DRK-Kindergarten „Am Wasserturm“  Ersatz-Neubau für Schimmel-Kita lässt auf sich warten

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 15.01.2025 18:33 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der DRK-Kindergarten „Am Wasserturm“ ist seit August wegen Schimmelbefalls gesperrt. Foto: Heino Hermanns
Der DRK-Kindergarten „Am Wasserturm“ ist seit August wegen Schimmelbefalls gesperrt. Foto: Heino Hermanns
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Seit August 2024 ist das Gebäude des DRK-Kindergartens „Am Wasserturm“ wegen Schimmels gesperrt. Ein Ersatzneubau ist in weiter Ferne, und die Container als Zwischenlösung sind noch nicht da.

Aurich - Seit August vorigen Jahres ist der DRK-Kindergarten „Am Wasserturm“ wegen Schimmelbefalls geschlossen. Bis zum Ende des vorigen Jahres hätten Container als Zwischenlösung an der Waldorfschule aufgestellt werden sollen. Das ist nicht geschehen. Erst Ende Februar, so Stadtbaurat Mirko Wento am Dienstag in der Ratssitzung, könne man damit rechnen. Denn die Container hätten eine Lieferzeit von bis zu sechs Wochen.

Laut Sarah Räuber, Mitglied des Elternbeirates des Kindergartens, hätten die Container schneller beschafft werden können. Aber zunächst sei versucht worden, statt eines Bewegungsraumes Zeiten in der Turnhalle der Waldorfschule zu bekommen. Dann habe die Planung der Container um einen Bewegungsraum ergänzt werden müssen. Außerdem sei eine Baugenehmigung nötig gewesen, die weitere Zeit benötigt habe. Die Stadt habe auch auf Sonderwünsche des Kindergartens verwiesen, die dieser aber gar nicht geäußert habe.

Stadt muss Gelände noch erwerben

Ärgerlich sind die Eltern des „Wasserturms“ auch wegen eines Ersatzbaus für den Kindergarten. Denn eines ist klar: Der DRK-Kindergarten „Am Wasserturm“ benötigt ein neues Gebäude. Das alte Haus ist verschimmelt und musste im August vorigen Jahres gesperrt werden. Seit vielen Jahren ist geplant, das ehemalige Sanitätsgebäude auf dem Kasernengelände für die Kinder umzubauen. Passiert ist indes nichts.

Derzeit läuft erst das Bauleitverfahren für das Kasernengelände. Laut Stadtbaudirektor Wento könnte dies bis zum Sommer abgeschlossen sein. Parallel dazu werde mit dem Investor verhandelt, der für den Umbau des Sanitätsgebäudes sorgen soll. Und die Stadt muss das Gelände auch noch von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erwerben. Danach, so Wento in der Ratssitzung am Dienstag, würden zwei Jahre Planungs- und Bauphase folgen. Im besten Fall also könnte der neue DRK-Kindergarten im alten Sanitätsgebäude Mitte 2027 einziehen.

Alter Standort zu klein für ein neues Gebäude

Die Elternvertreterinnen waren überrascht, dass immer noch mit dem Kasernengelände geplant werde. Das sagt Sarah Räuber im Gespräch mit unserer Redaktion. Ebenso wie die Leitung des Kindergartens sei man davon ausgegangen, am alten Standort neu bauen zu können. Ein Plan, der nicht aufgeht, wie Wento sagt. Denn der bisherige Standort sei bereits überplant worden.

Es handelt sich um einen Radweg, der teilweise über das Gelände geführt werden soll. Wenn das geschieht, gibt es nicht mehr genug Außenfläche für vier Kindergartengruppen und eine Krippengruppe, die der DRK-Kindergarten künftig haben soll.

Plan B für neuen Kindergarten

Was aber passiert, wenn die Kaufverhandlungen mit der Bima nicht so schnell laufen wie erwartet? Wenn der Beschluss über den Bebauungsplan nicht gefasst wird? Dann gebe es einen Plan B für den Kindergarten, sagte Wento. Dieser Plan sei im Bebauungsplan auch schon festgehalten in Form eines zweiten Standortes für einen Kindergarten auf dem Kasernengelände. Denn wenn das neue Quartier erst einmal fertig ist, werden weitere Kitaplätze benötigt.

Dieser zweite Standort befindet sich auf der Fläche am Hoheberger Weg – und hat planungsrechtlich noch größere Hürden als das Sanitätsgebäude. Denn für den Bereich wurde mit dem Bauleitverfahren noch gar nicht begonnen. Auch dieser Bereich gehört zudem noch nicht der Stadt Aurich.

Sarah Räuber und ihre Mitstreiterinnen gehen mittlerweile davon aus, dass ihre eigenen Kinder längst in der Schule sein werden, wenn der DRK-Kindergarten „Am Wasserturm“ endlich ein neues Gebäude hat. Sie wären mittlerweile schon froh, wenn die Container endlich kämen. Denn die vier Gruppen des Kindergartens sind derzeit auf mehrere Standorte verteilt. Die Kinder werden vom alten Gebäude aus per Bus bis nach Middels gebracht. „Die Situation ist auch für die Erzieherinnen nicht schön“, so Räuber. Denn Absprachen könnten nicht so einfach getroffen werden, von einer Zusammenarbeit über Gruppengrenzen hinweg ganz zu schweigen.

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