Berlin Steigende Beiträge bei Krankenkassen: So viel zahlen Privatversicherte jetzt mehr
Durch eine Welle von Beitragserhöhungen verteuern sich in diesem Jahr die Kosten für Versicherte bei den privaten Krankenkassen. Einige Tarife sind bis zu 30 Prozent teurer. Wie es dazu kommt und wie hoch die Steigerungen ausfallen, zeigt ein Überblick.
Außer bei den gesetzlichen Krankenkassen schießen in diesem Jahr auch für Privatversicherte die Beiträge in die Höhe. Nach Angaben des Verbands der Privaten Krankenversicherung steigen die Kosten für rund zwei Drittel der Privatversicherten – im Schnitt liegt die Anpassung demnach bei etwa 18 Prozent. In einigen Fällen überschreiten die Erhöhungen die Marke deutlich.
Als Grund für die Beitragserhöhungen bei der privaten Krankenversicherung gibt der Verband starke Anstiege bei den medizinischen Leistungsausgaben an. Größter Kostentreiber sei der Krankenhausbereich, weil Klinikaufenthalte einen hohen Anteil an pflegerischer Versorgung beinhalten. Allein 2023 habe es einen Anstieg der Ausgaben um 13,5 Prozent gegeben, der Trend habe sich im vergangenen Jahr fortgesetzt. Starke Anstiege habe es demnach auch bei Arzneimittelausgaben und ambulanten Behandlungen gegeben.
Anders als bei gesetzlichen Krankenkassen, bei denen die Kostensteigerungen eher gleichmäßig passieren, kommt es bei privaten Krankenkassen meist zu einem sprunghaften Anstieg. Der Grund: Eine Beitragsanpassung darf immer nur dann erfolgen, wenn die Versicherungsleistungen in einem Tarif nachweislich um einen bestimmten Prozentsatz höher liegen als ursprünglich kalkuliert. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Abweichung von zehn Prozent, gibt der Verband privater Krankenversicherungen an.
Versicherungsexperte Dieter Homburg vom Fachzentrum Finanzen im ostwestfälischen Lippstadt vergleicht seit 25 Jahren die Kostensteigerungen bei den privaten Krankenkassen. Der Bestseller-Autor („Altersvorsorge für Dummies“) hat die aktuellen Preissteigerungen für Privatversicherte in einer Tabelle zusammengestellt. Die Zahlen liegen unserer Redaktion vor.
Beitragserhöhungen bei privaten Krankenversicherungen im Jahr 2025:
Quelle: Dieter Homburg/Gewa Comp, Angaben in Prozent
Die Daten in der Tabelle stammen von den Versicherungen. Angegeben sind jeweils Preisspannen. Die individuellen Erhöhungen hängen vom Einzelfall ab.
Zahlreiche Privatversicherte mussten höhere Preissteigerungen als der errechnete Durchschnitt von 18 Prozent verkraften, wie Experte Homburg bei der Auswertung der Daten feststellte. Vor allem Kunden, die schon länger versichert seien, waren seiner Beobachtung nach betroffen.
Sichtbar sind Beiträge von offenen Tarifen, in denen noch Vertragsabschlüsse möglich sind. Laut Homburg stecke allerdings ein Großteil der alten Verträge in geschlossenen Tarifen. Eine Neuaufnahme sei nicht mehr möglich. Wie stark die Steigerungen dort ausfielen, sei öffentlich nicht bekannt. Homburg schätzte, einige Kunden müssten in der Spitze mit Beitragssteigerungen von 40 bis 60 Prozent rechnen.