Abwasserentsorgung Aurich dreht an der Gebührenschraube
Im kommenden Jahr steigen die Gebühren für die Abwasserbeseitigung in der Stadt Aurich. Schuld sind Investitionen in der Vergangenheit.
Aurich - Im kommenden Jahr werden die Abwassergebühren in der Stadt Aurich wahrscheinlich steigen. Das geht aus einer Beschlussvorlage der Verwaltung hervor. Demnach soll ab dem 1. Januar die Entsorgung von einem Kubikmeter Abwasser 3,45 Euro kosten. Das ist eine Steigerung um 7,8 Prozent. Bislang kostete die Abwasserbeseitigung 3,20 Euro pro Kubikmeter. Für die Molkerei Rücker als Großeinleiter gelten Sonderkonditionen. Aber auch das Unternehmen muss künftig höhere Gebühren bezahlen. Statt wie bisher 90 Cent pro Kubikmeter werden es künftig 1,16 Euro sein. Nicht geändert wird die Entsorgung von Fäkalschlamm aus Grundstücksabwasseranlagen. Dort kostet der Kubikmeter weiterhin 44 Euro.
Inflation sorgt für höhere Abschreibungen
Die Anhebung bedeutet für einen Durchschnittshaushalt mit rund 160 Kubikmeter Abwasser im Jahr eine Mehrbelastung von etwa 40 Euro. Begründet wird die Teuerung damit, dass an den Anlagen investiert und saniert worden ist. Dadurch steigen auch die Abschreibungen, die erwirtschaftet werden müssen. Auch die gestiegenen Preise im Baugewerbe haben dafür gesorgt, dass mehr Gebühren nötig sind. Laut Vorlage belief sich im Jahr 2022 die Teuerung auf 15 Prozent, im vorigen Jahr auf zehn Prozent. Das führt zu der Situation, dass ein höherer Anlagenwert abgeschrieben werden muss, als die Beschaffung einst gekostet hat.
Die Abwassergebühren dürfen nur so hoch sein, dass der Bedarf gedeckt ist. Daher wird in jedem Jahr eine Kalkulation durchgeführt. Für das kommende Jahr werden knapp 6,9 Millionen Euro benötigt. Bei einer angenommenen Abwassermenge von zwei Millionen Kubikmetern ergibt sich eine kostendeckende Gebühr von 3,45 Euro. Am Donnerstag befasst sich der Finanzausschuss mit den Abwassergebühren, ehe sie vom Rat am Donnerstag, 12. Dezember, beschlossen werden.