Hamburg  Schulferien in Deutschland: Wer hat wann und wie lange frei?

Ankea Janßen
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Von Ankea Janßen
| 10.01.2025 11:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In die Verteilung der Sommerferien in Deutschland fließen mehrere Kriterien ein. Foto: Imago/Bihlmayerfotografie
In die Verteilung der Sommerferien in Deutschland fließen mehrere Kriterien ein. Foto: Imago/Bihlmayerfotografie
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Neues Jahr, neue Schulferien. Vor allem die Verteilung der Sommerferien sorgt in Deutschland regelmäßig für Ärger. Welche Kriterien über die Zeiträume entscheiden und warum der Tourismusverband unzufrieden ist.

Welches Bundesland sich wann in die Sommerferien verabschiedet, wird immer wieder viel diskutiert. Aber wer entscheidet überhaupt über die Verteilung der Schulferien und warum haben Baden-Württemberg und Bayern eine Sonderrolle?

Aktuelle Grundlage für die Festlegung der Ferientermine ist Artikel 25 einer Ländervereinbarung über die gemeinsame Grundstruktur des Schulwesens aller Bundesländer, wie das Kultusministerium in Niedersachsen mitteilt.

„Die Gesamtdauer der niedersächsischen Schulferien während eines Schuljahres – einschließlich zwölf Samstage – beträgt in der Regel 75 Werktage“, teilt Sprecher Ulrich Schubert auf Anfrage unserer Redaktion mit. „Die Sommerferien beginnen in Niedersachsen in der Regel an einem Donnerstag, enden an einem Mittwoch und dauern in der Regel 36 Tage.“

Grundsätzlich ist die Verteilung der sechswöchigen Sommerferien eine Entscheidung der Kultusministerkonferenz (KMK), erfolgt mehrere Jahre im Voraus und ist bereits bis 2030 durchgeplant. „Darauf aufbauend entscheiden die Länder dann selbst über weitere Ferien und freie Schultage innerhalb der 75-Tage-Marge“, so Schubert. Folgende Regeln werden berücksichtigt:

Bei der Planung der Ferien wird außerdem darauf geachtet, dass ein ausreichender Abstand zwischen zwei größeren Ferienblöcken liegt. Dass nicht alle Bundesländer zeitgleich Sommerferien haben, hat außerdem folgende Gründe:

Mit Blick auf die Sommerferien in den kommenden Jahren ist der Deutsche Tourismusverband (DTV) alles andere als zufrieden. „2021 haben sich die Bundesländer in der Kultusministerkonferenz auf einen historisch kurzen Ferienkorridor von 80 Tagen geeinigt. Lediglich 2029 ist ein Zeitraum von 87 Tagen für die Sommerferien in allen Bundesländern geplant“, teilt Geschäftsführer Norbert Kunz auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Mit Ferienkorridor ist der Zeitraum zwischen Juni und September gemeint, in dem immer irgendein Bundesland Sommerferien hat. „Je kürzer der Ferienkorridor, umso stärker wird das Angebot verknappt und umso mehr steigen die Preise.“ Bis heute fordert der Verband einen Ferienkorridor von mindestens 90 Tagen.

Niedersachsens Sprecher Ulrich Schubert bezeichnet die Verteilung der Schulferien als „bisweilen emotionale Angelegenheit“: „Natürlich ist es nahezu unmöglich, bei einer landesweiten und länderübergreifenden Entscheidung alle Wünsche zu berücksichtigen. Grundsätzlich stellen wir aber fest, dass sich das bestehende System bewährt (hat), denn tatsächlich erreichen uns recht selten Kritik oder Änderungswünsche.“

Einen Wunsch gebe es aber jedes Jahr: Schüler wie auch Eltern würden sich losgelöst von den Weihnachtsferien sogenannte Winterferien im Januar oder Februar wünschen und die 14-tägigen Osterferien stattdessen verkürzen. „Eine Mehrheit findet sich dazu unseres Erachtens allerdings nicht und unterm Strich hat sich auch hier die niedersächsische Regel bewährt.“

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