliche Schritte

Wie mehrfach berichtet, soll nördlich des Baggersees in Marienhafe eine sieben Hektar große Sportstätte entstehen, die Naturrasenfußballfelder, einen Kunstrasenplatz und Leichtathletikanlagen umfasst. Das Vorhaben ist umstritten. Bei Naturschützern stoßen die Pläne auf großen Widerstand. Wie bereits am Dienstag berichtet, prüft der Naturschutzbund (Nabu) rechtliche Schritte und schließt eine Klage nicht mehr aus, was der Leiter der Nabu-Regionalgeschäftsstelle Ostfriesland, Jan Fuchs, am Mittwoch in einer Mitteilung erneut bekräftigte. Laut Nabu werden sieben Hektar wertvoller Boden versiegelt und in den Wasserhaushalt des Gebiets eingegriffen. Zahlreiche Bodenorganismen und Pflanzen verlören damit ihren Lebensraum, was wiederum Auswirkungen auf andere Tiergruppen habe. Auch würde der Neubau nach Ansicht der Naturschützer das Naherholungsgebiet „Tjücher Moortun“ durch Licht- und Lärmemissionen negativ beeinflussen. Davon betroffen seien Fledermäuse, Insekten und Vögel und auch erholungssuchende Menschen, heißt es.

In einem Schreiben an den Landkreis Aurich kritisiert der Nabu außerdem, dass die Gemeinde Alternativen nicht oder nur unzulänglich prüfe.

Zweiter Bürgerentscheid in der Geschichte

Eine solche Alternative sei die Sanierung des bestehenden Sportzentrums, betonen diejenigen, die dieses nun mit einem Bürgerentscheid erhalten wollen.

Dieser wäre der zweite zu einem Brookmerland-Thema in der mehr als 50-jährigen Geschichte der Samtgemeinde. Den ersten Bürgerentscheid gab es 2021. Es richtete sich gegen den geplanten Verkauf der ehemaligen Awo-Wohnanlage in Marienhafe, die mittlerweile die Bezeichnung „Störtebeker-Wohnanlage“ trägt. Deren Bewohner und die SPD wollten erreichen, dass die Immobilie in kommunaler Hand bleibt.

Von insgesamt 11.137 Abstimmungsberechtigten nahmen damals 2578 teil. Das entsprach einer Beteiligung von 23,15 Prozent. 597 Brookmerlander, die teilnahmen, stimmten für einen Verkauf. Das entsprach 23,69 Prozent. 1952 Bürger votierten gegen einen Verkauf (76,31 Prozent). Das reichte am Ende nicht. 2205 Ja-Stimmen wären erforderlich gewesen, um den Bürgerentscheid aus Sicht seiner Initiatoren erfolgreich sein zu lassen. Die Wohnanlage blieb im Eigentum der Samtgemeinde.

Als ersten Schritt müssen die Initiatoren nun Unterschriften sammeln und damit den Bürgerentscheid beantragen. Dieser Antrag wird Bürgerbegehren genannt. Der dann folgende Bürgerentscheid ähnelt einer Wahl. Die Berechtigten haben am Abstimmungstag von 8 bis 18 Uhr die Möglichkeit, in Abstimmungsräumen abzustimmen, was auch per Brief möglich ist.

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