Rollen für Stück vergeben  Sie geben „Timmel unner Strom“ ein Gesicht

Gerd-Arnold Ubben
|
Von Gerd-Arnold Ubben
| 10.12.2024 07:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Alle Neulinge des Theaterstücks „Timmel unner Strom“. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Alle Neulinge des Theaterstücks „Timmel unner Strom“. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Artikel teilen:

Für das Historientheater „Timmel unner Strom“ sind die 41 Sprechrollen vergeben worden. Bei der Besetzung war nicht allein die Schauspielfähigkeit ausschlaggebend.

Timmel - Die Sprechrollen für das große historische Theaterstück „Timmel unner Strom - Ein Dorf im Strom der Zeit“ sind zugeteilt. Anlässlich eines Treffens der ausgesuchten Laienschauspieler mit den Organisatoren und Requisiteuren sowie der Regisseurin Elke Münch im Timmeler Gemeindehaus erfolgte durch Ludwig Soeken die Bekanntgabe der einzelnen Rollenbesetzungen; sie sorgte für viel Heiterkeit und Beifall. Danach erhielten die Darsteller voller Vorfreude auf das große Ereignis im Herbst kommenden Jahres ihre Rollenbücher, ab sofort darf geübt werden.

Moderator Ludwig Soeken gab im Gemeindehaus Timmel die Rollenverteilung bekannt. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Moderator Ludwig Soeken gab im Gemeindehaus Timmel die Rollenverteilung bekannt. Foto: Gerd-Arnold Ubben

Zuvor erzählte Ludwig Soeken, wie die Idee zu diesem Theaterstück, es spielt in den Jahren 1918 bis 1924, entstanden sei. Er ließ die geschichtlichen Hintergründe der populistischen ersten Jahre nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Ende der Monarchie, der Revolution, der Spanischen Grippe, des wirtschaftlichen Niedergangs, der Ausrufung der Demokratie und der rasanten Inflation, in denen die Einwohner Timmels mit Weitsicht und Solidarität viele Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt haben, noch einmal in Kurzfassung Revue passieren, im Hintergrund auf einer Leinwand sahen die Anwesenden die geplante Bühne.

Die Geschichte eines Dorfes

Im Lockdown der Pandemie hätten alle viel Zeit zum Nachdenken gehabt, so auch er. In dieser Phase sei ihm eine ganze Menge aus früheren Zeiten eingefallen, was ihm sein Opa einst so erzählt hätte. Das sei für Wilhelm Buschmann und ihn, sie sind die Antreiber und Hauptorganisatoren, letztlich der Anstoß zu diesem Theaterstück gewesen, denn ihnen war wichtig, nach dem unsäglichen Lockdown Menschen wieder zusammenzubringen. Das dürfte ihnen sicherlich mit Bravour gelungen sein wie schon bei den Theaterprojekten 2011 „De Schippers van Timmel“ und 2018 „Steerns över Timmel“, die jeweils mehr als 10.000 Zuschauer sahen.

Nachdem die Idee großes Interesse fand, befasste sich schon bald eine Recherchegruppe mit der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Aufgrund der umfangreichen Erkenntnisse daraus konnte der Borkumer Autor Hayo Bootsmann die Geschichte Timmels in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg anhand von damals in der Region lebenden Personen und deren Charaktere darstellen.

Im Kopf ist alles fertig

Wie bei „De Schippers van Timmel“ und „Steerns över Timmel“ hat Elke Münch aus Wilhelmshaven die Regie übernommen und möchte hier ihre so erfolgreiche Arbeit mit den Timmelern mit „Timmel unner Strom“ fortsetzen. „Wir haben im Vorfeld mit mehreren Leuten bereits hart gearbeitet und haben aufgrund der Grundlagen von Hayo Bootsmann das Stück entwickelt. Ich habe mir dabei gleich schon einen Film im Kopf gemacht, der fertig ist, die anderen müssen ihn nur noch spielen, so wie ich es vorgebe“, sagt die Regisseurin, die sich sehr wohlfühlt in Timmel. Wenn sie wählen könnte, würde sie hier nach Ostfriesland ziehen.

Beim Schreiben des Stücks sind die recherchierten Charaktere schon mit eingegangen. Bei der Besetzung der Rollen haben sich die Verantwortlichen gesagt, nicht der beste Schauspieler wird genommen, sondern der, der für den Charakter in dem Stück am besten dazu passt.

Auch Neulinge werden genommen

Der erste, der aufgerufen wurde, war Wilhelm Reuter, er spielt Pastor Peter Jacob Bernh. Siemens. Was er früher sagte, hatte Gewicht. Insgesamt wurden 41 Rollen vergeben. Eine überaus wichtige bekleidet Ludwig Soeken als Erzähler aus der Jetztzeit, der dem Publikum die Hintergründe des Geschehens zwischen und während der einzelnen Sequenzen erklären wird.

Wilhelm Reuter erfuhr als Erster seine Rolle, er spielt Pastor Peter Jacob Bernh. Siemens. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Wilhelm Reuter erfuhr als Erster seine Rolle, er spielt Pastor Peter Jacob Bernh. Siemens. Foto: Gerd-Arnold Ubben

Zum ersten Mal werden Helmuth Gronewold aus Timmel und Enno Mouson aus Ulbargen auf der großen Bühne im Rampenlicht stehen. Während der 39-jährige als Mitglied einer plattdeutschen Band schon über eine gewisse Bühnenerfahrung verfügt, hat Enno Mouson bisher nur auf einer kleinen Bühne in Timmel Theaterluft schnuppern können. „Mir macht das Theaterspielen so viel Spaß, weil ich mich in eine andere Persönlichkeit hineinversetzen und spielen darf“, erklärt der 21-jährige; die erfahrenen Laienschauspieler Jens Soeken und Volker Saathoff haben ihn vor zwei Jahren zum Theaterspielen animiert.

Enno Mouson (links) als Bauer Vollrich Jacobs, Kriegsheimkehrer, und Helmuth Gronewold als Kriegsheimkehrer Otto Brathering werden zum ersten Mal auf der großen Bühne stehen. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Enno Mouson (links) als Bauer Vollrich Jacobs, Kriegsheimkehrer, und Helmuth Gronewold als Kriegsheimkehrer Otto Brathering werden zum ersten Mal auf der großen Bühne stehen. Foto: Gerd-Arnold Ubben

Verantwortlich zeigt sich für dieses außergewöhnliche Projekt der Trägerverein „Uns Timmel“ mit seinen mehr als 1600 Mitgliedern aus 24 aktiven Timmeler Vereinen. Der Dorfverein gründete sich 2009 mit dem Ziel der vereinsübergreifenden Arbeit zum Wohle des Dorfes, der Traditionspflege sowie der Entwicklung von zukunftsweisenden Konzepten zur Dorfentwicklung.

Ab wann Timmel im Rampenlicht steht

Die Zuschauer erwarten 14 Vorstellungen, Premiere soll am Donnerstag, dem 23. Oktober 2025, 20 Uhr, sein. Alle Aufführungen finden im Reitsport-Touristik-Centrum (RTC) statt. Bisher wurden bereits 2700 Karten verkauft.

Ähnliche Artikel