Berlin Habecks Gutschein für die E-Zapfsäule: So richtig überzeugend ist das nicht
Als Reaktion auf die schwachen Verkaufszahlen plant Robert Habeck neue Zuschüsse für E-Autos. Das ist zwar logisch und notwendig. Aber es ist fraglich, was die Pläne des Wirtschaftsministers tatsächlich bringen könnten.
Es ist kein Wunder, dass sich Politiker mit lukrativen Angeboten für E-Auto-Käufer überbieten. Erstens sind Wahlkampfzeiten. Zweitens kämpft die Autobranche mit sinkenden Absatzzahlen. Kanzler Olaf Scholz will eine europaweite Kaufprämie, Sahra Wagenknecht ein „Volksleasing“-Modell. Jetzt legt Robert Habeck nach. Jener Wirtschaftsminister, der in ampelhafter Schludrigkeit die Förderung für E-Autos vor einem Jahr abrupt stoppte.
Habecks Idee: Ein Ladegutschein von 1000 Euro für alle sowie ein Kaufbonus für Geringverdiener. Auch wer sich dazu entscheidet, ein Elektro-Fahrzeug zu leasen, soll unterstützt werden.
Grundsätzlich ist der Impuls nicht schlecht. Damit endlich mehr Stromer auf die Straßen kommen, muss der Staat der Elektromobilität den nötigen Schubs geben. Von Zuständen wie in Norwegen, wo Verbrennerfahrzeuge nur noch in homöopathischen Mengen zugelassen werden, ist Deutschland gefühlt Lichtjahre entfernt. Daher wären Geldgeschenke der Bundesregierung ein kluges Manöver. Die E-Mobilität günstiger zu machen, könnte den Rückstand verkleinern und zugleich den kriselnden deutschen Autobauern helfen.
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Zwei große Fragezeichen gibt es allerdings. Könnte Habeck seinen Plan wirklich umsetzen? Nach dem Ampel-Bruch hat die verbliebene rot-grüne Koalition keine Mehrheit mehr. Und sollten die Grünen auch Teil der nächsten Bundesregierung sein, bliebe ein Problem: Mit einem möglichen Kanzler Friedrich Merz dürften neue Förderungen kaum machbar sein.
Fraglich ist auch, ob das Angebot wirklich jene überzeugt, die mit dem Kauf eines klimafreundlichen Fahrzeugs noch warten. Es geht ja nicht nur ums Geld, es geht auch um Praktikabilität, also geringere Reichweiten als Verbrenner und zu wenige Ladesäulen. Auch müssen Union und FDP endlich damit aufhören, das „Verbrennerverbot“ ab 2035 ständig infrage zu stellen. Das raubt Vertrauen in die E-Mobilität. Und wenn es kein Vertrauen gibt, werden auch die größten Kaufanreize nie ihre volle Wirkung entfalten.