Delmenhorst Socken, Shirts und mehr: Wie Thomas Keiser mit Delmenhorst-Artikeln Bremen aufmischt
Der gebürtige Delmenhorster Thomas Keiser erschafft Merchandise-Artikel, die seine Heimatstadt zum Thema haben. Das führt zu allerlei witzigen Unterhaltungen, verrät der Künstler im Gespräch.
Seit vielen Jahren wohnt Thomas Keiser bereits in Bremen. Doch seine Heimat Delmenhorst war immer Teil seines Lebens – auch, weil er die Stadt dazu gemacht hat. Sein Studium hat er genutzt, sich mit Delmenhorst zu beschäftigen, ein persönlicher und künstlerischer Erfolg: Seit einigen Jahren produziert er Delmenhorst-Merchandise und der kommt richtig gut an, wie er sagt.
Vor 14 Jahren hat sich Keiser zum ersten Mal so richtig mit seiner Heimatstadt auseinandergesetzt. Damals wohnte er schon in Bremen, studierte an der Hochschule für Künste und hat eine Fotostrecke mit Bildern aus Delmenhorst zusammengestellt. Als er die Fotos 2019 im Horner Eck, einer Kneipe in Bremen, die Kunst und Kultur einen Raum bietet, ausgestellt hat, sei die Idee von Delmenhorst-Artikeln gewachsen, erzählt er. Zunächst Socken und Taschen, die er im Siebdruckverfahren mit „Delmenhorst“ verziert hat.
„Das kam gut an“, sagt er, sogar so gut, dass er seine Meisterschüler-Arbeit daran angeknüpft hat. Für einen Film sammelte der Kunststudent Filmmaterial aus der Delmestadt, rief auch im dk dazu auf, dass ihm alte Aufnahmen geschickt werden. „Da ist richtig was zusammen gekommen“, sagt er heute. Einiges von Privatleuten, aber vor allem aus der Stadtbücherei in Delmenhorst. Dort gebe es ein ganzes Regal mit Bildbänden, aber auch VHS-Kassetten, aus denen er sich bedienen konnte. Mit der erfolgreichen Abschlussarbeit wurde aus dem Studenten ein freischaffender Künstler. „Da konnte ich meinen Traum verwirklichen und in die Produktion gehen“, sagt Keiser.
Zu den Socken und Beuteln sind T-Shirts und Tassen hinzugekommen. „Einen richtigen Onlineshop gibt es noch nicht“, sagt er. Wer einen Artikel haben möchte, muss Keiser anschreiben oder an einem seiner Stände besuchen, wo er seine Kunststücke verkauft. Beispielsweise am 13. und 16. Dezember auf dem Markt Lichter der Neustadt in Bremen oder beim Schlachte Zauber, wo eine Bude gemeinsam mit weiteren Künstlern geplant ist.
An seinen Ständen komme es immer wieder zu lustigen Gesprächen. Käufer der Artikel seien ganz unterschiedliche Menschen, sagt er, was sie aber eint: Sie finden die Sachen witzig. „Das sind Bremer, die noch nie in Delmenhorst waren“, sagt er. Doch der Stadt eile ein Ruf voraus und deshalb fänden manche die bedruckten Sachen gut. Es sei erstaunlich, wie viele Menschen noch nie in Delmenhorst waren, findet Keiser, und das, obwohl sie beispielsweise regelmäßig durchfahren in Richtung Bremen.
„Es sind aber auch viele Leute, die kennen jemanden, der dort wohnt oder arbeitet“, sagt Keiser und manchmal sprechen ihn auch Menschen an, die Delmenhorst schon viel länger kennen als der 41-Jährige selbst. „Das sind interessante Gespräche“, sagt er. Natürlich gehe es dann um die aussterbende Innenstadt und die vielen Konzerte und Schuppen, die es früher mal gab. Was ihm aber aufgefallen ist: „Die Leute, die am meisten reden wollen, wollen gar nichts kaufen.“
Er selbst trete immer mehr „pro Delmenhorst“ auf, wenn an seinen Ständen Kritik aufkommt. So trist seine Stadtansichten im Jahr 2010 auch gewesen seien, in der Zeit habe er schöne Seiten der Stadt entdeckt. „Meine Familie wohnt auch noch da und ich bin öfter mal da“, sagt Keiser. Dorthin zurückziehen, will der Künstler derzeit aber nicht. „Das ist gerade nicht der Lebensabschnitt dafür“, sagt er. Stattdessen mache er mit seinen Sachen seine Heimatstadt ein wenig bekannter. Am besten verkaufen sich nach wie vor die weißen Socken, verrät er. „Alle wollen immer nur weiße Socken“, so Keiser, dabei bedrucke er total gerne auch mal bunte Sachen.