Ein turbulentes SpVg-Jahr  So hat Claudio Casto Aurich wieder nach oben geführt

| | 18.12.2024 12:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Claudio Casto und sein Co-Trainer Milas Faqiryar haben Aurich bis auf Platz drei geführt. Foto: Helmut Vortanz
Claudio Casto und sein Co-Trainer Milas Faqiryar haben Aurich bis auf Platz drei geführt. Foto: Helmut Vortanz
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Vom Abstiegskampf zum Titelanwärter: Die SpVg Aurich hat eine enorme Entwicklung mit Trainer Casto hingelegt. Für die Rückrunde gibt es zwei prominente Neuzugänge.

Aurich - Vor ziemlich genau einem Jahr lag der Herrenfußball bei der SpVg Aurich in Trümmern. Drei Trainer hatten in der Hinrunde der Saison 2023/24 vergeblich versucht, die Mannschaft aus dem Abstiegskampf der Bezirksliga zu befreien. Dann kam Claudio Casto. Der neue starke Mann an der Seitenlinie drehte den kompletten Kader auf links, rettete das Team mit einer sensationellen Rückrunde vor dem Gang in die fußballerische Bedeutungslosigkeit und steht nach etwas mehr als der Hälfte der neuen Saison mit der SpVg Aurich auf dem dritten Platz der Bezirksliga – mit Luft nach oben. „Wir haben fast jeden Stein umgedreht und der Mannschaft neues Leben eingehaucht. Es ist viel passiert in einem Jahr, aber wir haben einen enormen Weg zurückgelegt“, sagt Claudio Casto.

Der Gastronom, der drei Restaurants betreibt, kehrte an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der gebürtige Auricher spielte im Jugend- und Herrenbereich für die Sportvereinigung und trainierte die Mannschaft in der Saison 2019/2020 für drei Monate. Der 34-Jährige brachte in der vergangenen Winterpause viele Spieler mit nach Aurich, die er schon in seiner Zeit bei der U19 von Kickers Emden trainiert hatte. Der Erfolg gab ihm Recht: „Wir haben von 15 Spielen der Rückrunde zehn gewonnen und ansehnlichen Fußball gespielt“, sagt Casto. Zurzeit ist die SpVg Aurich Dritter in der Bezirksliga und wenn es nach den Wünschen von Casto gegangen wäre, würden die Auricher noch weiter oben stehen. „Wir haben fünf oder sechs Punkte liegengelassen. Dazu hatten wir gewaltiges Verletzungspech und haben sechs Torhüter eingesetzt. Aber in der Rückrunde wollen wir noch einmal angreifen im Titelkampf“, sagt der Auricher Trainer.

Yanic Konda kommt von Kickers Emden zur SpVg

Für dieses Ziel haben die Auricher noch einmal kräftig aufgerüstet. Vom Landesligisten GW Firrel kehrt der 35-jährige Marc Steinheuser ans Ellernfeld zurück. Vor vielen Jahren hatte der Mittelfeldspieler bereits in Aurich gekickt, in Emden trainierte er die U19 gemeinsam mit Casto. „Er ist ein guter Freund und ich bin im vergangenen Jahr immer an ihm dran gewesen. Jetzt hat es endlich geklappt“, freut sich Casto über den Neuzugang aus der Landesliga. Ein weiterer, namhafter Neuzugang kommt vom Regionalligisten Kickers Emden und hat ebenfalls eine Auricher Vergangenheit. Yanic Konda, der mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden ist, soll bei der SpVg für frischen Wind sorgen. Bereits in der Saison 2015/16 lief der damals noch blutjunge Konda für die Sportvereinigung auf. „Seitdem Henning Rießelmann in Emden tätig ist und viele neue Spieler geholt hat, ist es für Yanic schwierig geworden. Wir sind froh, dass wir nun so einen Spieler in unseren Reihen haben. Und wir stärken unser Profil mit Spielern, die Auricher Wurzeln haben“, sagt Casto.

Yanic Konda kommt von Kickers Emden ans Ellernfeld. Foto: Wilfried Gronewold
Yanic Konda kommt von Kickers Emden ans Ellernfeld. Foto: Wilfried Gronewold

Zudem stehen in der Rückserie Simon Smit und Adam Toufaili wieder zur Verfügung. Beide fehlten im ersten Halbjahr – Smit wegen eines mehrmonatigen Spanien-Aufenthaltes, Toufaili wegen einer Kreuzband-Verletzung. Und die Sportvereinigung hat etwas gegen die Misere auf der Torhüter-Position getan und Marek Janssen vom SV Leezdorf nach Aurich gelotst. Sieben Spieler werden oder haben die SpVg Aurich bereits verlassen. Joel Janßen und Keanu Töpfer haben sich dem SV Wallinghausen angeschlossen, Ibrahim Balhas geht zurück zum Ligakonkurrenten Borssum, Amar Karan spielt künftig für den SV Großefehn. Auch Eliel Delphonse, Kafil Isimailla und Yahya Berete werden sich neu orientieren.

Doch bevor es weitergeht in der Bezirksliga, will sich Claudio Casto von dem turbulenten Jahr erholen und mit seiner Familie in aller Ruhe Weihnachten feiern. Danach geht es in den Urlaub. „Ohne Fußball ist es deutlich entspannter“, sagt Casto. Auch beim diesjährigen Aurich-Cup wird er die Mannschaft nicht trainieren. Das übernimmt dann sein Co-Trainer Milad Faqiryar.

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