Osnabrück  Aktien, ETFs und Sparpläne überprüfen: So optimieren Anleger ihre Geldanlage

Gian Hessami
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Von Gian Hessami
| 08.12.2024 15:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Anleger sollten ihre Geldanlagen zumindest einmal im Jahr unter die Lupe nehmen und kritisch überprüfen Foto: Unsplash/Jason Briscoe
Anleger sollten ihre Geldanlagen zumindest einmal im Jahr unter die Lupe nehmen und kritisch überprüfen Foto: Unsplash/Jason Briscoe
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Wer Geld an der Börse investiert, sollte sein Portfolio regelmäßig im Blick behalten. Welche Positionen meines Portfolios sind wie gelaufen? Bietet es sich an, bestimmte Werte zu verkaufen und dafür andere zu kaufen? Was beim jährlichen Depotcheck zu tun ist.

Eine schlechte Angewohnheit vieler Anleger ist es, einzelne Positionen, mit denen sie Verluste erleiden, nicht abzustoßen – in der Hoffnung, dass sie damit irgendwann wieder in die Gewinnzone kommen. Eine einfache Prozentrechnung macht klar, dass diese Haltung schnell zum Renditekiller werden kann. Wenn der Aktienkurs beispielsweise um 50 Prozent einbricht, muss die Aktie anschließend um 100 Prozent zulegen, damit sie wieder so viel wert ist wie zuvor. Das gleiche Prinzip gilt auch für Anlageklassen wie Fonds, ETFs (Indexfonds), Anleihen oder Rohstoffe.

Eine alte Börsenweisheit besagt: Lege nicht alle Eier in einen Korb. Denn fällt der Korb auf den Boden (brechen die Kurse ein), könnten alle Eier (alle Vermögenswerte) zu Schaden kommen. Ein Zauberwort beim Depotcheck heißt daher „Rebalancing“. Das Portfolio soll also möglichst „ausbalanciert“ sein. Dabei werden Positionen, die besonders stark an Wert gewonnen haben, anteilig verkauft und Positionen, die an Wert verloren haben, zugekauft. So vermeiden Anleger einseitige Risiken und stellen die ursprüngliche Verteilung ihres Portfolios und damit das gewünschte Rendite-Risiko-Verhältnis wieder her.

Beim Depot-Check geht es aber nicht darum, immer stur nach der gleichen Strategie zu verfahren. Ist der Aktienanteil im Portfolio durch eine gute Performance dieser Anlageklasse deutlich angewachsen und Anleger erwarten für das kommende Jahr weiterhin eine starke Wertentwicklung? Dann könnte das Rebalancing dieses Mal ausbleiben. Oder haben sich die Sparziele geändert? Müssen Anleger bald eine größere Summe flüssig haben, können sie entsprechend viele Wertpapiere verkaufen und das Geld sicher auf einem Tagesgeldkonto parken. Sie sollten für den Verkauf aber einen Zeitpunkt wählen, zu dem sie die Wertpapiere mit Gewinn loswerden.

Ein unterschätzter Faktor sind die Nebenkosten, die bei Investments entstehen. Dazu gehören Transaktions- und Depotgebühren, die Banken oder Online-Broker ihren Kunden in Rechnung stellen. „Wir sehen immer wieder eklatante Fehler in Depots, die Anlegerinnen und Anleger viel Geld kosten. Und gerade hohe Gebühren wirken sich langfristig negativ auf die Rendite des Portfolios aus“, stellt etwa die Quirin Privatbank fest. Deshalb sollten Anleger prüfen, ob sich ein anderer (kostengünstigerer) Broker findet. Die Frage „Welcher Broker ist der beste?“ muss am Ende jeder für sich beantworten.

Die Verbraucherzentrale verweist darauf, dass es „den Preis für das Wertpapierdepot“ nicht gibt. „Stattdessen fallen je nach Anbieter unterschiedliche Kosten an, insbesondere eine jährliche Grundgebühr oder Kosten für Käufe und Verkäufe (Orderkosten).“ Für Anleger, die selten handeln, ist die jährliche Grundgebühr entscheidend. Bei häufigen Transaktionen sind eher die Orderkosten relevant.

Tabelle: Das bieten Broker und Banken beim Depot

Verluste bei der Geldanlage sind schmerzlich, sie haben aber nicht nur schlechte Seiten. Denn sie können die Steuerschuld mindern. Anleger haben die Möglichkeit, die Verluste aus Kapitalanlagen mit Gewinnen zu verrechnen. Das Prinzip: Wenn Anleger Wertpapiere mit Verlust verkaufen, können sie diesen beim Finanzamt steuerlich geltend machen. Sie können die Verluste dann mit künftigen Gewinnen verrechnen. Dazu muss der Verlust jedoch tatsächlich realisiert werden. Buchverluste zählen nicht für die Verlustbescheinigung.

Börsengewinne müssen Anleger versteuern. Dabei fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Erzielen Anleger Kapitalgewinne, behält deren Bank oder Broker die Abgeltungsteuer automatisch ein. Allerdings gibt es einen Freibetrag in Höhe von 1.000 Euro, für zusammenveranlagte Ehepaare sind dies 2.000 Euro. Daher zahlt man erst Steuern, wenn die Kapitaleinkünfte den Freibetrag überschreiten. Dazu muss man der depotführenden Bank einen Freistellungsauftrag erteilen.

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