Osnabrück  Mark Zuckerbergs fataler Kniefall vor Donald Trump und Elon Musk

Dr. Stefan Lüddemann
|
Von Dr. Stefan Lüddemann
| 08.01.2025 11:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mark Zuckerberg, der Chef des Digitalkonzerns Meta., ändert die Regeln auf seinen Plattformen. Foto: Drew Angerer/AFP
Mark Zuckerberg, der Chef des Digitalkonzerns Meta., ändert die Regeln auf seinen Plattformen. Foto: Drew Angerer/AFP
Artikel teilen:

Kurswechsel bei Meta: Konzernchef Mark Zuckerberg will Regeln ändern und Faktenchecker abschaffen. Mit seinem Schritt kapituliert er vor Donald Trumps Hemmungslosigkeit. Ein Desaster.

Als Hoffnung für den freien Austausch gestartet, zur Kloake der Hasses und der Falschinformation verkommen: Die Geschichte sozialer Netzwerke wie Facebook muss schon jetzt so negativ bilanziert werden. Aber nun geht es wohl noch weiter abwärts. Mark Zuckerberg will Inhalte auf den Plattformen seines Konzerns Meta nicht weiter moderieren, verzichtet auf Faktenchecker.

Der Meta-Chef gibt damit dem Druck von Elon Musk nach, der für X, vormals Twitter, Beschränkungen aufgehoben hatte. Und er knickt ein vor Donald Trump, streicht vor hemmungslosem Populismus die Segel. Mark Zuckerberg versagt, im entscheidenden Augenblick.

Der Meta-Chef versagt in doppelter Weise: Er komplettiert auf fatale Weise die Riege der Konzerne von Walmart bis Amazon, deren Chefs angesichts der rüden Drohungen Donald Trumps die Courage verlässt. Auch Zuckerberg übt den Kniefall. Er gibt vor allem das Vorhaben auf, das Geschehen auf seinen Plattformen zu zivilisieren. Ein Desaster.

Nun kann immer gefragt werden, an welchem Punkt wünschenswerte Eingriffe auf Facebook und Co. in ärgerliche Gängelung oder gar Zensur umzuschlagen drohen. Hier gibt es kein Schwarz oder Weiß, sondern nur den gemeinsamen Lernprozess in freien Gesellschaften. Dieser Prozess erforderte Geduld, Respekt und ein Interesse an einem Austausch, der seinen Namen verdient.

Aber welche Moderation hat eine Chance auf Gehör, wenn der rechtspopulistische Schwingungsverstärker Elon Musk den Geräuschpegel bestimmt? Trump und Musk rufen nach Freiheit, meinen aber totale Dominanz. Wo sie den Ton angeben, haben die vielen Menschen, die sich ihnen nicht fügen wollen, keinen Platz.

Mark Zuckerberg hat mit seiner fatalen Entscheidung keine Hemmnisse beseitigt, er hat der Unfreiheit die Tür geöffnet und das genau vier Jahre nach der Erstürmung des Kapitols in Washington durch einen von Donald Trump aufgehetzten Mob. Was für ein Menetekel.

Ähnliche Artikel