Grundsteuerreform Wie viele Eigentümer in Ihlow jetzt profitieren
Die Gemeinde Ihlow hat pünktlich vor Jahresende die Hebesätze bei den Grundsteuern angepasst. Wer sich jetzt über ein Geldgeschenk unterm Weihnachtsbaum freuen kann.
Ihlow - Pünktlich zum Jahresende hat der Gemeinderat in Ihlow neue Hebesätze für die Grundsteuer beschlossen. Somit ist ein wichtiger Schritt in der Grundsteuerreform gemacht worden. Was die neuen Sätze bedeuten und ob vor dem Fest gute Neuigkeiten unterm Baum liegen. Fragen und Antworten.
Was ändert sich für Hausbesitzer in Ihlow?
Wohngrundstücke und Häuser werden nach wie vor über die Grundsteuer B abgerechnet. Der Satz liegt nach dem neuen Beschluss bei 260 Prozent. Dieser ist deutlich niedriger als der alte Satz. Leider heißt es nicht, dass alle Hausbesitzer und Grundstückseigentümer nun weniger Steuern zahlen müssen. Hier liegt es an dem Messbetrag, den die Eigentümer bereits in den vergangenen anderthalb Jahren vom Finanzamt mitgeteilt haben. Für einige wird es teurer, für manche bleibt es etwa gleich, für andere wird es günstiger, je nach Messbetrag, erklärt der Ihlower Kämmerer Harm Ubben.
Wie viele sind betroffen?
Zwei Drittel der Ihlower profitieren oder haben keine Änderung durch den neuen Hebesatz. Laut Ubben sind es 61 Prozent der Eigentümer, die bei der Grundsteuer B weniger oder gleich viel Abgaben zahlen müssen. Alle anderen müssen ab 2025 tiefer ins Portemonnaie greifen. Das hängt von dem Messbetrag ab. Insgesamt 5865 Messbeträge hat die Gemeinde Ihlow als Grundlage gehabt, um den Steuersatz neu zu berechnen.
Was ändert sich für Landbesitzer?
Hier sei wichtig, dass nur noch die landwirtschaftlichen Flächen abgerechnet werden. Die Wohngebäude hingegen werden jetzt separat über die Grundsteuer B abgerechnet, so Ubben. Das war früher nicht der Fall. Der Hebesatz liegt neu bei 432 Prozent. Größere landwirtschaftliche Betriebe würden erhebliche Einsparungen haben, so der Kämmerer. Der hohe Satz erkläre sich vor allem daher, weil eben der Wohnbereich rausfällt und die Gemeinde ja keine Verluste machen möchte. Hier waren es 1287 Messbeträge, mit denen die Gemeinde Ihlow gerechnet hat.
Alte und neue Hebesätze im Vergleich
Für die Grundsteuer A wird ab dem kommenden Jahr ein Hebesatz von 432 Prozent angesetzt. Der alte Satz lag bei 380 Prozent.
Für die Grundsteuer B wird ab dem kommenden Jahr ein Satz von 260 Prozent angesetzt. Der alte Hebesatz lag bei 370 Prozent.
Gleich bleibt die Gewerbesteuer. Die liegt nach wie vor bei einem Satz von 380 Prozent.
Profitiert die Gemeinde von den Änderungen?
Nein. Laut dem Kämmerer war es das Ziel, die Hebesätze „aufkommensneutral“ zu gestalten. Auch die Politik wünschte es so. Die Gemeinde nimmt nun also nicht mehr Geld ein als vorher. Das heißt jedoch nicht, dass sich in den nächsten Jahren die Steuersätze irgendwann ändern könnten. Nur bei der Reform sollte es keine versteckte Steuererhöhung geben. Für die Gemeinde hat die Änderung vor allem viel Büroarbeit bedeutet. Mit der neuen Steuersatzung ist das auch noch nicht das Ende für die Verwaltung. Es sei nicht bekannt, wie viele Einsprüche gegen die Steuerbescheide noch im Laufe des Jahres eintreffen werden, so Ubben. Gänzlich abgeschlossen ist das Thema Grundsteuer damit für die Verwaltung also nicht.