Berlin So viel Geld verdienen Apotheken-Mitarbeiter
Apotheker verdienen seit vergangenem Jahr etwas mehr. Besonders die Anzahl der Urlaubstage ist erstaunlich. Ein Überblick über Gehälter, Ausbildungsvergütungen und Sonderzahlungen.
Die Zahl der Apotheken sinkt seit Jahren und ist kürzlich auf den niedrigsten Stand seit fast 50 Jahren gefallen. Ein Grund: Für junge Apotheker lohne sich ein eigener Betrieb kaum noch. Doch wie sieht es mit der Bezahlung von Apothekenangestellten aus? Die Tarifgewerkschaft Adexa hat sich gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheker (ADA) im Juli vergangenen Jahres auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.
Demzufolge erhalten Apothekenangestellte einen Urlaubstag mehr und haben statt einer 40-Stunden-Woche eine 39-Stunden-Woche. Im nächsten Jahr sollen sie zudem mehr Gehalt bekommen. Doch wie viel verdienen Apothekenangestellte aktuell?
Apotheker können mit einem Einstiegsgehalt von 4.045 Euro brutto im Monat rechnen. Bereits nach zwei bis fünf Berufsjahren steigt das Gehalt auf 4.113 Euro. Mit zunehmender Erfahrung und ab dem 15. Berufsjahr wird ein Bruttogehalt von 4.779 Euro gezahlt. Ab Januar 2026 soll es eine Tarifsteigerung von drei Prozent geben, mit der Ausnahme von Nordrhein und Sachsen.
Zusätzlich kommen Zuschläge für Notdienste, die je nach Uhrzeit und Wochentag variieren: Nachtdienste bringen zwischen 84 und 132 Euro, Sonn- und Feiertagsdienste sogar bis zu 297 Euro zusätzlich pro Einsatz.
Übrigens: Das Gehalt von Angestellten, die bei einer Online-Apotheke wie DocMorris arbeiten, orientiere sich am Gehaltstarifvertrag, so Sonja Thüllen, leitende Onlineapothekerin bei DocMorris. „Für Apotheker liegt die tariflich geregelte Gehaltsspanne, abhängig von Berufserfahrung und Tätigkeit, zwischen 61.996,59 Euro und 87.642,97 Euro brutto jährlich.“ Darin seien bereits Sonderzahlungen wie ein Urlaubsgeld in Höhe von acht Prozent des Bruttojahresgehalts enthalten.
Apothekerassistenten starten bei öffentlichen Apotheken mit einem Bruttogehalt von 3.376 Euro, das ab dem 15. Berufsjahr auf 3.501 Euro ansteigt.
Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) verdienen zunächst 2.569 Euro, können sich aber nach über 15 Jahren auf 3.172 Euro steigern.
Für Pharmazie-Ingenieure liegen die Gehälter zwischen 3.218 Euro und 3.501 Euro, abhängig von der Berufserfahrung.
Pharmazeuten im Praktikum erhalten während ihrer Ausbildungszeit in öffentlichen Apotheken monatlich 1.100 Euro. Für PTA-Praktikanten, die eine sechsmonatige Ausbildungszeit absolvieren, sind es 850 Euro. Pharmazeutisch-kaufmännische Auszubildende (PKA) verdienen je nach Ausbildungsjahr zwischen 850 und 950 Euro monatlich.
Ganze 35 Urlaubstage bekommen die Angestellten seit vergangenem Jahr und damit einen Tag mehr als zuvor. Nach einer 4-jährigen Betriebszugehörigkeit wird laut Bundesrahmentarifvertrag ein Zusatzurlaub von einem Werktag gewährt.
Die Tarifvereinbarung beinhaltet neben den Grundgehältern, den Zuschlägen für Überstunden und Notdienste auch Sonderzahlungen. Jeder Mitarbeiter, der länger als sechs Monate angestellt ist, erhält eine jährliche Sonderzahlung in Höhe von 100 Prozent seines tariflichen Monatsgehalts.
Darüber hinaus erhalten Apothekenmitarbeiter auch einen Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge. Der Beitrag, den Mitarbeiter monatlich vom Apothekeninhaber dafür erhalten, staffelt sich nach der wöchentlichen Arbeitszeit und liegt zwischen 10 Euro und 27,50 Euro.
Zusätzlich zum Arbeitgeberbeitrag ist auch eine Entgeltumwandlung möglich, für den es einen Arbeitgeberzuschuss in Höhe der eingesparten Sozialversicherungsbeiträge auf den umgewandelten Betrag gibt.