Saisonende schlägt durch  Die Arbeitslosigkeit in Ostfriesland steigt wieder an

| 29.11.2024 12:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Blick auf Norderney: Mit dem Ende der Saison meldeten sich zahlreiche Beschäftigte arbeitslos. Foto: DPA
Blick auf Norderney: Mit dem Ende der Saison meldeten sich zahlreiche Beschäftigte arbeitslos. Foto: DPA
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Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Emden-Leer liegt jetzt bei 6,2 Prozent. Ein Grund: Viele Beschäftigte von den Inseln meldeten sich arbeitslos.

Aurich/Ostfriesland - Im November 2024 ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostfriesland um 336 auf jetzt 15.817 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat von 6.0 Prozent auf 6,2 Prozent. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosenzahl höher, im Vergleich zum November 2023 ist der Bestand an Arbeitslosen um 425 beziehungsweise 2,8 Prozent gestiegen. Das teilt die Agentur für Arbeit Emden-Leer mit. Landesweit ging die Arbeitslosigkeit leicht zurück.

In Ostfriesland stieg die Arbeitslosigkeit im November leicht an. Der Hauptgrund ist das Saisonende auf den Inseln.
In Ostfriesland stieg die Arbeitslosigkeit im November leicht an. Der Hauptgrund ist das Saisonende auf den Inseln.

Insbesondere in den Geschäftsstellen Emden, Norden und Wittmund haben sich den Angaben zufolge im November mehr Personen als im Vormonat arbeitslos gemeldet. Dies sei unter anderem auf die Zuordnung der Ostfriesischen Inseln zu diesen Geschäftsstellen zurückzuführen. Konkret habe die Geschäftsstelle Emden mit der Insel Borkum einen Zuwachs an Arbeitslosen von 147 Personen oder 4,9 Prozent verzeichnet. In der Geschäftsstelle Wittmund mit den Inseln Langeoog und Spiekeroog meldeten sich 83 Personen oder 5,5 Prozent mehr als im Vormonat arbeitslos. Den größten Zuwachs verzeichnete der Geschäftsstellenbezirk Norden mit den Inseln Norderney und Juist mit einem Anstieg der arbeitslos gemeldeten Personen um 169 oder 6,9 Prozent.

Agentur für Arbeit hilft Menschen mit Behinderungen

„Mit Ende des Herbstgeschäftes an der Nordseeküste und auf den Ostfriesischen Inseln steigen die Arbeitslosenzahlen im Bezirk der Agentur“, erklärt Roland Dupák, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Emden Leer. Insbesondere aus dem Gastgewerbe hätten sich im November mehr Personen als im Vormonat arbeitslos gemeldet – nämlich 403 Personen beziehungsweise 26,2 Prozent mehr. „In der Regel verbleiben diese Personen nur für einen kurzen Zeitraum in der Arbeitslosigkeit und haben oftmals schon konkrete Einstellungszusagen für das kommende Frühjahr, wenn der Tourismus an der Nordseeküste wieder einsetzt“, so Dupák.

Die Agentur weist in ihrer Mitteilung auf den 3. Dezember hin. Dann findet der internationale Tag der Menschen mit Behinderungen statt. Um diesen Tag herum veranstaltet die Bundesagentur für Arbeit die „Woche der Menschen mit Behinderungen“. „Mit 1139 arbeitslosen schwerbehinderten Menschen in unserem Agenturbezirk möchten wir in dieser Woche auf die Chancen und das Potenzial, die diese Personengruppe bietet, aufmerksam machen“, erklärt Dupák. Die Agentur für Arbeit setze sich dafür ein, Menschen mit Behinderungen als Teil der Lösung des Arbeits- und Fachkräftemangels wahrzunehmen. Vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten würden Unternehmen dabei helfen, Menschen mit Behinderungen auszubilden, einzustellen oder weiterzubilden. So könnten Betriebe, die Menschen mit Behinderung einstellen, von der Agentur für Arbeit unter anderem in Form eines Eingliederungszuschusses, eines Zuschusses zur Aus- und Weiterbildung oder einer behindertengerechten Ausstattung von Arbeitsplätzen unterstützt werden. Für mehr Informationen steht das Team für berufliche Rehabilitation und der Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Service-Nummer 0800 4 5555 20 zur Verfügung.

Insgesamt sind 20.255 Menschen ohne Arbeit

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren den Angaben zufolge im November 6119 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl um 8,3 Prozent beziehungsweise 469 Personen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist sie um 8,9 Prozent oder 500 Personen gestiegen. Insgesamt erhielten 5630 Personen im November Arbeitslosengeld; 381 mehr als vor einem Jahr.

Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung waren im November 9698 Personen arbeitslos gemeldet, davon 5778 Personen als Lang-zeitarbeitslose. Insgesamt ist die Arbeitslosenzahl in diesem Bereich im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent oder 133 Personen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenzahl um 75 Personen oder 0,8 Prozent gesunken.

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Zusätzlich zu den Arbeitslosen zählen zur Unterbeschäftigung auch Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Das waren nach vorläufigen Angaben der Agentur im November 20.255 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote lag im November bei 7,8 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

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