Ostfriesische Brandkasse  Starkregen-Ereignisse bleiben Herausforderung

| | 30.11.2024 16:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mitte August setzten starke Regenfälle viele Straßen im Landkreis Aurich unter Wasser. Foto: DPA
Mitte August setzten starke Regenfälle viele Straßen im Landkreis Aurich unter Wasser. Foto: DPA
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Um 30 Prozent ist die Summe gestiegen, die der ostfriesische Versicherer in den ersten zehn Monaten 2024 regulieren musste. Ein Grund sind die starken Unwetter im Sommer.

Aurich - Nach einer Verschnaufpause im Jahr 2023 musste die Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse in den ersten zehn Monaten des Jahres 2024 wieder deutlich mehr Schäden regulieren als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Rahmen der Landschaftsversammlung am Sonnabend nannte der Vorstandsvorsitzende Thomas Weiss Zahlen und Fakten.

So habe man bis Oktober 2024 8.307 Schäden mit einem Gesamtvolumen von 21,8 Millionen Euro verzeichnet, ein Plus zum Vorjahr von rund 30 Prozent. Aber: „Schadensschwankungen liegen in der Natur der Dinge und sind nicht vorhersehbar“, so Weiss. Er verwies darauf, dass das vorangegangene Jahr 2023 ein extrem unterdurchschnittliches Jahr gewesen sei, vor allem aufgrund ausgebliebener Wetterkapriolen. Das sieht 2024 anders aus.

Heftige Unwetter treiben Schadenssumme nach oben

„Hinter der Brandkasse liegt unter anderem wieder ein Starkregen-Millionen-Ereignis“, sagte er bei der Veranstaltung im Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft. Allein das heftige Unwetter am 13./14. August 2024, bei dem heftiger Regen und Hagel über Ostfriesland gezogen war, habe rund 650 Brandkassenkunden massiv betroffen. Einige Straßenzüge hätten in kürzester Zeit Seenlandschaften geglichen, erinnerte Weiss an diesen Sommertag. Der zu regulierende Schaden allein dieses Starkregen-Ereignisses habe 1,8 Millionen Euro betragen. Weitere Stürme und Unwetter mit viel Niederschlag ließen die Schadenssumme in den ersten zehn Monaten des Jahres auf 3,6 Millionen Euro klettern.

Der Klimawandel macht sich bemerkbar

„Diese Wettervorkommnisse werden uns zukünftig als eine der Folgen des Klimawandels stärker begleiten und einholen“, ist Thomas Weiss sicher und mahnt zur Vorsorge – sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich. „Machen wir uns nichts vor, wenn in kürzester Zeit 150 Liter Niederschlag fallen, dann schafft das keine Kanalisation“, so Weiss. Die Geschäftsstellen und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus der Direktion und der Sparkasse hätten wirklich viel zu tun gehabt in dieser Zeit, in der schnell gehandelt werden musste. „Denn, je länger Wasser steht, desto größer ist der Schaden.“

Auch in der Stadt Norden rückten Mitte August die Feuerwehren zu Unwettereinsätzen aus. Foto: Archiv
Auch in der Stadt Norden rückten Mitte August die Feuerwehren zu Unwettereinsätzen aus. Foto: Archiv

Zu den Unwetterschäden hätten acht größere Feuerschäden den Gesamtschadenaufwand der Brandkasse um weitere 5,1 Millionen Euro erhöht.

Gut aufgestellt für Herausforderungen

Insgesamt steuere die Brandkasse jedoch auf ein ordentliches Geschäftsjahr zu, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Das Geschäft des ostfriesischen Versicherers habe sich in den ersten zehn Monaten des Jahres zufriedenstellend entwickelt. Die Bestandsbeiträge des eigenen Geschäftes der Brandkasse stiegen zum 31. Oktober auf rund 55 Millionen Euro, zusammen mit dem Vermittlungsgeschäft (ohne Lebens- und Krankenversicherungen) sei diese Summe aus rund 280.000 Verträgen auf rund 80 Millionen Euro gewachsen.

„Die Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse ist ein kerngesunder, rein ostfriesischer Versicherer. Für kommende Herausforderungen sind wir gut aufgestellt“, so Weiss und betonte auch die Verantwortung, die die Brandkasse für das Gemeinwohl übernehme. „Gemeinsam sind wir mit unseren vielen Projekten in Kindergärten, Schulen und Vereinen für Brandschutz, Verkehrssicherheit und Mobilität unterwegs.“

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