Ausbau des Ganztagsangebots  Bald 40-Stunden-Woche für alle Ihlower Grundschüler möglich

| | 25.11.2024 12:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Blick auf die Grundschule Weene. Hier ist schon jetzt der Anteil der Schüler im Ganztag am höchsten in der Gemeinde Ihlow. Foto: Romuald Banik
Blick auf die Grundschule Weene. Hier ist schon jetzt der Anteil der Schüler im Ganztag am höchsten in der Gemeinde Ihlow. Foto: Romuald Banik
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In drei Jahren sollen alle Kinder das Recht auf ein Ganztagsangebot an Grundschulen erhalten. Warum die Ihlower sich jetzt schon damit beschäftigen und welche Auswirkungen es hat.

Ihlow - Bis zu 40 Stunden die Woche können Kinder an Grundschulen künftig betreut werden. Das ist die gesetzliche Vorgabe, die in Niedersachsen bis 2026 umgesetzt werden soll. In Ihlow stellen sich jetzt schon Verwaltung, Lehrkräfte und Politik die Frage, wie es für die Grundschulen weitergehen soll. In einer Sache sind sich alle drei Seiten auf jeden Fall schon einig. Wie es weiter geht und welche Hürden bei den Umbau zu einem Ganztagsangebot auf die Politik warten, wurde jüngst im Ausschuss für Jugend, Bildung, Sport und Soziales vorgestellt.

Fest steht für die Ihlower, dass alle vier Grundschulen zum Fünf-Tage-Woche-Ganztagsprogramm umgestaltet werden sollen. Darin war sich der Ausschuss schnell fraktionsübergreifend einig und empfahl dies für die weitere Diskussion. Als anwesende Schulleiterin hatte Gerlinde Ley-Schwitters von der Grundschule Weene zuvor betont: „Wir würden das auch nicht fair finden, wenn einer alles abgreift.“

Gerade eine halbe Million Euro als Unterstützung

Wobei „alles“ eine recht überschaubare Summe als Unterstützung durch das Land Niedersachsen bedeutet. Für den Ausbau der Ganztagsbetreuung erhält die Gemeinde Ihlow als Schulträger rund 548.600 Euro. Die Gemeinde gibt dazu noch knapp 100.000 Euro dazu. So stehen etwa 645.000 Euro für den Ausbau der Ganztagsbetreuung zur Verfügung. Diese Summe muss erst einmal auf vier verschiedene Standorte verteilt werden.

So stark wird das Ganztagsangebot bisher genutzt

Die Gemeindeverwaltung hat die Zahlen für die Ganztagsbetreuung, die bereits an den vier Ihlower Grundschulen besteht, aufgelistet. Ein Überblick:

Grundschule Riepe: Hier sind 121 Schüler angemeldet, davon 28 für den Ganztag, also knapp ein Viertel der Kinder.

Grundschule Simonswolde: 149 Kinder sind aktuell gemeldet, davon 38 im Ganztag, also knapp ein Viertel der Schüler.

Grundschule Weene: Diese Schule hat mit 130 Kindern und davon 46 im Ganztag den größten Anteil bisher mit etwas mehr als einem Drittel.

Grundschule Westerende-Kirchloog: 138 Kinder sind gemeldet und davon nutzen 46 das Ganztagsangebot.

Eine Herausforderung, wie Fachbereichsleiter Holger Saathoff betonte. Denn für größere Umbauten würden schnell Beträge im Millionenbereich anstehen. Die Schulleiter hätten bereits Ideen eingebracht. „Das wird sich nicht mit rund 650.000 Euro realisieren lassen“, sagte Saathoff. Dennoch war allen Beteiligten des Ausschusses wichtig, dass alle Schulen umgebaut werden für fünf Tage Ganztagsprogramm. Immerhin gibt es bereits eine Ganztagsbetreuung an drei Tagen die Woche. Würde jetzt statt aller vier Grundschulen nur ein Standort für die Fünf-Tage-Woche Ganztag ausgebaut, könnte das Geld für größere Investitionen an einem Standort genutzt werden. Perspektivisch würden dann jedoch andere Standorte geschwächt, so Saathoff. Auch könnte eine einzige Ganztagsschule überlastet werden.

Busverbindungen müssten angepasst werden

Auch die Schülerbeförderung müsste dann neu organisiert werden. Anfangs sollen laut Auskunft von Saathoff nur die Erstklässler des Jahrgangs 2026/27 das Angebot nutzen können, in den Jahren darauf wächst mit jedem neuen Jahrgang auch die Zahl der Kinder, die eine 40-Stunden-Woche in Anspruch nehmen dürften.

Ein Bus steht vor der Grundschule in Westerende-Kirchloog. Wie künftig die Kinder auch nachmittags von der Schule nach Hause kommen, müsste auch geregelt werden. Foto: Christin Wetzel
Ein Bus steht vor der Grundschule in Westerende-Kirchloog. Wie künftig die Kinder auch nachmittags von der Schule nach Hause kommen, müsste auch geregelt werden. Foto: Christin Wetzel

Das Thema Busverbindung muss aber ohnehin noch angegangen werden. Wenn die Schulen täglich bis in den Nachmittag hinein Schüler betreuen, müssen auch die Busfahrpläne angepasst werden. Der Landkreis habe dabei schon Gesprächsbereitschaft gezeigt. Denn der Landkreis Aurich ist für die Schülerbeförderung zuständig.

Auch würde der Ganztagsausbau nicht die Schulstandorte, sondern auch die Ortschaften stärken, hieß es in der Begründung aus der Verwaltung. Dabei würde es sogar ausreichen, wenn nur ein Kind pro Schule die Fünf-Tage-Woche fordert.

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