Berlin Restmüll-Regel ab 2025: Wohin gehören kaputte Kleider jetzt?
Im kommenden Jahr gibt es eine Änderung bei der Mülltrennung: Altkleider dürfen nicht mehr einfach im Restmüll entsorgt werden. Was es mit der neuen Regel auf sich hat und in welchen Abfallbehälter abgetragene T-Shirts und löchrige Bettwäsche ab 2025 gehören.
Mülltrennung ist inzwischen in den meisten deutschen Haushalten gang und gäbe. Verpackungen nach ihrem Material zu sortieren, ist wichtig, um diese recyclen zu können. Ein Großteil der Dinge, die im Restmüll landen, werden in der Müllverbrennungsanlage vernichtet – auch wertvolle Ressourcen. Damit das nun nicht mehr mit Textilien passiert, hat die EU eine neue Verordnung erlassen: Ab 2025 dürfen Altkleider nicht mehr in der Restmülltonne entsorgt werden.
In der EU wird aktuell lediglich ein Prozent der gebrauchten Klamotten zu neuer Kleidung recycelt. Laut „Ökotest“ würde der überwiegende Teil entweder verbrannt oder in Länder exportiert, die häufig nicht über die erforderliche Infrastruktur für eine umweltfreundliche Weiterverarbeitung verfügen. Das soll sich nun ändern: Mit der neuen EU-Verordnung soll eine Kreislaufwirtschaft für Textilien geschaffen und die Textilindustrie dadurch nachhaltiger werden.
Für Verbraucher bedeutet die neue Verordnung, dass alte Bettlaken und löchrige Socken ab 1. Januar 2025 nicht mehr im Restmüll, sondern stattdessen im Altkleidercontainer entsorgt werden müssen. Galt bisher die Regel, dass ausschließlich wieder zu gebrauchende Kleidungsstücke in den Altkleidercontainer dürfen, sollen nun auch kaputte und abgetragene Klamotten dort entsorgt werden.
Einzige Ausnahme sind bisher stark verschmutzte Textilien. Das ist– so Ökotest – noch nicht abschließend geklärt. Es sei zu erwarten, dass es in Deutschland bald eine Klarstellung zu dieser Frage geben wird.
Im Durchschnitt kaufen Europäer jedes Jahr fast 26 Kilogramm Textilien, wobei gleichzeitig etwa 11 Kilogramm im Müll landen, wie das Europäische Parlament auf seiner Webseite schreibt. Eine Ursache für die großen Mengen an Kleidungsmüll ist die „Fast Fashion“-Industrie.
Umweltorganisationen wie Greenpeace rufen die Menschen daher auf, den eigenen Konsum zu hinterfragen. Das nachhaltigste Kleidungsstück sei immer noch eines, das nicht neu hergestellt werden müsse. Demnach sollte möglichst wenig neu gekauft und aussortierte Kleidung weiter genutzt werden.