Norder Stadtentwicklung Doornkaat-Sanierung kostet 12,6 Millionen Euro
Viel Geld soll die Umgestaltung des Doornkaat-Geländes kosten. Ein grüner Campus ist geplant. Fördermittel und Investoren sind unerlässlich. Dienstag, 26. November, berät die Norder Politik darüber.
Norden - Aus dem ehemaligen Doornkaat-Gelände in Norden den gewünschten neuen Stadtteil zu machen, wird nicht billig. Das war allen Beteiligten von Anfang an klar. Jetzt gibt es konkrete Zahlen, in welcher Preisklasse sich das Vorhaben bewegen wird: In der aktuellen Kostenschätzung für die vollständige Umsetzung aller Maßnahmen im Sanierungsgebiet „Doornkaat-Gelände und Umfeld“ geht die Stadtverwaltung von rund 12,6 Millionen Euro aus. Das geht aus der Verwaltungsvorlage hervor, die am Dienstag, 26. November, im Bauausschuss der Stadt vorgestellt und debattiert werden soll. Die Politik soll über den neuen Kostenrahmen entscheiden.
Dass es bei dieser Summe bleibt, ist aber längst nicht klar. Die Pläne der Stadt für das Doornkaat-Gelände sind groß. Doch umsetzen müssen die am Ende Investoren. Der Stadt fehlt es nicht nur an Geld für Vorhaben dieser Größenordnung, sondern auch an Know-how und Personal. Denn laut Vorlage ist ein „wichtiger Bestandteil der Gestaltung des Doornkaatgeländes die Schaffung eines grünen Stadtraums mit einem breiten Angebot an Verweil-, Aktiv- und Eventbereichen“. Hierfür stehen auf dem Gelände rund 11.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, wovon etwa 5000 Quadratmeter für den geplanten Platz mit Campus-Charakter vorgesehen sind und rund 6000 Quadratmeter für die Platzgestaltung in direkter Nachbarschaft zum Norder Tief. Die Fläche soll als „Campus“ begrünt werden und neben Raum für unterschiedlichen Veranstaltungen sollen an den Rändern Verweil-, und Bewegungsbereiche mit Fitnessgeräten, Boule-Bahn und Ähnliches entstehen. Die Maßnahme wird mit 635.500 Euro aus anderen Ressorts der Stadt Norden teilfinanziert.
Am Dienstag im Norder Bauausschuss
Nach Informationen dieser Zeitung ist ein Investor aus Emden mit der Stadt Norden im Gespräch – inklusive eines Vor-Ort-Termins in Norden. Nach einem solchen Treffen hat die Stadt Norden dann einen Anhaltspunkt, wie und was auf dem Doornkaatgelände tatsächlich zu vermarkten ist und was Investoren bereit wären zu investieren.
Für die Sanierungsgebiete „Historischer Marktplatz“ und „Doornkaatgelände und Umfeld“ erhält die Stadt Norden in großem Umfang Fördermittel aus der Städtebauförderung – in der Regel als 2/3-Zuschuss zu Planungs- und Baukosten. Erst diese große finanzielle Unterstützung aus Bundes- und Landesmitteln ermöglicht den Kommunen, derart große städtebauliche Aufgaben zu bewältigen, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Es handelt sich um Großprojekte mit mehreren Dutzend einzelner Planungs- und Bauvorhaben. Die Laufzeit für eine städtebauliche Sanierungsmaßnahme beträgt üblicherweise zehn bis 15 Jahre, in vielen Sanierungsgebieten aber auch länger.
Damit aber noch Geld aus dem Fördertopf fließt, mussten die Kosten- und Finanzierungsplanung umfangreich angepasst werden. Denn die einst angenommenen Kosten haben sich laut Verwaltung in den letzten Jahren „wesentlich verändert“. Im Oktober 2024 konnte sich die Norder Verwaltung mit dem Fördermittelgeber auf eine verbindliche Fortschreibung der Planung für beide Sanierungsgebiete verständigen. Das letzte Wort hat jetzt aber die Norder Politik. Nur wenn der Rat zustimmt, kann das Projekt wie geplant weitergehen. Am Dienstag wird der aktuelle Stand zu den Planungen auf dem Doornkaat-Gelände im Bauausschuss der Stadt Norden vorgestellt und beraten.