Fußball-Bezirksliga  Platzverweis sorgt für Diskussionen

| | 01.12.2024 17:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Viele Zuschauer waren am Sonnabend ins Mühlenstadion gekommen. Sie sahen ein kampfbetontes Spitzenspiel auf tiefem Boden. Fotos: Helmut Vortanz
Viele Zuschauer waren am Sonnabend ins Mühlenstadion gekommen. Sie sahen ein kampfbetontes Spitzenspiel auf tiefem Boden. Fotos: Helmut Vortanz
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Spitzenspiel in der Bezirksliga zwischen Großefehn und Esens endet vor knapp 500 Zuschauern 1:1. Gästetrainer ärgerte sich mächtig über die gelb-rote Karte für einen seiner Spieler

Großefehn - Die Esenser Spieler rissen nach dem Schlusspfiff die Arme hoch und bejubelten den Punktgewinn im Spitzenspiel der Bezirksliga gegen den SV Großefehn. Die Fehntjer schlichen vom Feld und ärgerten sich über die verpasste Chance, näher an den Tabellenführer heranzurücken. 40 Minuten hatten sie nach der gelb-roten Karte für Malte Ahrends in Überzahl gespielt, doch der Spitzenreiter brachte das 1:1-Unentschieden über die Zeit. Großefehns Trainer Bi Le Tran hatte sein Lachen schnell wiedergefunden. „Sie sind nicht umsonst Tabellenführer und haben das clever gemacht. Wir hätten in Überzahl vielleicht etwas mehr Druck ausüben können, am Ende können wir mit dem Punkt aber gut leben“, sagte Le Tran.

Großefehns Trainer Bi Le Tran begrüßt den Auricher Kollegen Claudio Casto.
Großefehns Trainer Bi Le Tran begrüßt den Auricher Kollegen Claudio Casto.

Sein Trainerkollege Ralf Backhaus nahm den Punktgewinn dankend an, ärgerte sich aber mächtig über den Platzverweis. „Das hat unser Spiel kaputtgemacht. Mein Spieler hat Klaas Bikker nicht einmal berührt, das hat der Fehntjer Spieler gerade selbst zugegeben. In der ersten Halbzeit waren wir das bessere Team“, sagte Backhaus.

Bikker fällt, Ahrends fliegt vom Platz

Mit dieser Einschätzung lag er nicht falsch. Die Esenser erwischten auf dem tiefen Geläuf den besseren Start und gingen in der 22. Minute verdient in Führung. Die Vorarbeit zum 1:0 fiel in die Kategorie „Extraklasse“. Der flinke und ballgewandte Niklas Sukowski tanzte fünf Gegenspieler aus und scheiterte an SVG-Torhüter Timo Kuhlmann. Sein Sturmpartner Luca Janssen schaltete am schnellsten und drückte den Abpraller ohne Mühe über die Linie.

Die Fehntjer bejubeln den Ausgleich von Sven Adam.
Die Fehntjer bejubeln den Ausgleich von Sven Adam.

Die Führung für die Gäste war ein Wachmacher für die Fehntjer. Sie zeigten sich nun öfter vor dem Esenser Tor. Der auffällige Torjäger Klaas Bikker scheiterte an TuS-Torhüter Jannes Havemann. Wenig später war er an der Strafraumgrenze hellwach, spitzelte den Ball an seinem Gegenspieler vorbei und wurde gefoult. Schiedsrichterin Anke Hölscher entschied auf Strafstoß, Abwehrchef Sven Adam übernahm die Verantwortung und traf cool zum Ausgleich. Das Spiel nahm nun an Fahrt auf und wurde hitziger, aber auch zerfahrener. In der 41. Minute hatte Alexander Geis die Führung für Großefehn auf dem Fuß. Nach einem Steckpass von Bikker lief Geis alleine auf Havemann zu, doch der Esenser Torhüter parierte mit dem Fuß. Der Platzverweis für Ahrends in der 51. Minute eröffnete den Fehntjern die Chance zum Angriff. Und fast hätte Alexander Geis nur wenig später die Führung besorgt. Nach einem feinen Zuspiel von Bikker klatschte sein Schuss an den Pfosten. „Dann hätten wir das Spiel für uns entschieden“, sagte Le Tran. Auch Backhaus sah das so. „Dann wäre es für uns sehr schwierig geworden.“

So plätscherte das Spitzenspiel, das viele Zuschauer aus ganz Ostfriesland angelockt hatte, dahin. Bei den Fehntjer fehlten am Ende die Kraft und die Ideen, um den Spitzenreiter ins Wanken zu bringen. Die Esenser Abwehr um Remko Til stand felsenfest, und selbst mit neun Feldspielern suchten die Esenser mit schnellen Umschaltaktionen den Weg nach vorne. Fast hätte Niklas Sukowski mit einem Kopfball Erfolg gehabt. TuS-Trainer Backhaus dachte dann auch, dass seine Mannschaft auf Kunstrasen bessere Chancen gehabt hätte. „Wir konnten auf dem tiefen Boden unser Kombinationsspiel nicht so aufziehen wie sonst.“

Der Titelkampf in der Bezirksliga bleibt durch dieses Unentschieden spannend – ein Ergebnis, was vor allem die SpVg Aurich glücklich macht.

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