Hamburg Autofahren im Winter: Wie Sie die größten Fehler vermeiden
Sobald die ersten Schneeflocken vom Himmel fallen, gerät der Verkehr ins Stocken. Mit etwas Vorbereitung können Autofahrer die größten Fehler auf winterlichen Straßen vermeiden.
Wer bei Schnee und Glätte ins Auto steigt, der sollte das nicht unvorbereitet tun. Kratzen in der Kälte ist lästig, aber notwendig. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) weist darauf hin, dass das Fahren mit einem freigekratzten „Guckloch“ gefährlich ist und vor Gericht zur Anrechnung einer Mitschuld an einem Unfall führen könne. Am Ende gilt bei winterlichen Fahrten das Motto: sehen und gesehen werden.
Hier müssen Eis und Schnee weg:
Die Alternative zum Kratzen ist, das Einfrieren und Einschneien des Autos über Nacht bereits am Vorabend zu verhindern. Das geht zum Beispiel mit Abdeckfolien für die Frontscheibe oder sogenannten Halb- oder Vollgaragen, die wie ein Zelt über das Auto gespannt werden.
Damit die Scheibenwischer nicht festfrieren, klemmen Autofahrer Karton zwischen die Wischblätter und die Frontscheibe. Eine bequeme aber kostspielige Lösung ist die Nachrüstung einer Standheizung. Türschlösser können mit Pflegemittel samt Frostschutz geschützt werden.
Das Auto verhält sich bei Schnee und Glätte anders als unter Normalbedingungen. Autofahrer können mögliche Unterschiede zum gewohnten Fahrverhalten direkt nach Fahrbeginn durch kurzes Beschleunigen und Abbremsen überprüfen – vorausgesetzt, die Verkehrssituation lässt das zu. So entsteht ein Gefühl dafür, wie groß die Unterschiede zum Alltag sind. Rattert das ABS bereits beim Bremsen mit niedriger Geschwindigkeit, ist das ein Zeichen für eine sehr glatte Straße.
Eine angepasst Fahrweise im Winter ist angebracht – doch es gibt Grenzen. Bei geräumten Straßen besteht kein Grund, den restlichen Verkehr durch langsames Fahren auszubremsen. Besonders auf Autobahnen vergessen einige Verkehrsteilnehmer, dass das Rechtsfahrgebot auch im Winter gilt. Stattdessen fahren sie lieber langsam auf dem mittleren oder gar dem linken Fahrstreifen; das muss nicht sein und kann für andere gefährlich werden.
Allgemeine Tipps zum Fahren bei Schnee und Glätte:
Wenn beim Anfahren die Reifen durchdrehen und bereits leichte Kurven und Bremsvorgänge das Auto uns Rutschen bringen, ist der Grund oft klar: Das Auto fährt mit Sommerreifen. Das ist gefährlich für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer – und kann teuer werden.
Bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf nach Straßenverkehrsordnung (StVo) ein Kraftfahrzeug nur mit Winter- oder Ganzjahresreifen gefahren werden.
Ein Verstoß wird mit einer Geldbuße in Höhe von 60 Euro geahndet. Wer infolge falscher Bereifung den Verkehr behindert, muss mit einem Bußgeld von 80 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. 100 Euro muss bezahlen, wer andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, inklusive eines Punktes in Flensburg.
Für den Winter geeignete Reifen sind mit dem Alpine-Symbol gekennzeichnet. Sogenannte M+S-Reifen sind seit Oktober 2024 nicht mehr erlaubt. Einen genauen Zeitpunkt für das Aufziehen von Winterreifen nennt die StVo nicht. Der ADAC empfiehlt den Zeitraum Oktober bis Ostern.
Autofahrer, die sich bei Schnee und Glätte sehr unwohl und unsicher fühlen, sollten sich nicht schämen oder den Verkehr durch eine übervorsichtige Fahrweise behindern. Als Alternativen bieten sich Bus und Bahn an. Außerdem können sich Arbeitnehmer beim Vorgesetzten nach der Möglichkeit der Heimarbeit erkundigen oder Fahrgemeinschaften mit Kollegen bilden, die sich sicher im winterlichen Straßenverkehr bewegen.