Kultur- und Sportförderung Ihlow  Warum Vereine von Finanzspritze nichts wussten

| | 03.12.2024 11:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Blick auf den Sportplatz in Ihlowerfehn: Im August wurde für Eintracht Ihlow Unterstützung beim Bau einer Hochsprunganlage und einer Flutlichtanlage zugesagt. Es waren die einzigen Anträge auf Förderung in diesem Jahr. Foto: Christin Wetzel
Blick auf den Sportplatz in Ihlowerfehn: Im August wurde für Eintracht Ihlow Unterstützung beim Bau einer Hochsprunganlage und einer Flutlichtanlage zugesagt. Es waren die einzigen Anträge auf Förderung in diesem Jahr. Foto: Christin Wetzel
Artikel teilen:

Ihlower Vereine haben seit fast einem Jahr Anrecht auf finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde. Doch nur ein Verein machte Gebrauch davon. Wer noch Anspruch hat.

Ihlow - Ein möglicher Geldsegen, von dem kaum jemand wusste: In Ihlow gibt es seit diesem Jahr die Chance für Vereine aller Art, Geld von der Gemeinde für bestimmte Projekte zu erhalten. Es sind Zuschüsse, die über eine Richtlinie abgedeckt werden. Bisher ging das Geld an den Sport. Das lag aber nicht daran, dass nur Sportvereine gefördert werden. Es stellte sich kürzlich in einer Diskussion im zuständigen Fachausschuss heraus: Kaum ein Verein in Ihlow scheint über die Fördermöglichkeiten informiert zu sein.

So konnte ein Sportverein in der Gemeinde in diesem Jahr zwei Geldspritzen erhalten. Eintracht Ihlow stellte als einziger Verein bis zur Frist Ende Juni Anträge auf Unterstützung. Eine Flutlichtanlage, eine Hochsprunganlage für draußen auf dem Sportplatz: Das waren die geplanten Vorhaben. Der Eindruck entstand, es würden nur Sportvereine von der Gemeinde Unterstützung erhalten. Die SPD-Fraktion stellte deswegen jetzt im Rahmen der Haushaltsberatungen den Antrag auf eine Kulturförderung. Mittels 12.000 Euro jährlich sollten Vereine wie Theatergruppen oder Musikgruppen unterstützt werden. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Bildung, Sport und Soziales wurde der Antrag diskutiert. Dabei stellte Bürgermeister Arno Ulrichs fest: „Die Richtlinie, die wir seit diesem Jahr haben, ist breitgefächert. Da hätten sicher auch andere Vereine die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen.“

Finanzspritze für Vereine

Grundsätzlich sollen alle Vereine mit Sitz in der Gemeinde Ihlow ein Anrecht auf Unterstützung haben. Ausgeschlossen sind Vereine, die vorrangig einen religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Zweck verfolgen.

Es geht dabei nicht nur um Unterstützung bei größeren Vorhaben. Auch der Erhalt der Gebäude ist mit inbegriffen und wird unter bestimmten Bedingungen gefördert. Das hängt auch davon ab, ob die Gebäude oder Flächen schon Gemeindeeigentum sind.

Eine Grenze sind 15.000 Euro: Je nachdem, wie weit das Vorhaben in den Gesamtkosten darüber oder darunter liegt, richtet sich auch die Finanzspritze der Gemeinde.

Die genauen Bedingungen sind öffentlich einsehbar im Ratsinformationssystem.

Vor einem Jahr beschlossen

Die Richtlinie wurde vergangenes Jahr im Dezember in diesem Fachausschuss empfohlen und später im Verwaltungsausschuss beschlossen. Sie sieht einen Fördertopf vor für Vereine, die ihren Sitz in Ihlow haben und ohne die Finanzspritze der Gemeinde das Vorhaben nicht oder nur unvollständig umsetzen können. Kleine Anschaffungen wie Bälle oder Schönheitsreparaturen sind ausgenommen. Außerdem sollen die Vereine den Antrag schriftlich stellen und auch andere Fördermöglichkeiten ausschöpfen. Mindestens zehn Mitglieder sollte der antragstellende Verein haben. Das sind einige Auszüge aus den Bedingungen.

Doch warum nutzte nur ein Verein die Chance auf eine Finanzspritze? Es sei „optisch der Eindruck entstanden, ein Verein würde bevorzugt“, sagte etwa Volker Degner (CDU). Einige Vereine hätten bewusst abwarten wollen und nicht sofort alles abschöpfen wollen, so der Christdemokrat aus Riepe. Gerade wegen der starken Förderung des Sports sei die Kulturförderung wichtig, betonte Hannes Langer, einer der Antragsteller der SPD, als Zuschauer. „Ich finde schon, dass wir den Bereich entzerren sollten und Kultur in den Vordergrund stellen“, sagte Langer. Petra Saathoff von der Dorfgemeinschaft Riepe sagte, dass sie als kleiner Verein von der Förderung gar nichts gewusst habe. Offenbar spielt auch die Grenze der Mitgliederzahl von zehn Vereinsmitgliedern eine Rolle, bei der auch Theatergruppen hinten runterfallen.

Zwar seien die Vereine nach Verabschiedung der Richtlinie von der Gemeindeverwaltung eingeladen und informiert worden. Aber offenbar sind dabei einige Vereine durchs Raster gefallen. In der Sitzung waren sich am Ende alle einig, dass besser informiert werden müsse, damit nicht nur ein paar Vereine von Zuschüssen profitieren. Eine weitere Förderrichtlinie sollte jedoch nicht aufgestellt werden.

Ähnliche Artikel