Streit um geplante Sportstätte  Nabu bereitet Klage gegen Marienhafer Sportplatz vor

| | 28.01.2025 19:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Naturschützer sehen die Tierwelt am Tjücher Moortun in Marienhafe durch die geplante Sportstätte beeinträchtigt. Foto: Sarah Dirks
Naturschützer sehen die Tierwelt am Tjücher Moortun in Marienhafe durch die geplante Sportstätte beeinträchtigt. Foto: Sarah Dirks
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Naturschützer bekräftigen ihr Nein zu dem umstrittenen Bauprojekt in Marienhafe. So ist der Stand.

Marienhafe - Eine Klage des Naturschutzverbands (Nabu) gegen die geplante zentrale Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe wird immer wahrscheinlicher. In einem Schreiben an den Landkreis haben die Naturschützer ihr Nein zu dem mehr als sieben Millionen Euro teuren Bauvorhaben bekräftigt und erneut auf ihre Bedenken hingewiesen. Parallel bereiten sie rechtliche Schritte vor.

Das teilte der zweite Vorsitzende des Nabu-Regionalverbandes Ostfriesland, Hermann Ihnen, auf Anfrage mit. Der Auricher ist zuständig für Stellungnahmen in Planverfahren. Wie er sagte, habe der Nabu in neuerlichen Stellungnahmen zur Bauleitplanung für den Sportplatz das Projekt erneut „deutlich kritisiert“. Aus Sicht von Ihnen sprechen „viele naturschutz-, artenschutz- und verfahrensrechtliche Argumente“ gegen die Planungen. Wie mehrfach berichtet, soll nördlich des Baggersees bis Mitte 2026 eine sieben Hektar große Sportstätte entstehen, die Naturrasenfußballfelder, einen Kunstrasenplatz und Leichtathletikanlagen umfasst.

Boden wird versiegelt

Damit, so der Nabu, würden sieben Hektar wertvoller Boden versiegelt und in den Wasserhaushalt des Gebiets eingegriffen. Zahlreiche Bodenorganismen und Pflanzen verlören damit ihren Lebensraum, was wiederum Auswirkungen auf andere Tiergruppen habe. Auch würde der Neubau nach Ansicht der Naturschützer das Naherholungsgebiet „Tjücher Moortun“ durch Licht- und Lärmemissionen negativ beeinflussen. Davon betroffen seien Fledermäuse, Insekten und Vögel und auch erholungssuchende Menschen, heißt es. Schon mehrfach hatte sich der Nabu in der Diskussion um die umstrittene Sportstätte zu Wort gemeldet. Bereits im Mai 2022 hatte der Nabu im Altkreis Norden im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung zur 50. Flächennutzungsplanänderung der Samtgemeinde und zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nummer 0228 in seiner Stellungnahme die Maßnahme aufgrund der „erheblichen Beeinträchtigung des Naturhaushalts“ abgelehnt und diese Kritik in einer ergänzenden Stellungnahme zu dem Projekt im Juli dieses Jahres erneuert (wir berichteten).

Auf diesem Grünland am Tjücher Moortun in Marienhafe soll die neue Sportstätte entstehen. Foto: Thomas Dirks
Auf diesem Grünland am Tjücher Moortun in Marienhafe soll die neue Sportstätte entstehen. Foto: Thomas Dirks

Im Mai und September vergangenen Jahres hatten der Nabu-Regionalverband Ostfriesland und der Nabu-Landesverband Niedersachsen mit gemeinsamen Stellungnahmen begründet, warum sie die Planungen für nicht genehmigungsfähig halten. Im Oktober behielten sich die Verantwortlichen rechtliche Schritte vor und schlossen eine Klage nicht aus.

Juristen beauftragt

Für eben diese laufen offenbar jetzt erste konkrete Vorbereitungen. Neben einer Bremer Anwaltskanzlei würden nun zusätzlich Juristen aus Hamburg in den Fall eingebunden, sagte Ihnen. Als Kläger würde der Landesverband auftreten. Derzeit würden die Kosten eines Normenkontrollverfahrens geprüft und ein „Klagekonto“ eingerichtet, auf das Spenden eingezahlt werden könnten. Aus dieser „Kriegskasse“ würde ein späteres Gerichtsverfahren finanziert. „Danach sieht es aus“, sagte Ihnen.

Grund: „Unsere Bedenken konnten nicht beseitigt werden“, so der Nabu-Vertreter. Zudem seien Abwägungsunterlagen kurz vor dem Jahreswechsel noch einmal aktualisiert worden, sodass Ratsmitgliedern nur eine verkürzte Zeit zur Prüfung der umfangreichen Unterlagen gegeben wurde, kritisiert Ihnen. Auch seien nach Nabu-Informationen die im Vorfeld der Ratssitzung angekündigten aktualisierten Fledermausgutachten sowie Schall- und Lichtschutzgutachten vor der Abstimmung nicht vorgelegt worden.

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