Hamburg  Smartphones an Schulen: Mit gutem Beispiel vorangehen, statt Verbote fordern

Sören Becker
|
Von Sören Becker
| 03.12.2024 06:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Werden diese Schilder bald zum alltäglichen Anblick? Foto: dpa/Jens Kalaene
Werden diese Schilder bald zum alltäglichen Anblick? Foto: dpa/Jens Kalaene
Artikel teilen:

Vor der Kultusministerkonferenz wollen mehrere CDU-Minister sich für ein Smartphone-Verbot an Schulen starkmachen. Das greift zu kurz.

Wenn nichts mehr geht, kann man immer noch ein Verbot fordern. Kurz vor der Kultusministerkonferenz machen sich – mal wieder – Politiker für ein Smartphone-Verbot an Schulen stark. Darunter auch Kultusminister Armin Schwarz aus Hessen (CDU). In anderen Ländern, wie zum Beispiel Italien, wurden jüngst ähnliche Verbote eingeführt. Doch bei einem Verbot gibt es Probleme.

Da wäre zum einen die Umsetzung: Ein Smartphone passt in jede Hosentasche und kann überall mit hingenommen werden. Wie soll der Lehrer denn kontrollieren, dass Schüler den Smartphone-Konsum nicht während des Toilettenbesuchs nachholen? 

Schule ist außerdem kein Paralleluniversum, sondern soll auf das Erwachsenenleben vorbereiten. Und dort gibt es nun einmal Smartphones, ob man das gut findet oder nicht. Der Umgang mit ihrer ablenkenden Wirkung muss geübt werden, damit er später funktioniert. Und das geht am besten in der Schule. 

Statt zweifelhafte Verbote auszusprechen, sollten Eltern und Lehrer mit gutem Beispiel vorangehen: Gezielte Nutzung, statt stundenlang gedankenlos vor sich hin zu scrollen. Wertvolle Inhalte konsumieren, statt das Gehirn mit Tiktok und Candycrush zu betäuben. Den Mut haben, auch einmal nicht erreichbar zu sein, etwa beim gemeinsamen Abendessen. Das dürfte den Kindern mehr beibringen, als ein einfaches Smartphone-Verbot es jemals könnte.

Ähnliche Artikel