Kirchenleben in Aurich  Langjährige Pastorin bleibt in Matthäus-Gemeinde

| | 06.12.2024 17:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Matthäus-Gemeinde Wallinghausen-Egels-Popens behält ihre Pastorin Silke Kampen. Foto: Archiv
Die Matthäus-Gemeinde Wallinghausen-Egels-Popens behält ihre Pastorin Silke Kampen. Foto: Archiv
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Nach der gescheiterten Wahl zur Superintendentin des Kirchenkreises Emden-Leer bleibt Pastorin Silke Kampen in der Wallinghausener Gemeinde – und zwar gerne.

Aurich – „Ich bin im Reinen mit der Entscheidung“, sagt Pastorin Silke Kampen. Die langjährige Seelsorgerin der Matthäus-Gemeinde Wallinghausen-Egels-Popens hatte sich um die Stelle der Superintendentin des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer beworben. Im Laufe der entscheidenden Sitzung der Kreissynode am vergangenen Mittwoch in Leer hatten sowohl Kampen als auch ihre Mitbewerberin Pastorin Iris Beverung aus Blomberg (Nordrhein-Westfalen) ihre Bewerbungen nach dem ersten Wahlgang zurückgezogen. Der Grund: In der nicht öffentlichen Sitzung im Lutherhaus in Leer hatten sich beide Kandidatinnen zunächst dem Kirchenparlament vorgestellt. Im darauffolgenden ersten Wahlgang bekamen sowohl Kampen als auch Beverung laut Informationen dieser Zeitung nur eine geringe Anzahl an Stimmen.

Pastorin Silke Kampen bleibt der Matthäusgemeinde Wallinghausen erhalten. Foto: Elvira Willsch
Pastorin Silke Kampen bleibt der Matthäusgemeinde Wallinghausen erhalten. Foto: Elvira Willsch

Der Unterschied habe bei nur einer Stimme gelegen. Da es bei dieser Wahl der Kreissynode keine Möglichkeit der Enthaltung gibt, habe es aber viele ungültige Stimmen gegeben. Für die Kirchenkreissynode bedeutete das, dass nach dem ersten Wahlgang keine der beiden Bewerberinnen gewählt worden war. Und die waren mehr als überrascht von der Situation und zogen ihre Konsequenz.

Die Kirchenkreissynode

Die Kirchenkreissynode ist das Kirchenparlament des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer, in dem 74 Mitglieder aus 24 Kirchengemeinden mit rund 41.000 Gemeindemitgliedern die Interessen des Kirchenkreises vertreten. Zum Kirchenkreis gehören außerdem zahlreiche Einrichtungen wie die Familienbildungsstätte, das Kirchenamt Leer oder das Diakonische Werk.

Gemeinsamer Rückzug beider Kandidatinnen

„Die Situation stellte sich an dem betreffenden Abend deutlich anders da, als erwartet“, sagt Silke Kampen auf Anfrage dieser Zeitung. Und zwar offenbar so anders, dass diese Entwicklung nicht vorhersehbar war. Im Vorfeld habe man davon nicht ausgehen können, so Kampen. Die Aufstellungspredigten im November mit der anschließenden Möglichkeit, die Kandidatinnen kennenzulernen, seien gut verlaufen.

Die Kirchenkreissynode

Die Kirchenkreissynode ist das Kirchenparlament des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer, in dem 74 Mitglieder aus 24 Kirchengemeinden mit rund 41.000 Gemeindemitgliedern die Interessen des Kirchenkreises vertreten. Zum Kirchenkreis gehören außerdem zahlreiche Einrichtungen wie die Familienbildungsstätte, das Kirchenamt Leer oder das Diakonische Werk.

Nach dem Ergebnis des ersten Wahlganges am Mittwoch hätten sich beide Kandidatinnen besprochen und gemeinsam die Entscheidung getroffen, ihre jeweilige Bewerbung um das Amt der Superintendentin zurückzunehmen. Die Auricher Pastorin spricht von Iris Beverung in diesem Zusammenhang als einer sehr engagierten Mitbewerberin. „Wir haben die Situation erfreulicherweise auf die gleiche Art und Weise erkannt. Es hat nicht sollen sein“, sagt Kampen rückblickend.

Zurück in gewohnten Gewässern

Für die Pastorin aus Aurich ist die Situation mit der Rücknahme ihrer Bewerbung erledigt. „Meine Wege sind geklärt“, sagt Kampen und wirkt dabei nicht unglücklich. Denn die Seelsorgerin fühlt sich wohl in ihrer Auricher Gemeinde, sie hatte sich nicht aus eigenem Antrieb um das Amt der Superintendentin beworben, sondern war im Sommer dieses Jahres gefragt worden. „Ich selbst hatte keine Wechselambitionen“, sagt Kampen, die neben ihrer Pastorentätigkeit seit 2016 stellvertretende Superintendentin des Kirchenkreises Aurich ist. Nichtsdestotrotz hatte sich Kampen auf ihre neue Aufgabe vorbereitet und auch gefreut, familiär und beruflich den Weg geebnet, Absprachen getroffen, Dinge geklärt. Was genau die Entscheidung der Mitglieder der Kreissynode beeinflusst hat, vermag Kampen nicht zu sagen. „Ich habe keine Antwort darauf“, sagt sie. Für sie läuft der Alltag in der Matthäus-Gemeinde nun gewohnt weiter. „Ich fühle mich wohl in Wallinghausen“, sagt die Pastorin und muss weiter zu einem Trauergespräch.

Kirchenkreis wieder auf der Suche

Für den Kirchenkreis Emden-Leer beginnt die Suche nach einem neuen Superintendenten nun erneut. Seit Christa Olearius im April 2024 nach Berlin-Steglitz wechselte, ist die Leitungsstelle des Kirchenkreises vakant. Das Landeskirchenamt Hannover leitet nun zu gegebener Zeit das Wahlverfahren einer neuen Leitungsspitze ein. In der Zwischenzeit übernehmen weiterhin die beiden stellvertretenden Superintendenten, Pastor Wolfgang Ritter aus Emden und Pastor Sven Grundmann aus Holtland, Leitungsaufgaben im Kirchenkreis.

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