Saisonende und Schlechtwetter  Arbeitslosigkeit in Ostfriesland steigt weiter an

| 03.01.2025 11:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Agentur für Arbeit vermeldete die aktuellen Arbeitslosenzahlen. In Ostfriesland stiegen sie an. Foto: Romuald Banik
Die Agentur für Arbeit vermeldete die aktuellen Arbeitslosenzahlen. In Ostfriesland stiegen sie an. Foto: Romuald Banik
Artikel teilen:

Die Agentur für Arbeit vermeldet ein Plus bei der Arbeitslosenquote. Der Grund sei die Winterpause. Viele Menschen hätten schon eine Einstellungszusage für das Frühjahr.

Ostfriesland - Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember in Ostfriesland weiter angestiegen: um 813 auf 16.630 Menschen ohne Beschäftigung. Bereits im November gab es bei der Arbeitslosenquote in der Region eine Zunahme. Als Grund nannte die Agentur für Arbeit Emden-Leer seinerzeit das Saisonende. Laut einer Mitteilung der Behörde vom Freitag soll die Winterpause auch im Dezember die Ursache für den Anstieg sein. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,2 Prozent im November auf nun 6,5 Prozent. Damit liegt sie allerdings etwas unter dem Dezember-Vorjahreswert von 6,6 Prozent.

Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember auf 6,5 Prozent. Im November lag sie noch bei 6,2 Prozent.
Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember auf 6,5 Prozent. Im November lag sie noch bei 6,2 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist den Angaben zufolge „kein fester Block“. Es gebe auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung. Im Dezember hätten sich in Ostfriesland 3507 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet – 219 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig hätten 2698 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendet, 203 mehr als im Dezember 2023.

Weniger Arbeit auf dem Bau sowie im Garten- und Landschaftsbau

„Eine saisontypische Entwicklung auf dem ostfriesischen Arbeitsmarkt“, wird Sina Scholz, Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Emden-Leer, zitiert. Viele Kunden hätten bereits eine Wiedereinstellungszusage für das Frühjahr. Wenn die Temperaturen milder würden, spätestens aber mit Beginn der Feriensaison um Ostern könnten viele Menschen ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden.

Insbesondere im Hotel- und Gaststättenbereich in den Küstenregionen und auf den Ostfriesischen Inseln wurden laut der Agentur Arbeitskräfte vorübergehend entlassen. Die Behörde spricht von 378 Personen beziehungsweise einem Plus von 19,5 Prozent. Aufgrund der Witterungslage im Dezember sei in den Außenberufen wie dem Baugewerbe und dem Garten- und Landschaftsbau weniger gearbeitet worden. So meldeten sich aus diesem Berufssegment 73 Personen mehr arbeitslos als im Vormonat, das sind 7,4 Prozent mehr. Auch im Bereich der Bau- und Ausbauberufe meldeten sich im Dezember saisonüblich mehr Menschen arbeitslos. Die Agentur spricht von 75 Personen beziehungsweise einem Plus von 5,9 Prozent.

Tatsächlich sind mehr als 21.000 Menschen ohne Beschäftigung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren den Angaben zufolge im Dezember 7097 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl um 16 Prozent beziehungsweise 978 Personen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg sie um 6,9 Prozent oder 457 Personen. Insgesamt erhielten 7190 Personen im Dezember Arbeitslosengeld, 825 mehr als vor einem Jahr.

Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung waren im Dezember 9533 Personen arbeitslos gemeldet. Davon zählten 5663 Menschen (59,4 Prozent) als Langzeitarbeitslose. Insgesamt ist die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat um 1,7 Prozent oder um 165 Personen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenzahl um 421 Personen beziehungsweise 4,2 Prozent gesunken.

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit auch Angaben zur Unterbeschäftigung. Zusätzlich zu den Arbeitslosen zählen dazu Menschen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Dezember 21.312 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Dezember bei 8,2 Prozent (Dezember 2023: 8,3 Prozent).

Ähnliche Artikel