Magdeburg Trio bejubelt Weihnachtsmarkt-Attacke in Magdeburg
Während Fassungslosigkeit angesichts der schieren Brutalität des Todesfahrers von Magdeburg herrscht, lacht ein Trio am Rande des Weihnachtsmarktes über die Tat. Was ihnen nun droht.
Unfassbare Szenen in Magdeburg: Während auf dem Weihnachtsmarkt Menschen sterben und andere um ihr Leben ringen, jubelt ein Trio nahe dem Anschlagsort über die Tat.
Wie die „Magdeburger Volksstimme“ und die „Bild“-Zeitung übereinstimmend berichten, sind drei Personen aufgefallen, weil sie sich in aller Öffentlichkeit offenbar lautstark über die tödliche Auto-Attacke freuten.
Demnach habe die Polizei ihre Personalien aufgenommen. Sie erhielten sie Anzeigen wegen der „Billigung von Straftaten“, berichtete die „Volksstimme“. Laut Strafgesetzbuch droht ihnen eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.
Zu einem bitteren Vorfall kam es auch in Essen: Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen Zuschauer eingeleitet, der vor dem Drittligaspiel Rot-Weiss Essen gegen den VfB Stuttgart II die Gedenkminute gestört haben soll. Während Spieler und die meisten Zuschauer im Stadion am Samstag in einer Schweigeminute den Opfern des mutmaßlichen Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg gedachten, hatte ein Mann „Deutschland den Deutschen“ geschrien.
„Wir haben eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung geschrieben“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Demnach sei der Mann vom Ordnungsdienst aus dem Stadion gebracht worden und habe umgehend Hausverbot erhalten. Viele Zuschauer im Stadion an der Hafenstraße hatten schnell mit „Nazis-raus“-Rufen reagiert.
Bei der Todesfahrt auf dem Magdeburg sind nach derzeitigem Stand fünf Menschen ums Leben gekommen, es gibt 200 Verletzte. Der Tatverdächtige ist ein 50-jähriger Arzt, der aus Saudi-Arabien stammt. Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen.
Mit Material von dpa