Sorge um Fachpersonal in Aurich-Emden-Norden  Kliniken bangen um syrische Ärzte

| | 29.12.2024 09:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Blick auf die Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich. Die syrischen Fachkräfte spielen hier eine wichtige Rolle. Foto: Romuald Banik
Blick auf die Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich. Die syrischen Fachkräfte spielen hier eine wichtige Rolle. Foto: Romuald Banik
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Kehren mit dem Sturz des syrischen Machthabers die Fachkräfte Ostfriesland den Rücken? Wie die Lage ist und welche Rolle die Syrer für das Klinikpersonal in Aurich-Emden-Norden spielen.

Aurich - Im Klinikverbund Aurich-Emden-Norden herrscht nach dem Sturz des syrischen Assad-Regimes Sorge. Denn die syrischen Fachkräfte „sind eine wichtige Säule unserer medizinischen Versorgung“, teilte die Trägergesellschaft der Kliniken auf Nachfrage dieser Redaktion mit. Daher gibt es berechtigte Sorgen vor einer Rückkehr der Mitarbeiter in ihr Heimatland. Schließlich waren gleich nach dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Bilder in den Nachrichten, wie Syrer in ihr Land zurückkehren.

Genaue Zahlen, wie viele Ärzte oder Pflegekräfte in den Kliniken in Aurich-Emden-Norden beschäftigt werden, gibt die Trägergesellschaft auf wiederholte Nachfrage nicht heraus. Wenn die Syrer aber eine tragende Rolle im Klinikalltag spielen, dürfte die Sorge um den Verlust von Fachkräften entsprechend groß sein.

Laufende Asylverfahren bleiben auf Eis gelegt

Doch das Bangen um eine Personalflucht bleibt bislang offenbar nur eine Sorge. „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Kündigungen aus der angesprochenen Mitarbeitendengruppe eingegangen sind“, schreibt Kliniksprecherin Annika Weigelt. Bislang gibt es unter dem Fachpersonal also keine Rückkehrer ins kriegsgeschüttelte Syrien.

Auch vom bisherigen Stopp bei Asylverfahren sind die hiesigen Klinikmitarbeiter nicht betroffen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte kurz nach dem Sturz Assads die Asylverfahren der Syrer in Deutschland auf Eis gelegt und kurz vor Weihnachten noch einmal den Aufschub verlängert bis auf unbestimmte Zeit. Das betrifft im Landkreis Aurich 166 Syrer. Sie haben noch keinen Aufenthaltstitel und müssen nun die aktuelle Entwicklung im Heimatland und die politischen Entscheidungen in Deutschland abwarten.

Anders hingegen sieht es bei Fachkräften aus: Denn das Aufenthaltsrecht sieht vor, dass bei Flüchtlingen, die schon länger im Land und integriert sind, auch eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis, eine Niederlassungserlaubnis, möglich ist. Das hängt davon ab, wie lange bislang Asyl gewährt wurde und wie weit die Integration bislang fortgeschritten ist und es gibt verschiedene Fristen. Wer seinen Aufenthaltstitel noch nicht so lange besitzt, muss nach drei Jahren noch einmal prüfen lassen, ob die Gründe für sein Asyl noch bestehen. Hier kommt es darauf an, was die Bundespolitik beschließt, ob die syrischen Flüchtlinge noch länger bleiben. Anders ist es natürlich, wenn die Betroffenen aus eigenen Stücken beschließen, in ihre Heimat zurückkehren zu wollen.

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