Verein in Turbulenzen Sandwater-Werk Simonswolde: Vorsitzender hört auf
Nach nur acht Monaten musste der Vorstand des Sandwater-Werks Simonswolde neu bestimmt werden. Das sind die Hintergründe.
Simonswolde - Mit seiner spontanen Bereitschaft, im März dieses Jahres den Vorsitz des Sand- und Water-Werks Simonswolde zu übernehmen, hatte der Auricher Wilfried Frerichs dafür gesorgt, dass die Einrichtung fortbestehen konnte und sie somit vor dem Aus bewahrt. Kurz zuvor hatten Erika und Eberhard Bongers ihr unermüdliches Engagement für das Sand- und Water-Werk nach 17 Jahren schweren Herzen aus Altersgründen beendet. Daraufhin war der gesamte Vorstand zurückgetreten.
Jetzt, nach nur acht Monaten hat Wilfried Frerichs sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt und darum gebeten, einen neuen Vorstand zu wählen. „Ich bin zurzeit nicht mehr in der Lage, der Vereinsarbeit hundertprozentig nachzukommen“, sagte Frerichs im Telefongespräch mit den ON. Mehr wolle er zu seinem Rückzug aus dem Vorstand nicht sagen.
Mit ihm verließ auch die Schriftführerin Gerda Hinrichs den Vorstand. Sie wird sich künftig noch um die Internetseite und erforderliche Drucksachen kümmern.
Inzwischen haben die Mitglieder einen neuen Vorstand gewählt: Vorsitzende ist Heike Post, stellvertretende Vorsitzende Lisa Post, Kassenwartin Cornelia de Boer, Schriftführer Achim Strzyzewski, Kassenprüferin Gaby Saathoff.
Erfahrene Sandwater-Werkerin
Mit Heike Post steht seit dem 28. November eine erfahrene Sand- und Water-Werkerin an der Spitze des Vereins. Sie gehörte von Beginn an zum erfolgreichen Team. Weil ihr das Projekt sehr am Herzen liegt, hatte sich Heike Post im März zur Stellvertreterin von Wilfried Frerichs wählen lassen.
Doch im Laufe der Zeit habe sich gezeigt, dass es innerhalb des Vorstandes unterschiedliche Auffassungen und Meinungen gab, die letztlich mehr oder weniger mit ausschlaggebend gewesen seien und zu diesen Veränderungen geführt hätten, erklärte Heike Post.
„Wir können das, was wir mühevoll in 17 Jahren aufgebaut haben, jetzt nicht einfach vor die Wand fahren. Ich habe mir gesagt, bevor das Ganze völlig den Bach runtergeht, mache ich das“, gibt sich die 60-Jährige Heike Post kämpferisch. Auf die Unterstützung ihrer Familie, insbesondere ihres Ehemannes Manfred, könne sie zurückgreifen. Zudem sei ihre Schwiegertochter Lisa Post ihre Stellvertreterin. Sie müsse sich aber jetzt erst einmal in die Vorstandsarbeit reinfuchsen.
Für Ihlows Bürgermeister Arno Ulrichs war von Beginn an klar, dass der Neuanfang beim Sand- und Water-Werk nach der Ära Bongers nicht ganz einfach werden würde. Er sei dennoch froh, dass der Verein dieses erste Jahr miteinander geschafft habe. „Die Veränderungen im Vorstand bieten eine gute Chance, um in ruhiges Fahrwasser zu kommen. Insofern ist mir, was die Zukunft des Sand- und Water-Werks angeht, nicht bange“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde werde auf jeden Fall weiterhin hilfreich zur Seite stehen.
Wichtig ist der neuen Vorsitzenden, zukünftig Leute für den Verein zu begeistern und sie für die vielfältigen Aufgaben und Arbeiten auf dem Gelände zu gewinnen.
Heike Post und ihr Team möchten auf jeden Fall die Familiensonntage beibehalten. Nach fünf Jahren wird am 24. Dezember erstmals wieder ab 14 Uhr das Friedenslicht durch die Pfadfinder des Stamms „Vaganten“ aus Aurich in der auf dem Gelände des Sand- und Water-Werks stehenden Jurte feierlich überreicht.
Friedenslicht aus Bethlehem
In der Vergangenheit kam das Friedenslicht aus Bethlehem in der Nacht zum dritten Advent nach Deutschland. Dieses Jahr ist es anders aufgrund der schwierigen Lage im Nahen Osten. Das Friedenslicht stammt in diesem Jahr aus der Wallfahrtskirche Christkindl in Steyr, wo Pfadfinder das gesamte Jahr über das Friedenslicht vom letzten Jahr aufbewahrt haben.
Das Projekt Sand- und Water-Werk begann vor 17 Jahren. Erika Bongers und ihre Mitstreiter Gaby Saathoff, Heike Post, Detlef Eden und Eberhard Bongers gelang es im Laufe der Jahre durch Enthusiasmus, Leidenschaft und unbändigem Einsatz, aus dem einst verwahrlosten Gelände kontinuierlich ein Schmuckstück zu machen. Sie gestalteten einen Wassererlebnisgarten, der als Umweltlernort und Mehrgenerationengarten von Schulkindern, Jugendlichen und Erwachsenen bis heute genutzt wird.
Im Laufe der Zeit wurde es zu einem bedeutenden Aushängeschild und Werbeträger der Gemeinde Ihlow. „Unser Hauptaugenmerk als Verantwortliche des Sandwater-Werks haben wir auf die umweltpädagogischen Bildungsangebote für Kindergärten und Grundschulklassen gelegt“, erklärte die ehemalige Vorsitzende Erika Bongers.