Hochwasser-Warnung im Kreis Aurich  Schöpfwerke arbeiten mit Hochdruck gegen Wassermengen

| | 23.12.2024 13:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Blick auf das Siel- und Schöpfwerk Knock: Hier wird mit vier Pumpen derzeit dafür gesorgt, die Wassermengen aus den vergangenen Stunden wieder abzupumpen. Foto: Aiko Recke
Blick auf das Siel- und Schöpfwerk Knock: Hier wird mit vier Pumpen derzeit dafür gesorgt, die Wassermengen aus den vergangenen Stunden wieder abzupumpen. Foto: Aiko Recke
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Gefühlt den gesamten Sonntag regnete es im Kreis Aurich. Eine Hochwasser-Meldung ging am Abend heraus. Wie die aktuelle Lage ist und was gegen die Wassermassen getan wird.

Aurich/Emden - Weite Teile des Landkreises Aurich und die Stadt Emden bekamen am Sonntagabend die Warnung vor Hochwasser über die App „Katwarn“ aufs Handy. Anhaltender Regen und eine Sturmflut sorgten für die Lage. Inzwischen ist die Warnung aufgehoben. Am Montagvormittag liefen alle Pumpen in den Küsten-Schöpfwerken auf Hochlast. Das sagte Jan van Dyk, Ingenieur des I. Entwässerungsverbands Emden, der große Teile des Landkreises Aurich mitbetreut, am Montagvormittag auf Nachfrage. Warum er auch in Teilen Entwarnung geben kann und was in den nächsten Stunden zu erwarten ist.

In Greetsiel stand das Wasser am 23. Dezember 2024 besonders hoch. Foto: Wagenaar
In Greetsiel stand das Wasser am 23. Dezember 2024 besonders hoch. Foto: Wagenaar

Sieben Pumpen, davon vier im Siel - und Schöpfwerk Knock und drei in Greetsiel sorgen dafür, dass das überflüssige Wasser wieder abläuft. „Die Pumpen laufen auf Vollgas“, sagt van Dyk. Sielen sei derzeit wegen der Konstellation aus Sonne und Mond nicht möglich. Voraussichtlich erst Anfang des Jahres werde es eine Phase geben, bei der die Wasserstände das Sielen wieder ermöglichen. Dank der Pumpen könne der Entwässerungsverband mit den aktuellen Wassermassen noch umgehen, so der Verbandsingenieur. „Es ist nicht dramatisch“, sagt van Dyk.

Einige Schaulustige zog es während des Hochwassers an den Greetsieler Hafen. Foto: Wagenaar
Einige Schaulustige zog es während des Hochwassers an den Greetsieler Hafen. Foto: Wagenaar

Keine ruhigen Weihnachtstage für die die Schöpfwerksmeister.

Eine Situation, wie vor einem Jahr kurz vor Weihnachten, gibt es diesmal nicht. Die Schöpfwerksmeister müssen auch an Weihnachten arbeiten. Denn in den kommenden Tagen werde das Wasser von den Flächen noch ablaufen und müsste durch die Pumpen beseitigt werden. Am Wochenende hat es im gesamten Verbandsgebiet lange geregnet. Allein in Moordorf kamen bei der Messstelle innerhalb der vergangenen 24 Stunden 25 Liter pro Quadratmeter herunter. In Degenfeld bei Wirdum waren es 21 Liter pro Quadratmeter Niederschlag allein in den vergangenen 24 Stunden. „Gefühlt war es gestern so, als würde es nicht aufhören zu regnen“, sagt van Dyk zur Niederschlagssituation von Sonntag.

Bis an die Kaimauer schwappte das Wasser am Greetsieler Hafen. Foto: Wagenaar
Bis an die Kaimauer schwappte das Wasser am Greetsieler Hafen. Foto: Wagenaar

Bei einem Pegelstand von 6,14 Meter am Montagmorgen um 11 Uhr am Pegel Dreyschloot gab sich Ralf Kolter, stellvertretender Geschäftsführer beim Leda-Jümme-Verband, ganz gelassen: „Kritisch wird es bei uns erst bei einem Pegel von 6,80 Meter. Das passt alles noch zusammen. Aber natürlich haben wir weiter einen Blick drauf.“

Keine Probleme an Leda und Jümme

Probleme erwartet er selbst am Montagnachmittag nicht bei einem prognostizierten Pegelstand von 6,40 Meter. Auch weil die Sturmflut dank des Leda-Sperrwerks im Flusslauf selbst ausgeschlossen bleibe. Und danach: „Das kommen wieder gute Ebben.“

Schon am Montagmorgen war der Verbandsingenieur vor Ort, um sich in Südbrookmerland und in Ihlow im Bereich Westerende die bekannten Schwachstellen anzusehen. Immerhin konnten am Montag bereits die Stauanlagen am Großen Meer wieder geschlossen werden. Helfen könnte in der angespannten Lage aber vor allem eines: ein Tag Trockenheit. Dann würde sich die Situation schnell entschärfen.

Das Jahr 2024 war insgesamt ein sehr nasses Jahr. Das zeigen die aktuellen Jahreswerte. Das Thema Wasser beherrschte in der Vergangenheit nicht nur die Gespräche beim Entwässerungsverband, sondern auch in besonders betroffenen Kommunen wie Südbrookmerland und Ihlow.

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