Osnabrück Von Bach bis Ronja Räubertochter – diese fünf TV-Hits sollten Sie nicht verpassen
Zu Weihnachten 2025 überbieten sich Sender und Mediatheken mit hochwertigen Filmen und Serien. Lesen Sie hier, welche fünf Titel sich besonders lohnen.
Auch in diesem Jahr locken die TV-Sender und Mediatheken zur Weihnachtszeit wieder mit einer Vielzahl unterschiedlichster Filme und Serien. Nicht nur Klassiker von „Sissi“ (ARD) bis zu „Stirb langsam“ (RTL2) fluten die Bildschirme. Es gibt auch viel Neues zu entdecken. Lesen Sie hier, welche fünf Filme und Serien sich besonders lohnen.
Es ist ein Mädchen! Räuberhauptmann Mattis und seine Frau können ihr Glück kaum fassen, als Baby Ronja das Licht der Welt erblickt. Zwar bringt in derselben Nacht ein Gewitter einen Teil der uneinnehmbaren Burg der Räuberbande zum Einsturz. Aber egal. Es wurden ja sowieso nicht alle Räume genutzt. Jahre später ist es für Ronja (Kerstin Linden) dann an der Zeit, auf eigenen Beinen zu stehen und allein in den gefährlichen Wald zu ziehen. Dort trifft sie nicht nur auf Graugnome, Wilddruden und lustige Rumpelwichtel, sondern verguckt sich auch in Birk Borkason, den Sohn von Räuberhauptmann Borka!
Freundschaft und Mut, Selbstbestimmung und Freiheit sind die Motive der in Koproduktion mit Netflix entstandenen Neuverfilmung der Serie nach dem Jugendbuch von Astrid Lindgren. Regisseurin Lisa James Larsson taucht die spannende Handlung in stimmungsvolle, teils sehr düster und furchteinflößende Einstellungen, die wohl auch erklären, warum die ersten drei Folgen im TV erst ab 20.15 Uhr zu sehen sind. In der ARD Mediathek findet sich auch der Spielfilmklassiker von 1984.
Ronja Räubertochter, Das Erste, 25. Dezember ab 20.15 Uhr, 26. Dezember ab 18 Uhr und jetzt schon in der ARD Mediathek.
„Jauchzet, frohlocket!“ Anlässlich der Weihnachtsfeiertage darf man schon mal aus Johann Sebastian Bachs weltberühmtem „Weihnachtsoratorium“ zitieren. Zumal sich der Film „Bach – Ein Weihnachstwunder“ genau darum dreht. Genauer gesagt um die Entstehung des Oratoriums, das, sofern man der Eingangssequenz des Filmes trauen kann, Bachs zweite Ehefrau Anna Magdalena (Verena Altenberger) zu einem verzweifelten Brief an ihren Stiefsohn Emanuel getrieben hat. „Die Lage hier in Leipzig spitzt sich zu“, hört man ihre Stimme aus dem Off klagen. „Dein Vater plant zu Weihnachten eine gewaltige Komposition“.
Unter der Regie von Florian Baxmeyer und nach dem Drehbuch von Christian Schnalke entspinnt sich ein als Familienfilm getarntes historisches Drama um ein cholerisches Genie, das irgendwo zwischen Größenwahn und Intrigen gefangen zu sein scheint. Seinen ganz besonderen Reiz erhält die Verfilmung durch das Zusammenspiel von Hauptdarsteller Devid Striesow mit seinem realen Sohn Ludwig Simon in der Rolle von Bachs Sohn Emanuel.
Bach – Ein Weihnachtswunder. ARD Mediathek bis 18. März 2025.
George, Julien, Dick, Anne und Hund Timmy – wer kennt sie nicht? Natürlich, es handelt sich um die „Fünf Freunde“, die „Famous Five“ aus der Feder der britischen Autorin Enid Blyton, deren erstes Abenteuer „Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel“ erstmals 1942 veröffentlicht wurde. Eine der erfolgreichsten Jugendbuchreihen war geboren. Zahlreiche Hörspiele, Filme und TV-Serienproduktionen später erscheint nun die neueste wie auch ungewöhnlichste Serienadaption.
Hinter der in den 1930er-Jahren angesiedelten deutsch-britischen Koproduktion steckt kein Geringerer als der dänische Filmemacher Nicolas Winding Refn. Der ist eigentlich eher bekannt für düster-brutale Produktionen wie den Spielfilm „Drive“. Aber mit der fantasievoll und selbstverständlich auch familiengerecht umgesetzten Neuinterpretation der „Fünf Freunde“ trifft er ebenfalls ins Schwarze. Drei Episoden sind bereits fertig. Den Anfang macht „Der Fluch der Felseninsel“, wo Georgina alias George den Hund Timmy findet.
Fünf Freunde. ZDF, 25. Dezember, 16 und 17.30 Uhr. 26. Dezember, 15.15 Uhr. Jetzt schon alle drei Episoden in der ZDF Mediathek.
Einst feierte Jakob Sesam (Rainer Bock) mit seiner Puppenshow „Hallo Spencer“ große Erfolge im Fernsehen. Dann war Schluss. Heute lebt er mit seinen Puppen in einer ehemaligen Disco. Jetzt droht der Rauswurf. Sesam hat schließlich nicht nur 10 Millionen Euro Schulden bei Peggy (Victoria Trauttmansdorff), der Besitzerin der Disco. Peggy plant auch, auf dem Grundstück eine Seniorenresidenz zu errichten. Gelingt es Sesam, mit seinen Puppen einen Film zu drehen, der die ausstehenden 10 Millionen Euro einspielt?
Die Idee zu „Hallo Spencer – Der Film“ hat eine lange Geschichte. Als Jan Böhmermann, bekennender „Spencer“-Fan, in seinem ZDF-Magazin Royale“ damit anfing, der Figur Spencer neues Leben als Nerd mit Aluhutambitionen einzuhauchen und anzudichten, onterte der reale „Spencer“-Erfinder Winfried Debertin umgehend mit einem „Spencer TV“-Youtube-Kanal. Allmählich kamen sich Böhmermann und Debertin näher, bis die Idee zum Film realisiert wurde. Das Ergebnis ist eine wunderbare Mischung aus Medien- und Zeitgeistsatire mit nostalgischen Untertönen und natürlich den Puppen Spencer, Elvis, Lulu, Poldi und Co.
Hallo Spencer – Der Film. ZDFneo, 25. Dezember, 20.15 Uhr. ZDF, 27. Dezember, 23.45 Uhr und jetzt schon in der ZDF Mediathek.
Es gibt Fernsehserien, bei denen man sich unmittelbar fragen muss, warum sie es bis heute nicht bei uns ins frei empfangbare Fernsehen geschafft haben. Die erstmals 2008 in Großbritannien ausgestrahlte Verfilmung von Charles Dickens‘ Fortsetzungsroman „Little Dorrit“ gehört eindeutig in diese Kategorie. Jetzt endlich ist die unter anderem mit sieben Primetime Emmy Awards ausgezeichnete Geschichte aus dem Viktorianischen England in der Arte Mediathek zu sehen. Erzählt wird das Schicksal der 21jährigen Amy Dorrit (Claire Foy, „The Crown“), die im Londoner Schuldengefängnis Marshalsea aufgewachsen ist, wo sie sich um ihren Vater kümmern musste. Mittlerweile arbeitet sie als Näherin für die wohlhabende, aber verbitterte Miss Clennam. Als deren Sohn Arthur nach langer Abwesenheit nach London zurückkehrt, nimmt das Schicksal seinen ungewöhnlichen Lauf.
Der achtteiligen Familiensaga gelingt es auf wunderbare Weise, den Stoff auf zeitlose Weise spannend, humorvoll und unterhaltsam neu zu gestalten. Vorsicht – hoher Suchtfaktor!
Charles Dickens‘ Little Dorrit. Arte Mediathek bis zum 30. November 2025.