Osnabrück So sieht‘s aus: Wenn KI Wahlprogramme der Parteien in Stadtbilder verwandelt
Wie sähe unsere Zukunft aus, wenn 100 Prozent der Parteiprogramme zur Bundestagswahl umgesetzt würden? Mit dieser Frage hat ein Berliner Entwickler die KI gefüttert. Kann das Ergebnis eine Wahlempfehlung sein?
Hand auf’s Herz, haben Sie die Programme der Parteien zur Bundestagswahl schon gelesen? Zugegeben, wegen der vielen Buchstaben ist es recht mühsam. Und Zeit ist Geld, wie der Volksmund weiß. Beides ist immer knapp. Wie also Abhilfe schaffen?
Das Zauberwort des 21. Jahrhunderts lautet: KI – Künstliche Intelligenz, was sonst. Längst übernimmt sie stupide Aufgaben, mit denen ein Mensch Zeit nicht mal totschlagen möchte. Und sie unterstützt inzwischen sogar bei der Geldanlage. Warum also nicht auch zur politischen Meinungsbildung auf sie setzen?
Gleichsam aus einer Laune heraus hat sich das offenbar auch der selbstständige KI-Berater und Entwickler Max Mundhenke aus Berlin gedacht – und sich an die Visualisierung der Parteiprogramme gemacht, unter der freundlichen Mithilfe von ChatGPT des US-Unternehmens OpenAI, versteht sich.
Gefüttert mit den Versprechungen und Forderungen der Parteien, hat das digitale Helferlein dann Städte der Zukunft entworfen. Und nun wissen wir, wie sich unser Lebensumfeld veränderte, würden die politischen Visionen von CDU/CSU, SPD, Grünen, AfD, FDP sowie der Linken und dem BSW allesamt verwirklicht.
Schön grün, wer hätte das gedacht, sieht es aus, wenn es nach der Partei mit der Sonnenblume im Logo geht, Wasserstraßen, begrünte Gebäude, viel Nahverkehr, wenig Autos. Im KI-generierten Stadtbild der FDP dominieren indes Gebäude aus Glas, wir sehen moderne Start-up-Hubs in einer digital vernetzten Umgebung. Eher grau und wenig futuristisch das Stadtbild, wie es die KI aus dem Programm der AfD extrahiert: wenig Grün, dafür breite Autostraßen, qualmende Kohlekraftwerke und Deutschlandfahnen.
Die Bilder seien nicht als Wahlempfehlung zu verstehen, sondern als kreative Visualisierung, die nicht nur zum Nachdenken und zur Diskussion über verschiedene politische Zukunftsvorstellungen anregen soll, sondern auch zur Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz, so der Initiator auf bundestagswahl.ai.
Recht hat er. Lassen wir uns nicht entmündigen von der KI. Ein bisschen nachdenken sollten wir schon noch selber. Und zumindest die Zusammenfassungen der Parteiprogramme lesen – die KI ist uns dabei sicher gern behilflich.