Großbaustelle in Siegelsum  So ist der Stand der Dinge beim Wasserwerk-Neubau

| | 07.01.2025 17:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am neuen Wasserwerk in Siegelsum wird seit fast vier Jahren gebaut. Foto: Thomas Dirks
Am neuen Wasserwerk in Siegelsum wird seit fast vier Jahren gebaut. Foto: Thomas Dirks
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Seit März 2021 wird in Siegelsum an dem wichtigen Bauwerk gearbeitet. Doch sowohl der Zeitplan als auch die Kosten haben sich verändert.

Upgant-Schott - Gut ein Jahr noch, dann soll das neue Wasserwerk in Siegelsum (Gemeinde Upgant-Schott) betriebsbereit sein. Man rechne mit einer Fertigstellung zum Jahreswechsel 2025/2026 beziehungsweise im ersten Quartal 2026, teilte Matthias Wittschieben, Pressereferent des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV), auf Anfrage mit. Ursprünglich war geplant, dass das neue Wasserwerk seinen Betrieb 2024 aufnimmt. Später hieß es Anfang 2025. Verschoben hat sich auch der finanzielle Rahmen. Bisher war von Investitionen in Höhe von 18 Millionen Euro die Rede gewesen. Inzwischen sind es laut Wittschieben 28 Millionen Euro. Gebaut wird in Siegelsum seit fast vier Jahren. Begonnen hatte das Bauprojekt am Weltwassertag im März 2021. Der offizielle Spatenstich folgte am 13. Juli 2021.

Zuletzt wurden nach Angaben von Wittschieben vor Ort Rohrleitungsbaumaßnahmen ausgeführt. Diese umfassen das erste Teilstück der Saugleitung von den Trinkwasserbehältern zum neuen Wasserwerk. Diese Leitung hat einen Außendurchmesser von 80 Zentimetern.

Neue Leitungen gebaut

Auch wurden Teilstücke der vom Wasserwerk wegführenden Trinkwasserleitung errichtet. Dafür war unter anderem eine Horizontalbohrung unter der Zufahrt des Wasserwerks erforderlich.

Im Wasserwerk wurden Rohrleitungen montiert. Außerdem erfolgte die Montage der Anlagentechnik zur Methanentfernung, der Anlagentechnik für die Umkehr-Osmoseanlage und der Anlagentechnik für die Restentsäuerung zur pH-Wert-Einstellung. All dies seien Schritte der Trinkwasseraufbereitung, erklärte der Pressereferent. Zudem gab es im Wasserwerk diverse Stahlbauarbeiten. So wurden Treppengeländer, Abrollschutz und Geländer auf den Filterkesseln montiert.

Draußen liefen derweil Erdarbeiten, der Boden am Gebäude wurde auf die spätere Geländehöhe angefüllt. Unterdessen laufen im Hintergrund die Planungsarbeiten für die Montage der Elektrotechnik, damit diese 2025 montiert werden kann.

Modernste Technik der Wasseraufbereitung

Wie mehrfach berichtet, entsteht der Neubau auf dem nordwestlichen Teil des Betriebsgeländes am Diekweg neben dem alten Werk aus dem Jahr 1958. In dem neuen Wasserwerk wird modernste Technik zum Einsatz kommen. Die Wasseraufbereitung werde weiter optimiert, hieß es. Dafür soll ein neuartiges, in Deutschland bisher einmaliges Verfahren sorgen. Das soll die hohe Qualität des Siegelsumer Trinkwassers sichern und verbessern.

Positiv auswirken soll sich die neue Filtertechnologie vor allem auf die derzeit leichte gelbliche, aber unbedenkliche Färbung des Wassers, die nach Angaben der Fachleute im Versorgungsgebiet des Wasserwerks Siegelsum auf Huminstoffe zurückzuführen ist.

Membrantechnologie ermöglicht es, unerwünschte Härtebildner wie Calcium und Magnesium aus dem Wasser zu entfernen. Zudem werden feinste Partikel wie Huminstoffe, Mangan und Eisen, die das Wasser derzeit noch leicht gelblich einfärben, entfernt. Auch wird Methan entfernt, welches im Grundwasser vorkommt, im Aufbereitungsprozess aber stören könnte.

Das alte Wasserwerk soll nach der Inbetriebnahme des Neubaus stillgelegt und anschließend zurückgebaut werden.

Aufbereitungsmenge bleibt gleich

Die Aufbereitungsmenge in Siegelsum bleibt nach Fertigstellung des Neubaus unverändert. Das jährliche Wasserrecht erlaubt die Förderung von 4,5 Millionen Kubikmeter. Etwa 3,7 Millionen Kubikmeter Trinkwasser in zwölf Monaten gibt das Werk nach Angaben des OOWV derzeit ab. Das entspricht zwischen 10.000 und 11.000 Kubikmeter täglich.

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