Talentförderung im Basketball  „Team Ostfriesland“ geht auf Korbjagd

| | 27.12.2024 18:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das sind die U16- und U18-Spieler vom „Team Ostfriesland“ mit ihrem Trainer Finn Höncher (rechts).Foto: privat
Das sind die U16- und U18-Spieler vom „Team Ostfriesland“ mit ihrem Trainer Finn Höncher (rechts).Foto: privat
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Talentierte Basketballer aus hiesigen Vereinen messen sich seit dieser Saison gemeinsam in einer höheren Liga mit besseren Mannschaften. Das sind die Gründe für diesen Schritt.

Aurich - Stetig sind die Mitgliederzahlen der Basketball-Abteilung des MTV Aurich seit der Gründung im Jahr 2017 gestiegen. Mehr als 200 aktive Korbjäger gehen für die „Tomcats“ auf Korbjagd. Talente gibt es reichlich, doch diese durften sich bislang nicht auf höherer Ebene beweisen. Dem Verein reichen zwei, drei Talente nicht, um in höheren Ligen zu spielen. In den Basketball-Ligen der Region werden die Auricher Basketballer mit Ambitionen nicht so gefordert. Deshalb hat MTV-Abteilungsleiter Finn Höncher gemeinsam mit anderen Vereinen aus der Region das Team Ostfriesland gegründet. Seit dieser Saison gehen U16- und U18-Jugendliche aus Borssum, Oldersum, Logabirum, Aschendorf, Aurich, Holtrop und Sandhorst gemeinsam auf Landesebene an den Start.

„Mit diesem Projekt wollen wir den vielen Talenten eine Möglichkeit bieten, sich mit wenig Mehraufwand mit den besten Spielern aus Niedersachsen messen zu können. So können wir die ostfriesische Jugend vor Ort fördern“, sagt Finn Höncher. So könnten sich auch Chancen ergeben, dass die Jugendlichen noch höher spielen können. „Dann würden wir diese Spieler mit Freude an die großen Standorte wie Oldenburg oder Vechta senden“, sagt der MTV-Abteilungsleiter.

Ein Talent hat es bereits nach Oldenburg geschafft

Die Zweckgemeinschaft ist aber keine klassische Spielgemeinschaft. Jeder Verein könne mitmachen. „Sind keine Spieler in der Altersklasse vorhanden, machen diese Vereine ein Jahr Pause und steigen später wieder ein“, so Höncher. Mitspracherecht haben alle Heimtrainer, eine enge Zusammenarbeit sei wichtig und nötig. Finanziell tragen alle beteiligten Vereine den jeweiligen Anteil für die Kosten. „Alle Trainer sind gemeinsam in einer Whatsapp-Gruppe. Dort werden auch Spielzüge verschickt“, erzählt Höncher.

Die Hinserie ist vorbei – Zeit, um eine Bilanz für den Testballon zu ziehen, für den es übrigens keine schriftliche Vereinbarung gibt. „Wir haben gesehen, dass es machbar ist und auch die Zweifler haben den Sinn dieser Maßnahme erkannt“, sagt Höncher. Doch eines habe die neue Marschroute auch gezeigt. „Wir müssen früher mit der Förderung beginnen. Deshalb wird es in der nächsten Saison auch eine U14-Mannschaft geben“, so der MTV-Spartenleiter.

Die U16-Mannschaft hat die Erwartungen von Höncher, der die Mannschaft in Aurich trainiert, erfüllt. Bereits zweimal ist die Talente-Mannschaft als Sieger vom Feld gegangen. „Wir haben eigentlich nur mit einem Sieg gerechnet“, sagt Höncher. Das U18-Team sei eine schwere Geburt gewesen, gibt der Basketball-Trainer zu. Viele Spieler stecken mitten in den Vorbereitungen für das Abitur, außerdem sei die Verlässlichkeit in dieser Altersstufe nicht immer die größte. Um mehr Spieler zum wöchentlichen Training zu bewegen, wurde der Ort von Emden nach Leer verlegt. Die Spiele in der Landesliga haben die ostfriesischen Korbjäger allesamt verloren.

Doch das stört Höncher weniger. „Bei uns kommen immer alle Spieler zum Einsatz. Es geht um die Ausbildung, nicht um die Siege“, so Höncher. Und der Basketball-Trainer hat noch ein weiteres Ansinnen. „Wir verlieren nicht sofort alle Talente und können so auch den Herrenbereich künftig stärken.“

Bislang haben die Verantwortlichen ein Logo für das „Team Ostfriesland“ entworfen, einheitliche Trikots gibt es dagegen noch nicht. „Da sind Sponsoren natürlich gerne gesehen“, sagt Höncher. Der Trainer ist mit dem neuen Projekt derart beschäftigt, dass er sich nur noch schwer in die MTV-Abteilung einbringen kann. Die Arbeit mit den Talenten ist dankbar für Höncher, der in der Vergangenheit mal eine Jugend-Bundesligamannschaft trainiert hat. „Das macht richtig Bock, mit den Jungs zu arbeiten“, sagt er. Und die ersten Früchte sind bereits geerntet. Ein Auricher Talent spielt mittlerweile in Oldenburg beim Bundesliga-Nachwuchs.

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