Sylt  „Nord Nord Mord“ heute: Was taugt „Sievers und der verlorene Hund“?

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 17.01.2025 20:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im letzten „Nord Nord Mord“-Krimi zeigte Oliver Wnuk noch Zähne. Im Fall „Sievers und der verlorene Hund“ wurde der Schauspieler dann allerdings selbst gebissen - von einem Dackel. Foto: ZDF/Georges Pauly
Im letzten „Nord Nord Mord“-Krimi zeigte Oliver Wnuk noch Zähne. Im Fall „Sievers und der verlorene Hund“ wurde der Schauspieler dann allerdings selbst gebissen - von einem Dackel. Foto: ZDF/Georges Pauly
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Zweiter und letzter „Nord Nord Mord“-Krimi für diese Saison: Im TV-Krimi „Sievers und der verlorene Hund“ bekommt Peter Heinrich Brix es mit einem toten Schriftsteller zu tun. Was taugt der Fall?

„Es ist sehr schwer, ein Buch für ‚Nord Nord Mord‘ zu schreiben“, hat Peter Heinrich Brix unserer Redaktion kürzlich im Interview gesagt. „Am wichtigsten ist, dass man es nicht schon witzig schreibt. Wer lustig sein will, wird es nicht.“ Plausibel. Ganz überraschend ist es allerdings nicht, dass Autoren gerade bei diesem TV-Krimi nicht viel zu lachen haben. Wer die beiden neuen Fälle kennt, weiß, warum.

Die Leiche des ersten Falls dieser Staffel war – ausgerechnet die Sylter Inselautorin! Während die Fans noch auf ihre Lesung warteten, lag sie selbst schon totgeschlagen im Geisterhaus. Auch der zweite neue Film – „Sievers und der verlorene Hund“ – handelt von einem Autor: Leif Conradi heißt er, schreibt (beziehungsweise schrieb) Krimis und wird gleich zu Beginn am Strand entdeckt – mit einem Pfeil im Rücken. Blattschuss!

Hier sehen Sie den Trailer der „Nord Nord Mord“-Folge „Sievers und der verlorene Hund“:

Das Ringen um gute „Nord Nord Mord“-Drehbücher ist somit hausgemacht: Wenn man in jedem Krimi einen weiteren Schriftsteller ermordet, gehen einem irgendwann die Autoren aus. Zumal die Wertschätzung für den toten Bestseller-Lieferanten gegen null geht. Leif Conradi gilt als Einzelgänger, der sich im Leben nur für seinen Hund interessiert hat. Und Kommissar Sievers hält es jetzt im Grunde genauso.

Sievers’ Kollegin Behrendsen ermittelt dem Mörder hinterher – und der Kollege Feldmann dann wieder ihr. Die Polizistin wird nämlich selbst zum Entführungsopfer. Kommissar Sievers aber hat nur Augen für die Sylter Tierwelt. Die Einsamkeit einer Kröte rührt ihn so sehr, dass er ihr seinen Fahrradsattel als Sitzplatz überlässt. Ansonsten beschäftigt ihn die rätselhafte Häufung entlaufener Hunde. Der Australian Shepherd des Mordopfers ist genauso verschwunden wie die zahlreichen Schoßhündchen der insularen Upper Class.

Selbstverständlich hängt am Ende alles miteinander zusammen. Die Autoren – in der Realität heißen sie Berno Kürten (auch Regie) und Katja Töner – befolgen das Brix’sche Drehbuch-Konzept und dosieren die Komik mit Maß. Neben der kuriosen Betreiberin einere Hunde-Boutique ist vor allem Hinnerk Feldmann zum Schmunzeln: Der erleidet einen Eifersuchtsanfall, in dem Oliver Wnuk die liebenswerte Naivität seiner Figur voll ausspielen kann.

Die eigentliche Hauptrolle schreiben selbstverständlich auch Töner und Kürten der Insel Sylt zu. Und diesmal sieht der Sehnsuchtsort aller ZDF-Mörder schöner aus denn je – schon wegen der vielen Hunde, die das Drehbuch durch den Strandhafer jagt. Das gefällt jedem – ausgenommen vielleicht der Darsteller Oliver Wnuk, den bei den Dreharbeiten ein Dackel in die Lippe gebissen hatte.

Sendehinweis: Der TV-Krimi „Nord Nord Mord: Sievers und der verlorene Hund“ läuft am Montag, 20. Januar 2025, um 20.15 Uhr im ZDF. In der Mediathek ist er jetzt schon zu sehen.

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