Feuerwehr in Aurich  Grüne schlagen weiteren Standort vor

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 08.12.2024 09:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Blick auf das Kasernengelände vom Hoheberger Weg aus im Sommer 2023: Platz wäre vorhanden für ein großes Feuerwehrgebäude. Foto: Heino Hermanns
Blick auf das Kasernengelände vom Hoheberger Weg aus im Sommer 2023: Platz wäre vorhanden für ein großes Feuerwehrgebäude. Foto: Heino Hermanns
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Für die Feuerwehr Aurich wird weiter nach einem geeigneten Standort gesucht. Die Grünen bringen nun die Kaserne ins Spiel.

Aurich - Seit Monaten wird über den künftigen Standort der Ortsfeuerwehr Aurich debattiert. Die Entscheidung fiel im August für eine Fläche an der Egelser Straße. Nachdem sich das in dieser Woche wegen zu hoher Preisvorstellungen der Verkäufer zerschlagen hat, verfolgt die Stadtverwaltung wieder ihren ursprünglichen Plan, die Feuerwehr im Gebiet „In der Diere“ zu errichten. Die Fraktion der Grünen holt nun einen anderen Vorschlag hervor. Am besten geeignet wäre das Kasernengelände am Hoheberger Weg, sagten Gila Altmann und Gunnar Ott in einem Pressegespräch.

Neu ist der Vorschlag nicht, Ott hatte ihn in den vergangenen Monaten bereits eingebracht. Er wurde damals von der Feuerwehr abgelehnt, weil die Kameraden zu lange brauchen würden, um im Einsatzfall zum Feuerwehrhaus an der Kaserne zu gelangen. „Das Argument gilt aber auch für die Diere“, so Ott. Nach dem Wegfall der Egelser Straße habe man nun also zwei Flächen, die gleich schlecht zu erreichen seien. Daher müssten nun weitere Faktoren berücksichtigt werden.

Forderung: Mehr Platz und ein Hubschrauberlandeplatz

Dazu gehört nach Ansicht von Ott vor allem die zur Verfügung stehende Fläche. In der Diere sei diese auf 10.000 Quadratmeter begrenzt. Auf dem Kasernengelände seien auch 30.000 Quadratmeter möglich. Und Platz werde man langfristig brauchen, so Ott. Dafür würden schon die zukünftigen Anforderungen des Katastrophenschutzes sorgen.

Es müsse jetzt für die kommenden 50 bis 60 Jahre geplant werden. Daher solle man kein herkömmliches Feuerwehrgebäude bauen, sondern zumindest die Option haben für ein großes Katastrophenschutzzentrum mit Hubschrauberlandeplatz und großen Freiflächen. Eingebunden werden sollten auf jeden Fall das Technische Hilfswerk und die Johanniter. Beide Organisationen suchen derzeit in Aurich größere Standorte. Die Freiflächen würden benötigt, weil die Feuerwehren für den Katastrophenschutz immer mehr Wechselladefahrzeuge haben würden, so Ott. Diese Fahrzeuge würden die gerade benötigte Ausrüstung in Containern aufladen. Und diese Container müssten auch irgendwo abgestellt werden.

Grüne: Wohngebiete würden von Kaserne aus besser geschützt

Ein weiterer Vorteil wäre laut Ott, dass die Flächen am Hoheberger Weg der Stadt bereits gehörten. „Wenn ich einen Plan habe, kann ich dort morgen anfangen zu bauen.“ Anders sähe das laut Ott in der Diere aus, das für 1,5 Millionen Euro gekauft werden müsste. Denn im Zuge der Diskussion über den Feuerwehrstandort hätten die Umweltschutzverbände Nabu und BUND bereits Klagen gegen die Entwicklung des Gebietes auch für Wohnungsbau und Gewerbe angekündigt. „Das dauert Jahre, ehe dort gebaut werden könnte“, sagte Ott.

Der alte Standort der Feuerwehr an der Fockenbollwerkstraße ist über 60 Jahre alt. Für einen Neubau gibt es dort keinen Platz. Foto: Romuald Banik
Der alte Standort der Feuerwehr an der Fockenbollwerkstraße ist über 60 Jahre alt. Für einen Neubau gibt es dort keinen Platz. Foto: Romuald Banik

Das Argument, von der Diere aus würde auch der Ortsteil Schirum besser geschützt, lässt er nicht gelten. Denn das könne auch die Feuerwehr Weene übernehmen. Zur Not müsste eben wieder ein Feuerlöschverband gegründet werden. „Von der Kaserne aus sind auch viel mehr Wohngebiete schneller erreichbar“, ergänzte Gila Altmann. Und der Schutz der Bevölkerung habe Vorrang vor dem Löschen von Gewerbebauten. Die Grünen haben die Fahrtzeiten gemessen: Da man durch das Kasernengelände durchfahren könne, wäre die Feuerwehr Aurich sogar schneller im Industriegebiet Nord. Denn sie müsste nicht durch die Innenstadt fahren. Auch der Schutz der Moore im Norden der Stadt wäre so besser gewährleistet.

Entschieden wird über den künftigen Standort der Feuerwehr Aurich am kommenden Donnerstag, 12. Dezember, in der Ratssitzung. Sie beginnt um 16.30 Uhr im Ratssaal des Rathauses.

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