Bauvorhaben Unterirdisches Bierkasten-System am neuen Marienhafer Aldi
Unter dem Parkplatz des neuen Aldi-Marktes in Marienhafe werden Kunststoffelemente verbaut. Was es damit auf sich hat.
Marienhafe - Sie erinnern an überdimensionale Legosteine oder auch an Getränkekisten: Unter dem Parkplatz des neuen Aldi-Marktes in Marienhafe werden Kunststoffelemente verbaut. Auch wenn man später von ihnen nichts mehr sieht, kommt den ineinander gesteckten blauen Teilen eine besondere Funktion zu.
Es handelt sich um sogenannte Rigolen (von französisch rigole = Rinne) der unterirdischen Regenrückhaltung. Sie dienen als Pufferspeicher, die Niederschläge kurzzeitig aufnehmen und dann dosiert an das Rohrnetz der Oberflächenentwässerung abgeben können. Mit Blick darauf muss Aldi einige Auflagen erfüllen – auch wenn durch den Bau des neuen Marktes keine zusätzlichen Flächen versiegelt werden. Die erforderlichen Rückhaltekapazitäten wurden in den vergangenen Jahren aber erhöht. Die Rigolen unter der Erde ersetzen ein Regenrückhaltebecken, für das am neuen Aldi-Standort kein Platz wäre.
180 Kubikmeter Wasser können die unterirdischen Speicher nach Auskunft von Claire Gabriel, Bauleiterin des Bauunternehmen Schulte fassen. Wie sie erklärte, werden die Kunststoffelemente in Folien eingebettet, dann mit Erde verfüllt und später mit Wasser gefüllt. Scherzhaft würden die Rigolen auch als „Bierkasten-System“ bezeichnet, sagte Gabriel.
1050 Quadratmeter Verkaufsfläche
Wie mehrfach berichtet, entsteht der neue Aldi auf dem Gelände des ehemaligen Edeka-Marktes Kruse. Der war im August abgerissen worden. Edeka hatte den Standort verlassen und Ende April dieses Jahres das neue E-Center auf dem früheren Toom-Gelände auf der anderen Seite der Rosenstraße eröffnet.
Aldi ist bisher neben dem Combi-Markt im Gewerbegebiet Upgant-Schott ansässig. Mit dem Umzug nach Marienhafe wird Aldi wachsen: 1050 Quadratmeter Verkaufsfläche soll die neue Filiale haben. Bisher sind es 760 Quadratmeter. Gestaltet wird der neue Aldi-Markt nach Unternehmensangaben nach dem aktuellen Filialkonzept, das Wert auf helle und freundliche Einkaufsatmosphäre und breite Gänge lege.
Bei den Baustoffen setzt Aldi auf Nachhaltigkeit: Die Baubeschreibung sieht den Einsatz von Materialien vor, die schnell und einfach wiederverwertet werden können. Die Fassadenelemente aus Lochblech können zudem bei anderen Bauten weitergenutzt werden. Bei diesem freistehenden Markt setze man mit Holz zudem auf einen Baustoff, der nicht nur mit seiner Optik punktet, sondern auch für ökologisches Bauen steht, hieß es. So besteht der Markt aus Holzstützen und Holzrahmenbauwänden. Die gedämmten Bauteile wurden vorgefertigt angeliefert und mussten vor Ort nur noch zusammengesetzt werden. Danach wurden die Dachbinder aufgelegt.
Eröffnung des Marktes für März 2025 geplant
Derzeit laufen letzte Dachdeckerarbeiten. Auch die Fassadenbauer haben mit ihrer Arbeit begonnen. Die Neueröffnung des neuen Marktes ist laut Aldi Ende März 2025 geplant.