Prozess wegen Tierquälerei Haustiere vernachlässigt – Ihlower Geschwister vor Gericht
Wegen Tierquälerei von 17 Katzen und zwei Sittichen sollte sich ein Ihlower Geschwisterpaar vor Gericht verantworten, doch die Angeklagten blieben fern. Was den unter Bewährung Stehenden nun blüht.
Aurich - Vor dem Auricher Amtsgericht hätte sich eigentlich ein Geschwisterpaar aus Ihlow wegen Tierquälerei verantworten sollen. Am Montag wartete das Gericht jedoch vergeblich auf das Erscheinen der Angeklagten, die trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht gekommen waren. Die Staatsanwaltschaft wirft beiden vor, gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. Laut Anklageschrift sollen der 54-jährige Mann und seine 59-jährige Schwester ihre Haustiere in ihrer gemeinsamen Wohnung „ganz enorm“ vernachlässigt haben. Zwischen November 2023 und März 2024 sollen sie ihre 17 Katzen und zwei Wellensittiche weder artgerecht gehalten noch ausreichend versorgt haben. Die Tiere seien ausgemergelt gewesen, wodurch ihnen erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt worden seien, heißt es in der Anklage weiter.
Um den Prozess dennoch zu Ende zu bringen, regte Verteidiger Michael Schmidt ein Urteil mittels Strafbefehl an. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sah dafür indes keinen Spielraum. Es handele sich bei den Vorwürfen um Gewalttaten gegen Tiere, begründete sie ihre Ablehnung. Darüber hinaus seien beide Angeklagte bereits vorbestraft und stünden unter laufender Bewährung. Weil auch die von Strafrichter Meyer losgeschickte Polizei der Angeklagten nicht hatte habhaft werden können, wurde die Verhandlung schließlich ausgesetzt. Die Zeugen wurden entlassen, ein neuer Termin muss nun gefunden werden. Um sicherzugehen, dass sich auch die Angeklagten dazu einfinden, verfügte Meyer im Vorfeld einen Haftbefehl gegen beide.