Radweg Riepe nach Oldersum  Wie sich vier Dörfer für einen Radweg stark machen

| | 15.01.2025 12:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Einer der Knackpunkte an der Landesstraße 1 zwischen Riepe und Oldersum ist die Frage, wie etwa die Autobahnzufahrt Riepe auch für Radfahrer sicher zu überqueren ist. Foto: Romuald Banik
Einer der Knackpunkte an der Landesstraße 1 zwischen Riepe und Oldersum ist die Frage, wie etwa die Autobahnzufahrt Riepe auch für Radfahrer sicher zu überqueren ist. Foto: Romuald Banik
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Seit Jahren demonstrieren Riepe, Riepsterhammrich, Simonswolde und Oldersum für einen Lückenschluss des Radwegs zwischen den Gemeinden. Ein Unfall gibt Anlass, mehr Druck auszuüben.

Ihlow/Moormerland - Seit Jahrzehnten wird zwischen Riepe (Gemeinde Ihlow) und Oldersum (Gemeinde Moormerland) ein Radweg an der Landesstraße 1 gefordert. Die Rufe nach dem Lückenschluss werden nach einem tragischen Unfall auf der Moormerländer Seite wieder laut. Die Bürger aus den betroffenen Ortschaften wollen nun Konsequenzen ziehen. Was sie planen und was die Behörde zum fehlenden Radweg sagt.

Vergangene Woche war eine Anwohnerin zu Fuß mit ihren Hunden unterwegs und wurde von einem Auto erfasst. Der Unfall ereignete sich knapp hinter der Grenze zu Moormerland auf der L 1 nahe der Einmündung Grashäuser Weg. Die Frau verstarb. Seitdem sind die Anwohner in den Ortschaften wieder alarmiert und fordern verstärkt den Lückenschluss des Radwegs an der vielbefahrenen Landesstraße 1.

Wie die Einwohner der Ortschaften noch mehr Engagement zeigen wollen

„Es ist ganz gefährlich, da zu fahren“, sagt Hinrich Päben. Der Ortsbürgermeister von Simonswolde war selbst jahrelang auf dem Weg zur Arbeit Richtung Autobahn auf der Strecke unterwegs. So manches Mal habe er sich erschreckt, wenn dann plötzlich in der Frühe im Dunkeln ein Fahrradfahrer vor seinem Auto auftauchte. Und nicht nur da, auch an der Kreisstraße von Simonswolde zur Autobahn hin fehlt ein Radweg. Die Gemeinden Moormerland und Ihlow sind so räumlich getrennt. Der Ortsrat Simonswolde unterstützt die Fahrradkorsos, die seit 2017 für den Radweg an der Landesstraße 1 unterwegs sind. Inga Damm für Riepsterhammrich und Volker Degner vom Ortsrat Riepe organisieren auf der Ihlower Seite den Fahrradkorso.

Zusammen mit den Oldersumern und Simonswoldmern soll noch an diesem Donnerstag ein Treffen stattfinden. Geplant sei eine Bürgerinitiative zum Lückenschluss an der L 1, sagt Inga Damm. Die Riepsterhammricherin erklärt, dass die Einwohner der vier betroffenen Ortschaften Riepe, Riepsterhammrich, Simonswolde und Oldersum so mehr Handhabe haben, um sich für einen Radweg einzusetzen. Außerdem ist es ihr wichtig, das Thema weg vom parteipolitischen Dünkel zu holen und alle, die sich für den Radweg einsetzen wollen, ins Boot zu holen. Umliegende Firmen und Anwohner können so das Anliegen mit unterstützen.

Im Mai vergangenen Jahres demonstrierten auf dem Fahrrad viele beim Korso für den Radweg mit. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Im Mai vergangenen Jahres demonstrierten auf dem Fahrrad viele beim Korso für den Radweg mit. Foto: Gerd-Arnold Ubben

„Wir brauchen Menschen, die Zeit haben, sich zu engagieren“, sagt Damm. Sie glaubt, dass es sicher viele Interessenten geben werde, die sich für einen Radweg einsetzen wollen. Gerade im Hammrich gebe es aktuell viele Familien mit Kindern, die gerne sicher mit dem Rad unterwegs sein wollen. Noch dazu kommt das Gewerbegebiet in Riepe. Hier rollt nicht nur der LKW-Verkehr täglich durch den Hammrich und Riepe zum Gewerbegebiet. Auch Mitarbeiter der Betriebe dort rollen aus Oldersum mit dem Rad zur Arbeit. Einen adäquaten Ausweichweg gibt es für die Strecke nicht. Auf Simonswoldmer Seite warten die Anwohner auf die Querung des Fehntjer Tiefs. Auf der anderen Seite durch den Hammrich ist auch nur ein kilometerlanger Umweg über landwirtschaftliche Wege möglich.

Forderung nach provisorischem Radweg und Tempolimit auf Brücken

Die Forderungen aus den Ortschaften lauten daher: Ein provisorischer Radweg, bis der feste Weg vorhanden ist. Ein Tempolimit auf der Autobahnbrücke auf Tempo 50 statt 70 und mehr Tempo beim Bau des Radwegs.

Auf Behördenseite wird der Unfall bedauert. Bei der nächsten Sitzung der Verkehrssicherheitskommission werde der Hergang intensiv besprochen, so Johannes Booken, Sprecher der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich. Bislang befinde sich der Radweg auf Platz acht in der Prioritätenliste des Landes, so Booken. Die umfassenden Planungsarbeiten hätten bislang jedoch nicht schneller ablaufen können. Schuld daran ist ein Fachkräftemangel in der Behörde. Immerhin seien die Vermessungsarbeiten und die Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde schon erfolgt. Aktuell gehe die Behörde davon aus, dass das Planfeststellungsverfahren für den Bau des Radweges entlang der Landesstraße 1 zwischen Oldersum und Riepe in der zweiten Jahreshälfte 2027 beantragt werden wird. Es müssen die Grundstücke gekauft werden und die Arbeiten ausgeschrieben werden. Solche Verfahren kosten Zeit. Für eine Übergangslösung macht Booken indes wenig Hoffnung: Solch ein Vorschlag sei leider nicht umzusetzen, da auf dem Straßengrund kein Platz zur Verfügung stehe.

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